Heimathistoriker Völker erhielt Bundesverdienstkreuz

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Nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes: Der geehrte Karl-Hermann Völker (vorne mit Ehefrau Margot) und die Ehrungsredner (hinten von links) Landrat Dr. Reinhard Kubat, Dekanin Petra Hegmann, Ruth Piro-Klein (Geschichtsverein Frankenberg), Bürgermeister Lothar Koch (Burgwald), Pfarrer i.R. Leo von Busse, Dr. Dirk Richhardt (Hessischer Geschichtsverein), Bürgermeister Rüdiger Heß (Frankenberg) und Prof. Dr. Hanno Schmitt am Kreisheimatmuseum Frankenberg, in dem die Feier stattfand.

Frankenberg. Landrat Dr. Reinhard Kubat hat dem Wiesenfelder Karl-Hermann Völker das Bundesverdienstkreuz am Band überreicht.

Als Karl-Hermann Völker erfuhr, dass er das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten sollte, war seine Reaktion vielfältig. Von „überrascht, über erschrocken und erfreut bis beschämt - weil andere die Ehrung viel eher verdient hätten“ , beschrieb sie der 72-jährige Rektor a. A., nachdem Landrat Dr. Reinhard Kubat ihm die Auszeichnung verliehen hatte.

„He verdient’s“ - auf Hochdeutsch „er verdient es“ - mit diesen Worten hatte die HNA-Mundart-Kolumnistin Anna den Heimathistoriker, langjährigen Vorsitzenden des Frankenberger Geschichtsvereins und Kommunalpolitiker, der im gesamten Landkreis bekannt ist, schon 2004 für die Auszeichnung vorgeschlagen. Der Burgwalder Bürgermeister Lothar Koch war der gleichen Meinung und beantragte die Verleihung. Mit „Respekt und Anerkennung für einen wunderbaren Menschen, der sich 50 Jahre in unterschiedlichsten Tätigkeiten engagiert hat“, übergab Kubat das Bundesverdienstkreuz am Samstag. „Bescheiden, hoch intelligent und von außergewöhnlichem sozialem Verständnis“, beschrieb er den Geehrten.

Der Heimathistoriker

Als Heimathistoriker stelle Völker eine unverzichtbare Größe in der regionalen Heimat- und Geschichtsforschung dar. Dem pflichtete auch Prof. Dr. Hanno Schmitt, ehemaliger Mitschüler an der Edertalschule und emeritierter Professor für Geschichte des Erziehungs- und Bildungswesens, bei: „Du hast die Erinnerungskultur in der Region gefördert, ohne dich gebe es sie so nicht“, sagt er und nannte als Beispiel, dass Völker 1976 zusammen mit Zeitzeugen die 1942 erfolgte Hinrichtung an sechs polnischen Zwangsarbeitern durch Gestapo- und SS-Leute bei Herzhausen öffentlich machte, die bis dahin verdrängt wurde.

Dass Völker geschichtliche Ereignisse in Zeitungsartikeln interessant und leicht verständlich darstellen kann, das erleben HNA-Leser seit vielen Jahrzehnten. Seit 1959 ist Völker freier Mitarbeiter der HNA, seit 1976 betreut er ununterbrochen die Geschichtsserie „Blick zurück“.

Der Kommunalpolitiker

Sein zweites großes Betätigungsfeld war die Kommunalpolitik, in der der Sozialdemokrat 32 Jahre aktiv war: Durch sein „besonnenes und ausgleichendes Wesen“ erfreue er sich in Politik und Bevölkerung großer Wertschätzung, sagte Bürgermeister Koch.

Der Organist

Völkers Engagement für die Kirche und Kirchenmusik würdigte Dekanin Petra Hegmann. Und zum Abschluss segnete Pfarrer i. R. Leo von Busse - einst Nachfolger von Völkers Vater Rudolf als Pfarrer in Viermünden - den Geehrten für sein weiteres Tun. Karl-Hermann Völker hatte als Organist viele seiner Gottesdienste begleitet.

Die rund 50 Gäste - vor allem Weggefährten des Geehrten - zollten ihm langanhaltenden Beifall. Völker dankte dem Geschichtsverein der die Feier im Kreisheimatmuseum ausgerichtet hatte, und seiner Ehefrau Margot, die kritisch, konstruktiv und geduldig sein Engagement begleite.

Auf welch große Anerkennung die Auszeichung stieß, lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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