Wo einst Hexen hausten

Frankenbergs letzter Wehrturm soll Teil eines neuen Stadtwanderweges werden

+
Hexenturm in der Gadengasse: Der letzte noch vorhandene der einst 20 Wehrtürme der früheren Frankenberger Stadtmauer soll 2018 saniert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dafür soll er von außen einen Treppenaufgang bekommen. Zudem soll er Teil eines neuen Stadtwanderweges werden. 

Frankenberg. In Frankenberg soll im kommenden Frühjahr ein offizieller Stadtwanderweg entstehen. Dieses Angebot für Einheimische und Touristen soll vor allem zu einer weiteren Belebung der Stadt und der Altstadt mit dem historischen Rathaus beitragen. „Der Tourismus ist für uns ganz wichtig“, sagt Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß zu dem geplanten Projekt.

Besonders freut sich der Bürgermeister, dass der neue Stadtwanderweg durch Leader-Mittel der Region Burgwald-Ederbergland gefördert wird, deren Vorsitzender Heß ist. Die Investitionskosten in Höhe von 10 000 Euro für Ausschilderungen und Freischneiden der Wege seien allerdings nur gering, merkte Heß an. „Einen Stadtwanderweg zeichnet aus, dass er zu mehr als die Hälfte der Strecke über unbefestigte Wege führt“, erklärt Heß.

Start und Ziel soll die Ederbergland-Touristik am Untermarkt sein, allerdings könne an jeder beliebigen Station in den Rundwanderweg eingestiegen werden. Zu den Stationen des neun Kilometer langen Wanderweges sollen vor allem die Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören: das Steinhaus als ältestes Haus der Stadt, das historische Rathaus aus dem Jahr 1509, die über 700 Jahre alte Liebfrauenkirche und das frühere Fachwerk-Rathaus der Neustadt am Iller-Platz. Zudem sollen die Wanderer einen Blick vom Burgberg ins Edertal und auf das frühere Kloster St. Georgenberg werfen können. Auch der Wildpark soll eine Station des Stadtwanderweges werden.

Wie der Bürgermeister erläutert, soll auch der historische Hexenturm in der Gadengasse in den neuen Stadtwanderweg integriert werden. „Deshalb ist es uns wichtig, diesen Turm zu sanieren und wieder zugänglich zu machen.“ Der im 13. Jahrhundert erbaute „Hexenturm“ ist übrigens der einzige noch erhaltene Wehrturm von ursprünglich 20 Türmen.

„Der Bauantrag für die Sanierung des Hexenturms ist bereits gestellt“, berichtet Heß. „Das Mauerwerk ist lose, die Fugen brechen aus, es besteht dringender Handlungsbedarf“, erklärt der Bürgermeister. Auch die Spitze des Turms soll den Menschen wieder zugänglich gemacht werden, sagt der Bürgermeister: „Dazu soll an den Turm eine Treppenanlage angebaut werden.“

Auch die Finanzierung für die Sanierung des Hexenturms in Höhe von etwa 100 000 Euro steht bereits – sie soll größtenteils über Geld aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) erfolgen. „Bis nächsten Sommer soll  die Sanierung abgeschlossen sein“, sagt Bürgermeister  Rüdiger Heß. (mjx)

Stichwort: Der Hexenturm

Der Hexenturm hat einen Durchmesser von neun Metern, ist 11,50 Meter hoch, die Mauern sind drei Meter stark. Seinen Namen hat er aus der Zeit der Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit zwischen 1450 und 1750 erhalten. Damals wurde der Turm auch als Gefängnis genutzt. Neben den anderen Sehenwürdigkeiten der Stadt ist der Hexenturm auch heute schon Bestandteil der Stadtführungen mit den Stadtführern und auch der historischen Stadtführungen mit der Komödie Frankenberg..

Zuletzt war der Hexenturm vor 115 Jahren für 600 Reichsmark saniert worden, wie Aufzeichnungen im Stadtarchiv belegen. (mjx)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.