Kooperationsvertrag ist unterschrieben

Geriatrie: Kreiskrankenhaus wird Abteilung von Wehrda

Foto:  dpa

Frankenberg/Wehrda. Gemeinsam mit dem Diakonie-Krankenhaus Wehrda (bei Marburg) wird das Kreiskrankenhaus Frankenberg künftig eine geriatrische Abteilung mit 26 Betten betreiben, in der Alterskrankheiten behandelt werden.

Damit will die finanziell angeschlagene Klinik ihre Einnahmen deutlich steigern.

Den Kooperationsvertrag haben beide Häuser jetzt unterzeichnet. Die geriatrische Station in der Frankenberger Kreisklinik wird im Spätherbst dieses Jahres eröffnet, teilte das Kreiskrankenhaus am Freitag mit. Kosten: 1,4 Millionen Euro.

Zwischen 2013 und 2017 werden für das Kreiskrankenhaus Gesamtverluste von rund acht Mio. Euro angenommen, diese sollen größtenteils durch Erhöhung des Stammkapitals durch den Landkreis ausgeglichen werden, rund 1,3 Mio. durch Einsparungen. Ab 2017 will die Klinik wieder ohne Verlu7ste auskommen.

Nach den gescheiterten Verhandlungen mit dem Korbacher Stadtkrankenhaus hatte das Kreiskrankenhaus einen Partner gesucht und nun, fünf Wochen später, in Wehrda gefunden. „Die Verhandlungen mit den Kollegen aus dem Nachbarlandkreis sind konstruktiv und zügig vonstattengegangen, wir waren uns über die wesentlichen Vertragspunkte schnell einig“, sagte Ralf Schulz, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses.

Der Umbau sei in vollem Gange und liege im Zeit- und Kostenplan. „Wir haben bereits vor Monaten begonnen, die Kollegen fachlich intensiv fortzubilden, die auf dieser neuen Station eingesetzt werden sollen“, so Schulz. „In den nächsten Wochen werden wir noch zusätzliches Pflege- und therapeutisches Personal einstellen. Dann haben wir zum Starttermin die optimalen baulichen und personellen Voraussetzungen, um sofort einen hohen Qualitätsstandard bieten zu können.“

Da die über Monate dauernden Verhandlungen mit Korbach erfolglos waren, bestand für das Kreiskrankenhaus die Gefahr, dass die Mittelfristplanung nicht eingehalten werden konnte, sagte Schulz. „Das gesamte wirtschaftliche Konzept drohte zu scheitern.“ Denn die Geriatrie sei eine wesentliche Säule, die zur Sanierung der Kreisklinik beitragen werde. „Wir sind auf die Erlöse in diesem Bereich angewiesen“, so Schulz.

Ursprünglich war geplant, in der Kreisklinik eine Außenstelle der geriatrischen Abteilung des Stadtkrankenhauses Korbach einzurichten. Hintergrund ist der Hessische Krankenhausplan. Dort ist geregelt ist, dass in jedem Landkreis nur eine geriatrische Hauptabteilung ansässig sein soll - die jedoch Abteilungen in anderen Kliniken betreiben darf. „Dass wir nun mit Wehrda statt mit Korbach zusammenarbeiten, bedingt aber keine grundsätzliche Abkehr von den Kooperationen der beiden Häuser in Waldeck-Frankenberg“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende des Kreiskrankenhauses, Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Es bleibt bei der guten Zusammenarbeit mit Korbach.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.