Wegen Brandstiftung vor Gericht

Frankenberger Land: Angeklagte zündete Papierlampe an und löste hohen Schaden aus

Das Symboldbild zeigt die Front eines Feuerwehr-Fahrzeugs im Einsatz.
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Rund 100 000 Euro waren bei einem Brand im Frankenberger Land entstanden. Hier ein Symbolbild-

Wegen schwerer Brandstiftung im Frankenberger Land stand eine Frau in Marburg vor Gericht. Aufgrund ihrer drogenbedingter Psychose ging das Gericht dann von fahrlässiger Brandstiftung aus.

Marburg/ Frankenberg – Eigentlich wollte eine Frau aus dem Frankenberger Land ihrem Lebensgefährten nur einen Schrecken einjagen, als sie in der gemeinsamen Wohnung mit dem Feuerzeug eine Deckenlampe aus Papier anzündete. Mit dem Ergebnis hatte sie nicht gerechnet: Ein vollständig ausgebranntes Schlafzimmer und mehr als 100 000 Euro Sachschaden.

Sein juristisches Nachspiel fand der Vorfall vom Silvestermorgen des Jahres 2018 nun vor dem Marburger Amtsgericht, wo die 36-Jährige gestand, die lampionähnliche Lampe angesteckt zu haben. Während eines Streits habe sie lediglich die Aufmerksamkeit des Mannes erregen wollen, berichtete sie.

„Ich habe mir nichts dabei gedacht, nur da kommt ein bisschen Asche herunter und das war´s“, beteuerte sie. Aus diesem Grund habe sie den Raum nach dem Zündeln auch verlassen.

Und dann nahm das Unheil seinen Lauf: Unter der Lampe stand nämlich ein Sessel, der sich ebenfalls entzündete und von dem das Feuer sich weiter ausbreitete.

Alles sei verqualmt gewesen, ihr Freund habe auch nichts ausrichten können und sie habe noch schnell versucht, ihre acht Katzen aus der Wohnung zu treiben, bevor sie bei den Nachbarn Hilfe holte, schilderte die Angeklagte während der Gerichtsverhandlung. Ein Tier starb in den Flammen.

Zu der Zeit habe sie sehr viele Drogen genommen, auch an besagtem Tag, so die Angeklagte. „Wir waren schon ziemlich quer“, sagte sie über sich und ihren Lebensgefährten. Inzwischen habe sie aber erfolgreich eine Therapie absolviert und besuche immer noch Beratungsgespräche.

Vom Vorwurf der schweren Brandstiftung, die ursprünglich angeklagt war, gingen am Ende alle Verfahrensbeteiligten nicht mehr aus, auch wegen des Gutachtens der psychiatrischen Sachverständigen Petra Bauer. Die bescheinigte der Frau neben drogenbedingten Psychosen eine Borderline-Persönlichkeitsstörung. Und diese bedinge emotional bedingte Taten, ohne über die Folgen nachzudenken. Wegen der Erkrankung sei die Angeklagte zudem nur vermindert schuldfähig, ihre Steuerungsfähigkeit sei stark eingeschränkt gewesen

Das Marburger Schöffengericht beließ es letztlich bei einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen á fünf Euro wegen fahrlässiger Brandstiftung.

„Auch ein bedingter Vorsatz liegt nicht vor“, erläuterte der Vorsitzende Richter Thomas Rohner. Denn dafür hätte die Angeklagte zumindest billigend in Kauf nehmen müssen, dass die Wohnung ausbrennt und auch andere Menschen in Gefahr kommen. „Aber daran hat sie wegen ihrer Krankheit in dem emotionalen Moment überhaupt nicht gedacht“, sagte der Richter.

Weil alle Beteiligten Rechtsmittelverzicht erklärten, ist das Urteil nun rechtskräftig.   (Heiko Krause)

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