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Gewerbegebiet statt Stadion? Firmen in Frankenberg brauchen mehr Platz

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Von: Gerhard Meiser

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Unser Drohnenfoto zeigt links das bestehende Gewerbegebiet und rechts das Sportgelände mit Fußballplätzen und Stadion
Unser Drohnenfoto zeigt links das bestehende Gewerbegebiet und rechts das Sportgelände mit Fußballplätzen und Stadion. © Paulus, Jörg

Wird das Sportgelände mit dem Stadion in Frankenberg ein Gewerbegebiet? Die Stadtverordneten haben dazu einen ersten Beschluss gefasst.

Frankenberg – Die Frankenberger Stadtverordneten haben in ihrer jüngsten Sitzung die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet „In der Aue III“ und eine Änderung des Bebauungsplans „Auf den Weiden“ in Frankenberg beschlossen. Durch den Beschluss wurde ein weiterer Schritt in die Wege geleitet, den im westlichen Stadtgebiet ansässigen Industriebetrieben im Bereich Siegener Straße/Auestraße in den nächsten Jahren Erweiterungsmöglichkeiten bieten zu können. Die Bauleitplanung erfordert zunächst aber eine Umweltprüfung, auch die Träger öffentlicher Belange müssen angehört werden.

Bereits im April hatten die Stadtverordneten, wie berichtet, einen Grundsatzbeschluss „zur Schaffung gewerblicher Ergänzungsflächen im Gewerbegebiet In der Aue“ gefasst, „um den vorhandenen Gewerbe- und Industriestandort weiter zu stärken und langfristig als wichtigen Wirtschaftsfaktor verbunden mit der Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen zu sichern“, wie es in der aktuellen Beschlussvorlage heißt. Die Stadt Frankenberg sehe sich „stetig mit Anfragen ortsansässiger Unternehmen konfrontiert, die aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation eine betriebliche Erweiterung planen“.

Das Problem: Auf dem für die Erweiterung vorgesehenen 7,1 Hektar großen Areal befinden sich neben landwirtschaftlichen Flächen auch die Sportanlagen des TSV Frankenberg mit Fußballplätzen, Stadion und Sportlerheim. Das war auch Thema in der Parlamentssitzung im Dorfgemeinschaftshaus Röddenau.

Freie Wähler: „Ansonsten werden wir die Zustimmung verweigern“

Matthias Armand (Freie Wähler) sagte zum Beispiel: „Es geht jetzt nur darum festzustellen, ob es möglich ist, auf diesem Gelände ein Industriegebiet zu entwickeln. Deshalb können wir den Beschluss mittragen.“ Sollte es irgendwann aber um das Baurecht gehen, werde seine Fraktion nur zustimmen, „wenn vorher das Sportgelände an anderer Stelle neu erstellt wurde“, machte Armand deutlich. „Ansonsten werden wir die Zustimmung verweigern“.

„Wir unterstützen die Zielsetzung, dass für die ortsansässigen Firmen Raum für Erweiterungen geschaffen werden soll“, sagte auch Hubert Hecker (FDP). „Es wäre schlimm, wenn expandierende Unternehmen in andere Gemeinden ausweichen müssten, weil wir die notwendigen Flächen nicht bereitstellen können.“ Auch Hecker appellierte daran, zunächst eine Ausweichfläche für die Sportler zu finden. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass das geplante Gewerbegebiet überwiegend im Überschwemmungsgebiet der Eder liegt.

Machbarkeitsstudie für Stadion-Standort in Frankenberg

„Es muss erst geprüft werden, ob das Sportgelände überhaupt als Industriegebiet möglich ist. Alles andere macht keinen Sinn“, sagte Uwe Patzer (Grüne). Es sei „der richtige Weg“, erst danach eine Fläche für den Sport zu suchen. Diese Suche nach einem neuen Standort für den Sport werde allerdings nicht leicht sein, sagte Patzer. Sein klares Statement: „Wir werden das vorgesehene Industriegelände erst dann entwickeln, wenn wir eine vernünftige Lösung für eine entsprechende Sportstätte haben.“

In der Beschlussvorlage heißt es über das Sportgelände, dass „im Rahmen einer separaten Machbarkeitsstudie eine Standortalternative gefunden und auf Eignung geprüft werden“ soll.

Bei zwei Enthaltungen wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung bezüglich der Aufstellung bzw. Änderung des Bebauungsplans einstimmig verabschiedet. „Erst wenn wir die Sicherheit haben, dass wir das Industriegebiet hinbekommen, wird parallel ein Sportgelände erschlossen. Dafür muss Rechtssicherheit bestehen“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß der HNA. Bis eine entsprechende Klarheit bestehe, rechnet der Bürgermeister in etwa mit einer Dauer von fünf Jahren. 

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