Hornissen im Einsatz: Frankenberger Soldaten üben mit Störsender

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Einweisung an der Karte: (von links) Hauptfeldwebel Franziska Ebell, Oberleutnant Christian Particke und Leutnant Christoph Böke während der Abschlussübung in Frankenau vor einem „Fuchs“-Transportpanzer.

Frankenberg. Funksprüche auffangen, lokalisieren und gegebenfalls auch stören: Das machen Bundeswehr-Soldaten des Frankenberger Eloka-Bataillons 932 bei einer Übung.

„Wir können damit hören und stören“, sagt Oberleutnant Steffen Werner über das System „Hornisse“. Mit seiner zwölf Meter hohen, ausfahrbaren Mastantenne spürt das mobile System des Frankenberger Eloka-Bataillons 932 gegnerische Funksprüche auf. Um dabei nicht entdeckt zu werden, brauche es schon „ordentlich Gehirnschmalz und eine gute Ausbildung“, sagt der Presseoffizier der Frankenberger Burgwaldkaserne. „Sonst wechselt der Gegner die Frequenz und ist weg.“

Nach fünfwöchiger, intensiver Ausbildung absolvieren Soldaten der 2. Kompanie des Frankenberger Eloka-Bataillons derzeit ihre Abschlussübung. Im Einsatz sind zwei Spezialausführungen des Transportpanzers „Fuchs“ und eine „Leitstelle“, die unweit der Kaserne auf dem Standort-Übungsplatz stationiert ist.

„Die Trupps suchen ihre Stellung selbstständig“, erklärt Oberleutnant Christian Particke, Zugführer in der zweiten Kompanie. Innerhalb von fünf Minuten sei das hochmobile System „Hornisse“ einsatzbereit. „Wir suchen uns dafür Standorte, die hoch und frei gelegen sind“, erklärt Leutnant Christoph Böker als Kompanie-Einsatzoffizier.

An ihrem PC-Arbeitsplatz: Truppführerin Franziska Ebell am PC-Arbeitsplatz im Transportpanzer Fuchs.

Truppführerin Franziska Ebell hat eine „Hornisse“ für die Übung am Weinberg stationiert, einer rund 480 Meter hoch gelegenen Anhöhe zwischen Frankenau und Frebershausen. Zu ihrem Trupp gehören zwei weitere Soldaten – ein weiterer Hauptfeldwebel und ein Stabsunteroffizier. Alle können sich gegenseitig abwechseln: ob als Bediener der Stör- und Abhörsoftware oder als Fahrer des rund 18 Tonnen schweren Transportpanzers.

„Wir warten hier auf unseren Störauftrag“, sagt Franziska Ebell. Mit Hochfrequenz-Signalen kann die „Hornisse“ gegnerischen Funk stören. „Das funktioniert bis 300 Kilometer weit“, sagt Franziska Ebell. Das System könne gegnerische Funksprüche nicht nur durch Rauschen „plattmachen“, sondern auch verzögert weitergeben und damit bewusst „täuschen“, erklärt Presseoffizier Steffen Werner.

Diese Möglichkeit, den gegnerischen Funk zu stören, sei ein Alleinstellungsmerkmal des Frankenberger Eloka-Bataillons, sagt Werner. Innerhalb des Frankenberger Bataillons gibt es laut Christoph Böker sechs Transportpanzer, die mit dem Abhör- und Störsystem „Hornisse“ ausgerüstet sind.

Zwei Mal im Jahr gibt es die besondere Systemausbildung, an der sechs Soldaten gleichzeitig teilnehmen können. Noch bis Ende dieser Woche werden Franziska Ebell und ihre Kollegen im Raum Frankenau praktisch zeigen, was sie in der fünfwöchigen Systemausbildung gelernt haben.

Die Abhör-Spezialisten des Frankenberger Eloka-Bataillons gehören zum Kommando Strategische Aufklärung. Bei zahlreichen Auslandseinsätzen – etwa in Bosnien, im Kosovo und in Afghanistan – haben Frankenberger Eloka-Soldaten in den vergangenen 16 Jahren unter Beweis gestellt, dass sie auch modernste Kommunikations- und Datenverbindungen aufklären und lokalisieren können.

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