Wasserinitiative

Gülletourismus und hohe Nitratwerte bereiten Menschen in Frankenberg Sorgen

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Kostbares Gut Wasser: Zur Vorstellung ihrer neu gegründeten „Wasserinitiative Waldeck-Frankenberg“ in Frankenberg hatten die Gründungsmitglieder Proben ihres Trinkwassers mitgebracht. Mit einer Expertenanhörung, Diskussion und Theater wollen sie am 16. Januar in der Kulturhalle Frankenberg die Öffentlichkeit über den Gefährdungen des Wassers im Kreis informieren.

Frankenberg – Erhöhte Nitratwerte in Grundwasserbereichen von Waldeck-Frankenberg, zunehmender Gülletourismus in die Region, Exporte von Burgwaldwasser ins Rhein-Main-Gebiet: Es gibt für die immer kostbarer werdende Lebensgrundlage Wasser viele Gefahren, die der neu gegründeten „Wasserinitiative Waldeck-Frankenberg“ Sorgen bereiten.

Frankenberg – Erhöhte Nitratwerte in Grundwasserbereichen von Waldeck-Frankenberg, zunehmender Gülletourismus in die Region, Exporte von Burgwaldwasser ins Rhein-Main-Gebiet: Es gibt für die immer kostbarer werdende Lebensgrundlage Wasser viele Gefahren, die der neu gegründeten „Wasserinitiative Waldeck-Frankenberg“ Sorgen bereiten. Deshalb will sie nun an die Öffentlichkeit gehen. Geplant ist eine erste große Informationsveranstaltung mit Experten am Donnerstag, 16. Januar, ab 18.30 Uhr in der Frankenberger Kulturhalle.

Unter dem Motto „Es geht ums Wasser“ werden an diesem Abend Dr. Daniel Petry (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches Bonn), Andreas Grede (Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen) und Dr. Hans Otto Wack (Schutzgemeinschaft Vogelsberg) sprechen. Eingeladen sind alle interessierten Bürger, Körperschaften und Verbände. „Betrachten Sie mit uns die Grundwassersituation im Landkreis Waldeck-Frankenberg als Zeitzeugen“, heißt es in der Einladung zu der Veranstaltung, bei der auch die Theater-AG der Edertalschule mitwirken wird.

Bereits seit einem Jahr beschäftigen sich einige Menschen mit der Beschaffenheit des Wassers in der Region, unter ihnen auch Landwirtinnen und Vertreter der Naturschutzverbände aus dem Landkreis und dem Burgwaldgebiet, um für den Schutz der bedrohten Naturressource Wasser zu kämpfen. Vor der Presse stellten sie sich jetzt in Frankenberg vor und betonten dabei: „Es soll der Beginn eines Dialogs sein. Wir wollen keine Stimmung machen, sondern wollen aufklären und informieren, wie prekär die Lage mit dem Wasser in unserer Natur ist.“

Einige Vertreterinnen der neuen Wasserinitiative erläuterten dabei, warum sie sich für Naturressource einsetzen wollen. „Ausgangspunkt meines Engagements war die zunehmend zu beobachtenden Gülleimporte in unsere Region“, erklärte Tina Kansy (Frankenau). „Recherchen ergaben dann, dass einerseits etliche Brunnen im Landkreis zu hohe Nitratwerte aufweisen, andererseits Behörden keine Auskünfte über die Mengen importierter Gülle machen können. Ich kann nicht mehr mit ansehen, wie wir auf Kosten der nächsten Generation leben, auch in Bezug auf unser Trinkwasser.“

„Jeder ist für das Wasser verantwortlich“, erklärte die Biolandwirtin Tanja Schnell (Neukirchen). Jeder müsse seinen Beitrag leisten, „unser wichtigstes Gut für kommende Generationen zu schützen, zu verteidigen und entsprechend zu behandeln.“

Landwirtin Judith Garthe-Metz (Ellershausen) ist der Initiative beigetreten, „weil ich meinen Berufskollegen vermitteln möchte, dass wir die Opfermentalität ablagen müssen.“ Und sie appellierte: „Ich wünsche mir, dass wir nicht irgendwelchen Parolen hinterherlaufen, sondern wieder selbst anfangen zu denken: Wo stehen wir, wo wollen wir hin, egal ob Bio oder konventionell.“

Die Mellnauerin Ingrid Feike beobachtet den „Raubbau mit der Natur, den Tieren und den Menschen“. Wasser als Grundlage des Lebens werde auf der Erde spürbar weniger und unbrauchbarer. „Ich stehe dafür auf, dass wir auf unser Wasser aufpassen und Wasser nicht immer mehr zum Handelsgut einzelner wird“, sagte sie.

Die Transporte von Gülle aus anderen Bundesländern nach Hessen bewegt auch Stefanie Oberlies (Rengershausen). Bei einer Veranstaltung zur Bürgermeisterwahl in Lichtenfels beobachtete sie, dass angesichts erhöhter Nitratwerte in derzeit noch genutzten Brunnen die Aufbereitung von Nuhne- oder Ederwasser in Trinkwasser diskutiert werde.

„Bei unserer Informationsveranstaltung am 16. Januar geht es um Transparenz. Vielen Menschen hier im Landkreis sind die Zustände des Wassers nicht bekannt. Wir haben beim Wasser keine heile Welt mehr“, erklärte die Fachagrarwirtin. 

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