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Geschichten von 1895 beim Frankenberger Stadtspaziergang

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Von: Gerhard Meiser

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Zusammen mit etlichen interessierten Gästen unternahmen Ulrike Ortwein und Marita Ellermann-Ochse bereits eine Generalprobe des Frankenberger ,,Stadtspaziergangs anno 1895‘‘. Das
Zusammen mit etlichen interessierten Gästen unternahmen Ulrike Ortwein und Marita Ellermann-Ochse bereits eine Generalprobe des Frankenberger ,,Stadtspaziergangs anno 1895‘‘. © Gerhard Meiser

Einen besonderen ,,Stadtspaziergang anno 1895’’ können Besucher und Einheimische ab Sonntag, 17. April, in der Frankenberger Altstadt erleben.

Frankenberg - Zwischen Rathaus und Burgberg wird ,,Mariechen’’, dargestellt von Ulrike Ortwein (,,Ich komme aus Frankenberg, meine Wurzeln liegen hier, ich fühle mich unheimlich wohl hier’’), den Gästen eine,,szenische Führung’’ mit Humor und Überraschungen präsentieren. Unterstützt wird Mariechen, Jahrgang 1835, dabei von ,,Katharina’’ (Marita Ellermann-Ochse).

,,Die Idee für den historischen Rundgang ist bei einer Weiterbildung für unsere Stadtführer entstanden’’, erklärt Jörg Näther von der Stadt Frankenberg. ,,Wir wollen die Stadtführungen noch interessanter machen.’’ Das Konzept für den historischen Stadtspaziergang hat Stadtführerin Ulrike Ortwein ausgearbeitet, die klassischen Rundgänge mit den Stadtführern gibt es aber auch weiterhin.

Historische Zeitreise

Die historische Zeitreise durch Frankenberg findet ,,anno 1895’’ statt: Die Stadt Frankenberg ist preußisch, es beginnt der Wandel vom Agrar- zum Industrieland. (,,Gott sei Dank sind die Misten schon abgeschafft.’’). Zu dieser Zeit eröffnet Kaiser Wilhelm II. den nach seinem Großvater benannten Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord-Ostsee-Kanal).

,,Bei dem Stadtspaziergang können die Besucher unser,Mariechen’ durch die Altstadt kurz vor der Jahrhundertwende begleiten’’, erklärt Jörg Näther. ,,Die Gäste können erleben, wie die Menschen damals gedacht und gelebt haben.’’ Was zudem nicht fehlt: Eine Prise Humor und auch kleine Überraschungen.

Vieles wird über das Frankenberg des Jahres 1895 bekannt, auch das Traurige. ,,Es gibt so viele Seuchen – beispielsweise Typhus –, und die jungen Leute wollen nach Amerika auswandern, weil es hier keine Arbeit gibt’’, erzählt das aufgewühlte Mariechen. Sie berichtet aber auch über die ,,ein bisschen moderne Stadt’’: ,,Früher sah man viel Fachwerk, aber inzwischen sind die meisten Häuser verputzt. Wir wollen uns ja von den Dörfern abheben.’’

Selbstverständlich nennt sie auch Zahlen und Fakten: ,,Wir werden immer weniger, es gibt nur noch 3000 Einwohner, 2000 sind evangelisch-lutherisch, 400 sind Reformierte, und es gibt auch 150 Katholiken.’’

Los geht es am Rathaus

Der Stadtspaziergang beginnt am Kump am Rathaus, führt über die Mädchenschule zum Burgberg, zur Marienkapelle, zur Hospitalkirche und zurück in die Rathausschirn. Die Theaterführung von etwa zwei Kilometern dauert rund anderthalb Stunden. Unter anderem berichtet ,,Katharina’’ von der neuen Eisenbahnstrecke und dem Bahnhof und auch über die Firma ,,Thonet’’: ,,Und dann kam ein Mann, der heißt Thonet, hat für 800 Mark den Kasseler Acker gekauft und will dort eine Fabrik bauen. Der will Stühle aus gebogenem Buchenholz bauen. Das braucht doch kein Mensch’’, erzählt ,,Katharina’’ empört.  

Die weiteren Termine

Die weiteren Termine der Stadtspaziergänge: 1. Mai, 15. Mai, 29. Mai, 12. Juni, 26. Juni, 10. Juli, 24. Juli, 7. August, 30. August, 11. September und 25. September. Der Start erfolgt jeweils um 14.30 Uhr am historischen Rathaus am Obermarkt. Der Preis pro Person beträgt zehn Euro. Gruppen ab 15 Personen bezahlen 120 Euro. Weitere Infos und Anmeldung: Ederbergland Touristik, Untermarkt 12, 35066 Frankenberg. Tel. 06451 717672. E-Mail: info@ederbergland-touristik.de. mjx

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