Hospiz in MVZ-Gebäude: Kreistag stimmt für Verkauf

Waldeck-Frankenberg. Der Kreistag mit einer Stimme: Alle Fraktionen haben den Verkauf des MVZ-Gebäudes in Frankenberg mitgetragen. Dort soll das stationäre Hospiz eingerichtet werden.

Einstimmig hat der Waldeck-Frankenberger Kreistag den Verkauf des MVZ-Gebäudes „Bei der Ledermühle“ in Frankenberg beschlossen. Für knapp 895.000 Euro geht das seit Anfang des Jahres ungenutzte Haus an das Internationale Bildungs- und Sozialwerk, das dort ein stationäres Hospiz einrichten und dauerhaft betreiben will. Laut Beschluss wird der Vermögensverlust zwischen Buchwert und Verkaufserlös (mehr als 252.000 Euro) gegenüber der Kreiskrankenhaus Frankenberg gGmbH ausgeglichen.

Alle Fraktionen trugen in der Sitzung am Mittwoch den Verkauf mit und begrüßten die Einrichtung des Hospizes. Als zwingend erforderlich bezeichnete es SPD-Kreistagsabgeordneter Harald Plünnecke, dass im Kreis eine Hospizversorgung geschaffen wird. Plünnecke: „Und mit dem heute zum Verkauf stehenden Gebäude in Frankenberg bietet sich das idealerweise an.“

Bedarf für zweites Hospiz

Zu dem von Herbert Kuhaupt zurückgezogenen Spendenangebot über hunderttausende Euro für ein Hospiz in Korbach  erklärte Plünnecke, man werde und dürfe sich dennoch nicht davor verschließen, die Einrichtung eines weiteren Hospizes zu unterstützen. Vom Bedarf sei er überzeugt, meinte der Sozialdemokrat.

Armin Schwarz (CDU) kritisierte, die Kreisspitze habe in der Angelegenheit eine ordentliche Planung und seriöse Grundlagen vermissen lassen. Die knapp 900.000 Euro seien als „Quersubventionierung des Kreiskrankenhauses“ zu sehen. Dennoch sprach der Christdemokrat von „einem guten Tag für die Bürger in Waldeck-Frankenberg“ und dankte Prof. Heinrich Schnatmann, dem Geschäftsführer des Internationalen Sozial- und Bildungswerkes, dafür, sein Wort gehalten zu haben.

CDU zieht Antrag zurück

Den eingebrachten Änderungsantrag, wonach der MVZ-Verkauf erst dann über die Bühne gehen solle, wenn per Organisations- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung geklärt sei, wie dort ein Hospiz auf Dauer zu betreiben und die Immobilie dafür geeignet sei, zog die CDU-Fraktion in der Kreistagssitzung selbst wieder zurück.

„Es geht darum, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen“, begrüßte FDP-Fraktionschef Dieter Schütz den MVZ-Verkauf und die Hospiz-Einrichtung. Zunächst einmal gehe es um den Verkauf des Gebäudes, stellte indes Landrat Dr. Reinhard Kubat zu der Beschlussfassung dar. Er freue sich jedoch bereits über das zustimmende Meinungsbild der Kreistagsabgeordneten zur Einrichtung eines Hospizes. „Ich bin sehr sehr froh, dass es gelungen ist, mit dem Bildungs- und Sozialwerk einen seriösen Partner gefunden zu haben“, sagte Kubat. (aha)

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