Zelte werden durch Holzhäuser ersetzt

Marburger Erstaufnahmeeinrichtung soll winterfest werden

Marburg. In den kommenden Wochen soll die Marburger Zeltstadt für Flüchtlinge durch winterfeste Holzhäuser ersetzt werden. Das berichtete Oberbürgermeister Egon Vaupel vor dem Sozialausschuss der Stadt.

Damit wird Marburg zu einer dauerhaften Außenstelle der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen. War die Zeltstadt zunächst für 500 Flüchtlinge geplant, so leben dort aktuell mehr als 640 Menschen.

In den winterfesten Unterkünften können maximal 860 Flüchtlinge wohnen. „Man kann eine Erstaufnahmeeinrichtung in Zelten über die Wintermonate nicht menschenwürdig weiterführen“, betonte Vaupel. Zudem solle es in Zukunft ein Mindestmaß an Privatsphäre vor allem für Frauen und Familien geben.

Das neue Camp entsteht auf der gleichen Fläche wie die Zeltstadt auf dem alten Sportplatz an der Umgehungsstraße in Marburg-Cappel. Anstelle der Großzelte werden zweigeschossige Holzhäuser mit Zimmern von 26 Quadratmetern gebaut.

Geplant ist, vier Leute pro Zimmer unterzubringen. In Notzeiten finden aber bis zu acht Menschen Platz. Die Holzhäuser sollen so angeordnet werden, dass eine Art Dorfmittelpunkt entsteht. Vaupel hofft, dass dadurch keine Lagermentalität aufkommt.

Die Unterkünfte werden von einem heimischen Unternehmen gebaut - dafür hat der Oberbürgermeister eine Zusage des Hessischen Finanzministeriums erhalten. Das erste Gebäude soll in vier bis sechs Wochen stehen.

Die Stadt hat in der Nähe des Camps eine soziale Anlaufstelle für die Flüchtlinge mit Kinderbetreuung, Sprachunterricht, Alltagstraining und Infohotline als Treffpunkt eingerichtet.

Das bereits mehrfach ausgeweitete Angebot wird von Hunderten von Marburger Bürgern getragen. Bisher beteiligten sich bereits 750 Marburger in ihrer Freizeit an der Unterstützung der Flüchtlinge. (zgc)

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