Zunächst nur für Behördenfunk

Fast 50 Meter hoher Sendemast entsteht im Wald bei Willersdorf

Im Bau: Dieser 49,85 Meter hohe Sendemast steht in einem Waldstück zwischen Willersdorf und Oberholzhausen.
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Im Bau: Dieser 49,85 Meter hohe Sendemast steht in einem Waldstück zwischen Willersdorf und Oberholzhausen.

Hat es bald ein Ende mit dem Funkloch in Willersdorf und Oberholzhausen? Das fragen sich Bewohner der beiden Dörfer, seitdem die Spitze eines knapp 50 Meter hohen Sendemastes aus den Baumwipfeln der Anhöhe zwischen den beiden Orten herausragt.

Willersdorf/Burgwald - Wir haben nachgefragt – und das war gar nicht so einfach. Nach Anfragen in den Rathäusern von Frankenberg, Gemünden, Haina und Burgwald stand schließlich fest, dass der neue Funkturm in der Gemarkung Burgwald steht „Wir legen nur die Stromleitung“, hatten zuvor die Firmen Berge-Bau aus Erndtebrück und die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) mitgeteilt.

Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch war der erste Gesprächspartner, der sich für zuständig erklärte. Der Sendemast entstehe auf dem Gebiet der Gemeinde Burgwald, bestätigte Koch – was kaum jemand an dieser Stelle vermute. Lothar Koch wusste auch, dass der neue Sendemast 49,85 Meter hoch ist.

Lothar Koch

Dann aber die Ernüchterung: Der im Wald entstehende Mast werde nicht das Mobilfunk-Loch zwischen Frankenberg und Gemünden beseitigen, sondern diene dem Behördenfunk, also der Polizei, der Feuerwehr und dem Rettungsdienst. In Lehnhausen betreibt das Deutsche Rote Kreuz seit 2018 eine Rettungswache.

Der Standort für den Sendemast sei mit dem Forstamt Haina abgestimmt worden, weil für den Bau auch einige Bäume weichen mussten, berichtete Koch weiter. Für weitere Informationen verwies er an den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen.

Baukosten: Voraussichtlich 400.000 Euro

Von dort erhielt die HNA gut eine Woche nach einer schriftlichen Anfrage die Auskunft: Das Land Hessen errichte durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) den angesprochenen Digitalfunkmast bei Willersdorf. Dieser diene zunächst dem Zweck, ihn an den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) anzuschließen, der von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten genutzt wird. Die Baukosten betrügen „voraussichtlich rund 400 000 Euro“. Die Fertigstellung sei für „Ende 2021“ vorgesehen.

Auf Nachfrage teilte LBIH-Pressesprecher Alexander Hoffmann mit, dass die Statik des Mastes so geplant worden sei, „dass weitere Antennen installiert werden können“.

Hoffmann: „Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass kommerzielle Mobilfunknetzbetreiber die Standorte mitnutzen. Für den hier in Rede stehenden Standort gibt es bereits Anfragen seitens der Mobilfunknetzbetreiber, ob sie den Digitalfunkmast später für eigene Zwecke mitnutzen können.“

In diesem Fall könne davon ausgegangen werden, dass sich „die Mobilfunkversorgung in diesem Bereich sodann verbessern wird“.

Der Kreis Waldeck-Frankenberg habe gemeinsam mit dem hessischen Digitalministerium ein Markterkundungsverfahren gestartet, um die Ausbauabsichten der Mobilfunkbetreiber für den Kreis zu ermitteln. Im Anschluss sei eine Förderung durch das Mobilfunkförderprogramm des Landes für „weiße Flecken“ möglich, wenn die Mobilfunkbetreiber dort nicht eigenwirtschaftlich ausbauten.

Kreis hat „Markterkundungsverfahren“ gestartet

Ob für den „unterversorgten“ Ortsteil Willersdorf eine Förderung möglich sei, werde „die Auswertung der Rückmeldungen der Netzbetreiber ergeben“, schreibt der Pressesprecher des Landesbetriebes.

Nach dieser Auskunft können die Menschen in Willersdorf und Oberholzhausen davon ausgehen, dass sie ihr Funkloch wohl noch eine längere Weile behalten werden. Es gibt aber eine gewisse Hoffnung – und die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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