Schnee schaufeln statt Skifahren

HNA-Mitarbeiterin Jutta Ochs kämpft in Österreich mit den Schneemassen

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Schnee-Chaos in Österreich: HNA-Mitarbeiterin Jutta Ochs versucht im tief verschneiten Silbertal, das Auto von den Schneemassen zu befreien.

Frankenberg/Silbertal –Schnee, Schnee, Schnee: In Massen ist die weiße Pracht in Österreich gefallen und bedeckt das ganze Nachbarland meterhoch. Wir sind mittendrin, eigentlich im Skiurlaub in Silbertal in Vorarlberg, ganz im Westen Österreichs. Wir, das ist eine Skigruppe von acht Freunden aus Gemünden und Frankenberg.

Skifahren ist derzeit nicht drin. Kaum eine Piste ist offen, die Sicht war in den letzten Tagen sehr gering oder gar nicht vorhanden. Im Nebel Ski zu fahren, macht keinen Spaß und ist gefährlich. Die Pisten können gar nicht so schnell präpariert werden, wie der Schnee fällt. Doch der Wetterbericht macht Hoffnung auf einen schönen Skitag am Freitag. Sogar ein wenig Sonnenschein ist vorhergesagt.

Die Straßen sind mit einer geschlossenen Schneedecke überzogen. Mit dem Auto unterwegs zu sein, ist kein Vergnügen. Ohne Schneeketten geht gar nichts. Auch für Allradfahrzeuge. Zu unserer Ferienwohnung, die auf knapp 1000 Metern Höhe liegt, führt eine steile, einspurige Straße über mehrere Serpentinen. Drei Kehren sind auf der knapp einen Kilometer langen Strecke vom Dorf bis zur Ferienwohnung am Berg zu passieren. Der Blick vom Balkon des Hauses ist traumhaft – jedenfalls dann, wenn mal die Sonne scheint.

Mehr als ein Meter Schnee ist gefallen, seitdem wir in Silbertal sind. Ins Tal kommen wir nur, wenn ein Traktor mit Schneeschild die Straße geräumt hat. Dann müssen wir die Gunst der Stunde nutzen, um einkaufen zu fahren. Sonst ist die Straße unpassierbar.

Viele Skigebiete können wir nicht erreichen. Die Straße in Richtung Gargellen ist wegen Lawinengefahr gesperrt. Wie überall in Vorarlberg herrscht die zweithöchste Stufe 4 des Warnsystems.

Der Sturm pfeift mit Windstärke von 7 bis 8 um die Ecken und lässt den in Massen fallenden Schnee zu einem Peeling auf der Haut werden. Schneewarnungen nehmen kein Ende. „Selbst an den Steilhängen zum Tal könnten Lawinen losgetreten werden“, warnt uns Manfred, der Hauseigentümer und Vermieter, immer wieder. Er ist täglich mehrmals mit der Schneefräse unterwegs.

Wenn wir mal hinaus in den Schnee gehen, fällt der eine oder andere unvermittelt auf den Allerwertesten. Denn unter dem Pulverschnee ist Glatteis.

So bleiben wir derzeit meistens in unserer Ferienwohnung und spielen Kniffel oder Mau-Mau. An Lebensmitteln mangelt es uns nicht. Und wir haben ein gutes Dach über dem Kopf.

Wir haben die Hoffnung, am Samstag wieder gut nach Hause zu kommen. Die Schneeketten sind schon aufgezogen.

VON JUTTA OCHS

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