Unternehmen „milk it up“

Aus Kartons werden Vasen: Frankenberger Schüler produzieren nachhaltige Dekoration

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D er Vorstand des Junior-Unternehmens „milk it up“ mit ihren Vasen-Prototypen (von links) Reinhold Schönefeld, Lara Stahl, Michelle Malinka, Luca Ewe, David Knieling, Leon Frick und Niklas Michel.  

Frankenberg – „Upcycling“ nennt sich die Form der Wiederverwertung, auf die die Schüler der Frankenberger Hans-Viessmann-Schule setzen. 

Mit ihrem Junior-Unternehmen „milk it up“ stellen sie Behälter, wie beispielsweise Blumenvasen, aus gebrauchten Milchkartons her. Die Fachabiturienten des Bereichs Wirtschaft nehmen jedes Jahr an dem Juniorprogramm teil, das es ihnen ermöglicht, ein eigenes Unternehmen für den Zeitraum der 12. Klasse aufzubauen und zu leiten.

„Am Anfang haben wir uns gefragt, was für ein Produkt wir herstellen können, das auch nachhaltig ist. Wir haben recherchiert und uns dann zusammen dafür entschieden Behälter aus Milchtüten zu machen“, erklärt Leon Frick, Abteilungsleiter Marketing der Schülerfirma. Die ersten Prototypen von Blumenvasen haben sie bereits fertiggestellt. Dabei wurden die Kartons geschliffen, lackiert und mit Schleifen verziert. Ein Weihnachtsmuster in Rot mit einem Weihnachtsbaum auf der Vase haben sie auch bereits ausprobiert.

„Wir wollen dieses Jahr bei den Weihnachtsmärkten in der Umgebung an Verkaufsständen unsere Produkte und Anteilscheine anbieten“, sagt Lara Stahl, Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma. Die Anteilscheine seien dann für zehn Euro erhältlich und würden wie Aktien funktionieren. „Wenn wir in dem Jahr Profit gemacht haben, ist der Anteilschein am Ende des Projekts mehr als zehn Euro wert und kann wieder an uns zurückverkauft werden. Man kann die Anteilscheine allerdings auch behalten, dann wird festgelegt, wie wir das Geld sinnvoll weiterverwenden können“, erklärt Reinhold Schönefeld, stellvertretender Abteilungsleiter Finanzen. Sobald die ersten Anteilscheine verkauft seien, würden sie sich um eine Internetseite mit Onlineshop für das Unternehmen kümmern. Momentan sei das benötigte Geld dafür noch nicht vorhanden.

Welche Behälter aus Milchkartons sie anbieten wollen und wie die Produkte verarbeitet werden, steht noch nicht ganz fest, sagt Frick. „Wir könnten uns auch vorstellen, individuelle Logos bei Anfrage auf den Behältern anzubringen. Für die Vasen haben wir bereits geplant eine Produktion mit etwas größeren Stückzahlen herzustellen. Wie genau das Produkt dann letzten Endes aussehen wird, ist allerdings noch in der Erprobung.“

Um eine größere Anzahl von Produkten herstellen zu können, muss Material vorhanden sein. Dafür habe die Schülerfirma einen Aufruf an mehreren Schulen gestartet, leere Milchverpackungen nicht wegzuschmeißen, sondern sie zu sammeln, sodass sie für ihre Produkte verwendet werden können. Die meisten Milchkartons bekämen sie von den Frankenberger Eisdielen. „Die meiste Zeit arbeiten wir komplett selbstorganisiert in den vier Schulstunden, die wir jede Woche für das Unternehmen haben“, sagt Michelle Malinka, stellvertretende Abteilungsleiterin Produktion.

Aktuell ist die Schülerfirma auf Facebook unter „milk it up“ zu finden.

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