„Fans waren frustriert“

Fußball-EM: Frankenberger Händler berichten von geringem Interesse an Fan-Artikeln

In diesem Jahr verkaufte das Sportgeschäft Intersport Kettschau in Frankenberg deutlich weniger Deutschland-Trikots als normalerweise während EM oder WM. Hier zu sehen: Inhaber Jürgen Kettschau.
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In diesem Jahr verkaufte das Sportgeschäft Intersport Kettschau in Frankenberg deutlich weniger Deutschland-Trikots als normalerweise während EM oder WM. Hier zu sehen: Inhaber Jürgen Kettschau.

Die Nachfrage nach Trikots und Fanartikeln der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist in diesen Tagen längst nicht so groß wie sonst während einer Europa- oder Weltmeisterschaft. Das spüren auch die Händler im Frankenberger Land.

Frankenberg – Wegen der Corona-Pandemie ist noch keine typische EM-Stimmung aufgekommen. Public-Viewing ist größtenteils verboten und in die Stadien dürfen nicht so viele Zuschauer wie sonst. Die ungewöhnlich niedrige Nachfrage spürt auch Jürgen Kettschau vom Sportgeschäft Intersport Kettschau mit Filialen in Frankenberg, Korbach und Bad Wildungen: „Vor dem Spiel Deutschland gegen Frankreich wurden weniger Trikots verkauft und nach dem Spiel kaum eins. Die Fans waren frustriert“, berichtete er am Dienstag in Frankenberg.

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft am Samstag aber Portugal mit 4:2 besiegte, seien deutlich mehr Deutschland-Fans gekommen und hätten Trikots gekauft. „Am Montag, dem ersten Tag, den wir nach dem Sieg geöffnet hatten, haben wir relativ viele Trikots verkauft“, sagt Kettschau.

Er erklärt sich die Kauf-Flaute so: „Public-Viewing kann dieses Jahr nicht stattfinden. Auch private Treffen fallen diesmal meist aus. Wofür braucht man dann ein Trikot, wenn es sowieso niemand sieht?“ Trotzdem ist Kettschau positiv gestimmt: „Zum Glück verkaufen wir nicht nur Fußball-Fanartikel. So können wir den Verlust in diesem Jahr mit anderen Artikeln wie Wanderutensilien oder Fahrradzubehör ausgleichen.“

Es träfe ja auch nicht nur sein Sportgeschäft: „Die ganze Fußball-Branche ist momentan auf einem niedrigen Niveau“, erklärt Jürgen Kettschau. Das sei aber einkalkulierbar gewesen. Schon während der Bundesligasaison sei es nicht so gut gelaufen wie sonst: „Normalerweise verkaufen wir in dieser Zeit 200 Trikots. In dieser Saison waren es nur 45“, bedauert Kettschau.

Trikots anderer Nationalmannschaften hat Intersport Kettschau nicht im Sortiment: Die Nachfrage sei auch hier zu niedrig. Trotzdem hängen im Geschäft diverse Flaggen europäischer Länder, sodass den Kunden wenigstens etwas EM-Stimmung vermittelt wird.

Verkauf lief eher schleppend

Auch andere Sportläden haben es in diesem Jahr nicht leicht. „Bedingt durch die durchwachsenen Leistungen der Nationalelf war der Verkauf der EM-Trikots vor der EM eher schleppend“, berichtet Volker Seipp von Sport Seipp im Einkaufszentrum Battenfeld. „Aber gerade durch sympathische Spieler wie Robin Gosens, der mit Leidenschaft für sein Land kämpft, hat der Verkauf jetzt angezogen. Wir von Sport Seipp hoffen natürlich, dass die Nationalmannschaft noch weit kommt bei der EM – mindestens ins Halbfinale.“

Das Dänische Bettenlager in Frankenberg hat ebenfalls eine kleine Auswahl an Fanartikeln in seinem Sortiment. „Die Artikel werden kaum gekauft. Das ist definitiv anders als in den vergangenen Jahren. Auch nach dem Portugal-Spiel ist es nicht besser gelaufen“, beschreibt eine Mitarbeiterin.

Von Clara Pinto

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