„Licht lockt Leute“

Frankenberger Pfingstmarkt: Aufbau der Fahrgeschäfte ist viel körperliche Arbeit 

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Viele Einzelteile: Adrian Zuga (links) und Stana Constantin-Ciprian bringen ein Bauteil am Fahrgeschäft Disco-Fieber an.

Frankenberg. Hektisch geht es in diesen Tagen auf dem Gelände an der Wehrweide zu: LKW mit beladenen Anhängern rangieren, Handys klingeln, Anweisungen werden über den Platz gerufen – der Pfingstmarkt wird aufgebaut.

Pächter und Organisator Max Wagner hat alle Hände voll zu tun. „Die Leute denken oft, die Fahrgeschäfte kommen in einer langen Schlange und wer zuerst da ist, bekommt den besten Platz“, sagt Wagner. So funktioniere das aber nicht. Die Standorte für die Geschäfte wurden im Vorfeld festgelegt. „Wir haben alles genau vermessen und markiert“, erklärt er. Wenn die Schausteller dann nicht genau arbeiten beim Aufbau, könne es schon mal eng werden.

Die letzten Fahrgeschäfte beginnen am Mittwochmorgen mit dem Aufbau. Neben Infinity trifft das auch auf die Achterbahn Alpen Coaster zu, die direkt vom Stuttgarter Frühlingsfest kommen. „Ich hoffe, die Achterbahn wird am Donnerstag bis zur Abnahme fertig“, sagt Wagner und ergänzt: „Das ist schon ein sportliches Ziel.“

Auch das Stimmungskarussell Disco Fieber kommt direkt aus Stuttgart. Dort wurde der jährliche Tüv abgenommen, berichtet Mitarbeiter Benjamin Behr. Das Team um Chef Danny Schramm baut das Geschäft in sechs bis acht Stunden auf.

Neben den Tüv-Kontrollen wird jeder Aufbau zusätzlich durch Mitarbeiter des Landkreises kontrolliert, wo das Fahrgeschäft aufgebaut ist. Bei der Bauabnahme wird geprüft, ob das Geschäft den Plänen entsprechend aufgestellt wurde. Behr macht sich keine Sorgen: „Mit 20 Auf- und Abbauten im Jahr können wir das aus dem Effeff.“

Zentimeterarbeit mit schwerem Gerät: Inhaber Jörg Grünberg rangiert einen der Anhänger mit Bauteilen für sein Fahrgeschäft Breakdance auf die richtige Position. Seine Mitarbeiter weisen ihn ein.

Jörg Grünberg, Inhaber des Breakdance, hat am Dienstagnachmittag mit seinem Team den Aufbau des Fahrgeschäftes begonnen. Mit Maßbändern wird dabei der genaue Standort auf dem Gelände an der Wehrweide ausgemessen.

Grünberg schätzt, dass er das Geschäft mit seinen vier festangestellten Mitarbeitern und zwei Aushilfen in einem bis anderthalb Tagen aufbaut. „Wenn es regnet, dann geht der Aufbau wie mit angezogener Handbremse.“ Obwohl er einen Kran zur Unterstützung hat, stecke noch sehr viel körperliche Arbeit im Aufbau, sagt Grünberg. Die Bauteile für sein Fahrgeschäft sind auf drei LKW-Anhängern verstaut gewesen.

LED spart Strom

Viele der Attraktionen auf dem Pfingstmarkt haben einen hohen Stromverbrauch, obwohl die Schausteller kontinuierlich in neue Techniken investieren. „In fünf Tagen Pfingstmarkt verbrauchen wir so viel Strom wie ein ganzer Stadtteil von Frankenberg“, sagt Wagner.

Mike Nier stellte bei seinem Geschäft Starlight die Lichter auf RGB-LEDs um, als er 2017 die Fassade komplett überarbeiten ließ. Diese Lichter lassen sich programmieren, damit sie die Farbe wechseln. „Die LEDs sind sehr energieeffizient, aber leider auch sehr teuer“, sagt Nier.

„Licht lockt Leute“, erklärt er, warum die Beleuchtung wichtig ist an einem Fahrgeschäft. Man versuche damit, sich von der Konkurrenz abzuheben. Nier stehen vier feste Mitarbeiter und eine Aushilfe für den Aufbau beim Pfingstmarkt zur Verfügung. Sie brauchen dafür anderthalb bis zwei Tage.

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