250 Beschäftigte

Hunderte forderten mehr Gehalt: IG Metall erhöht den Druck

Frankenberg. Erneut knapp 250 Beschäftigte der Firmen Hettich, Hasenclever sowie Frank Walz- und Schmiedetechnik nahmen laut Schätzung der Polizei am Freitag an einem Warnstreik der IG Metall in Frankenberg teil. Laut Gewerkschaft waren es sogar 400 Teilnehmer.

 „Immer wenn wir unseren gerechten Anteil fordern, dann malen die Arbeitgeber schwarze Wolken“, rief Oliver Dietzel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, den knapp 250 streikenden Arbeitnehmern aus der Metall- und Elektroindustrie zu. Die Gewerkschaft hatte am Freitag zu dem vierstündigen Warnstreik in Frankenberg aufgerufen, um den Druck auf die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen zu erhöhen. Mitarbeiter von Hasenclever (Battenberg), Hettich (Frankenberg), Frank Walz- und Schmiedetechnik (Reddighausen) sowie aus der Holz- und Kunststoffindustrie von Thonet (Frankenberg) und Osborn (Burgwald) folgten dem Aufruf.

Auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und Arbeitgebern war am Dienstag ergebnislos geblieben. Nur Millimeter habe man sich in den Verhandlungen bewegt, sagte der für den Landkreis zuständige IG-Metall-Sekretär Lutz Geydan.

Konkret geht es in den Verhandlungen um die Forderungen der Gewerkschaft nach einer Lohnerhöhung von sechs Prozent sowie die Möglichkeit, die wöchentliche Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden zu reduzieren. Arbeitnehmer, die diese Option nutzen, um familiären Verpflichtungen nachzukommen, sollen außerdem ab einer Verkürzung von 3,5 Stunden pro Woche einen Zuschuss von 200 Euro im Monat erhalten, so die IG Metall.

Das bisherige Angebot der Arbeitgeber sah dagegen nur eine Lohnerhöhung von zwei Prozent und eine Einmal-Zahlung von 200 Euro vor. Die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit wurde ausgeschlossen. Eine sechsprozentige Lohnerhöhung würde langfristig den Standort gefährden, sagte Christoph Hentzen, kaufmännischer Geschäftsführer von Hasenclever. Etwa 80 Beschäftige der Firma nahmen an dem Warnstreik teil. Hasenclever stehe vor großen Herausforderungen, die in Zukunft gigantische Investitionen erfordern, sagte Hentzen.

Am 24. Januar gehen die Tarifverhandlungen in die vierte Runde. Falls diese keine Einigung bringen, sei man auch zu 24-Stunden-Warnstreiks oder unbefristeten Streiks bereit, so Oliver Dietzel.

Rubriklistenbild: © Maik Zeisberg

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