Er wollte 800.000 Euro spenden

Hospiz-Spende: Kuhaupt von Landrat Kubat enttäuscht

Korbach/Frankenberg. Kritik äußert der Korbacher Herbert Kuhaupt, der viel Geld für ein Hospiz spenden wollte. Der 88-Jährige fühlt sich "für politische Ränkespiele missbraucht“.

„Menschlich tief enttäuscht“ ist Herbert Kuhaupt von Landrat Dr. Reinhard Kubat. Der Korbacher hat am Freitag auf den HNA-Bericht am Donnerstag über die Vertragsunterzeichnung für das stationäre Hospiz in Frankenberg reagiert. „Darin werden die Tatsachen auf den Kopf gestellt. Ich habe den Eindruck, dass ich für politische Ränkespiele missbraucht werde“, kritisierte Herbert Kuhaupt.

Jahrelang habe es kontroverse Diskussionen über den Standort einer Hospiz-Einrichtung im Kreis gegeben. Erst als er den Bau in seiner Heimatstadt auf eigene Kosten habe finanzieren wollen, sei plötzlich alles ganz schnell gegangen, meinte der 88-jährige Architekt aus Korbach. So beschloss der Kreistag, das leer stehende ehemalige Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Frankenberg als stationäres Hospiz zu nutzen. Träger soll das Internationale Bildungs- und Sozialwerk (Iserlohn) sein.

HerbertKuhaupt

Nach dieser Entscheidung habe er sein Angebot einer Spende in Höhe von etwa 800.000 Euro zurückgezogen, betonte Kuhaupt. Denn seine einzige Bedingung, das Hospiz in Korbach zu errichten, sei damit hinfällig gewesen. Nach Kuhaupts Angaben hatte Prof. Schnatmann, der Leiter des Sozialwerks, ihm am Telefon mitgeteilt, dass es einen geschätzten Bedarf von sechs Hospizplätzen im Kreis gebe. In Frankenberg seien nun sogar acht Plätze vorgesehen. Kuhaupt: „Ein weiteres Hospiz in Korbach ist nach Meinung zahlreicher befragter Fachleute völlig unrealistisch.“

Im „einvernehmlichen Gespräch“ habe er Landrat Kubat seine Entscheidung über den Rückzug der Spende mitgeteilt, berichtete Kuhaupt. Nun müsse er lesen, dass er sich nicht mehr beim Landrat gemeldet habe. Zudem habe es sich bei seinem Angebot nicht um die genannte Größenordnung von mehreren hunderttausend Euro gehandelt, werde Kubat zitiert. „Das ist ungeheuerlich. Offenbar ist dem Verwaltungschef auf dem Weg zur Wiederwahl jedes Mittel recht, diese Geldverschwendung zu rechtfertigen“, ärgert sich Kuhaupt.

Wegen des öffentlichen Echos 

„Ein guter Kaufmann hätte die Spende sicher nicht ausgeschlagen.“ Und das MVZ-Gebäude ließe sich auch anderweitig verkaufen, meinte Kuhaupt. Eigentlich habe er sich an den Diskussionen zum Thema nicht mehr beteiligen wollen. „Nur wegen des öffentlichen Echos auf das von vielen kritisierte Verhalten des Landrats habe ich mich anders entschieden.“ (nh/aha)

Rubriklistenbild: © dpa

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