Wie der Einzelhandel mit dem erneuten Lockdown umgeht

Ideen im Lockdown: Frankenberger Kaufleute empfehlen Gutscheine

Gutscheine: Darauf machen für die Zeit des Lockdowns Wilhelm Finger (links) und Dr. Johannes Benner vom Kaufmännischen Verein Frankenberg aufmerksam.
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Gutscheine: Darauf machen für die Zeit des Lockdowns Wilhelm Finger (links) und Dr. Johannes Benner vom Kaufmännischen Verein Frankenberg aufmerksam.

Wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen gilt seit Mittwoch wieder ein harter Lockdown für den Einzelhandel. Das heißt, die Geschäfte bleiben geschlossen. Ausnahmen gelten zum Beispiel für Supermärkte, Drogerien, Banken und Tankstellen.

Frankenberg/Battenfeld – Wie geht der Einzelhandel im Endspurt des Weihnachtsgeschäftes mit der neuen Situation um? Darüber haben wir mit heimischen Kaufleuten gesprochen.

Geschenkgutscheine, Abholservice und auch Lieferservice: Mit kreativen Maßnahmen haben die Mitgliedsbetriebe des Kaufmännischen Vereins Frankenberg auf den seit Mittwoch geltenden Lockdown reagiert. „Damit wollen wir die Umsatzeinbußen etwas abfedern und zumindest noch etwas von dieser Zeit profitieren“, sagt Dr. Johannes Benner, der stellvertretende Vorsitzende der Frankenberger Kaufleute.

„Kauft Gutscheine“, appelliert Benner an die Kunden. Vor allem für Unentschlossene seien die Einkaufsgutscheine das richtige Weihnachtsgeschenk. Es gibt sie zu 10, 20, 25 und 50 Euro.

Benner weist zum einen darauf hin, dass die Gutscheine noch bis „auf den letzten Drücker“ am Donnerstag, 24. Dezember, 13 Uhr, in seiner Eder-Apotheke in der Bahnhofstraße oder bei der Sparkasse in der Uferstraße in Frankenberg gekauft werden können. Und zum anderen: „Die Gutscheine können in allen Mitgliedsbetrieben des Kaufmännischen Vereins eingelöst werden.“ Die beteiligten Betriebe seien auf der Rückseite der Gutscheine aufgelistet.

„Der Einzelhandel steckt wegen der Coronakrise in einer sehr schwierigen Situation. Seit dem zweiten Lockdown stehen die Händler mit dem Rücken zur Wand“, sagt Apotheker Benner. Dabei erinnert er daran, dass der Einzelhandel schon beim Lockdown im Frühjahr schwer getroffen worden sei, jetzt falle die Schließung zudem mitten in das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft. „Deshalb sollten die Frankenberger die heimischen Betriebe unterstützen – und nicht amerikanische Online-Versandhändler.“

Nachfragen am ersten Lockdown-Tag

In der Frankenberger Fußgängerzone hatte Petra Schmalhorst vom „Haus der Geschenke“ am Mittwochvormittag schon allerhand damit zu tun, Bestellungen telefonisch entgegenzunehmen und E-Mails zu beantworten. „Das kann bald aber schon ganz anders aussehen“, gibt sie zu bedenken. Sie freue sich über „jedes Feedback und jede Bewegung“ der Kunden. Es gelte, Frankenberg als Einkaufsstadt attraktiv zu halten, da daran auch der Verbleib vieler Firmen in der Region hänge, die ihren Mitarbeitern ein gutes Umfeld bieten möchten.

Ein Türschild mit Hinweis auf Lieferdienst und Abholservice hatte Petra Schmalhorst bis Mittag noch nicht angebracht. Doch eine Abholung sei bei ihr unter Berücksichtigung des Hygieneschutzes ab sofort möglich. Nach Absprache mit den Kunden bietet sie auch einen Lieferdienst an. Kunden gäben am besten telefonisch oder per E-Mail ihre Bestellungen auf.

In Zeiten der Corona-Pandemie hat auch Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß bereits an die Verantwortung der heimischen Bevölkerung appelliert, mit ihren Einkäufen den ortsansässigen Geschäften zu helfen. „Das haben unsere Läden verdient. Die Perfektion unserer Kaufleute in Sachen Beratung und Dienstleistung ist beachtenswert“, sagt Heß. (mjx/brk)

Seipp: Improvisieren ist angesagt

Lädt ein zum Schaufenster-Shopping: Tanja Schiemann vor ihrem Geschäft Tandeco in Battenfeld.

„Wir machen wieder Schaufenster-Shopping, wie im Frühjahr“, sagt Tanja Schiemann, Vorsitzende des Gewerbevereins Einkaufszentrum Battenfeld und Inhaberin des Home- und Lifestyle-Geschäfts Tandeco. In der Ringstraße haben Tanja und Mario Schiemann hinter großen Schaufensterflächen nummerierte Geschenkideen ausgestellt. „Sie sagen mir am Telefon oder per E-Mail, Sie möchten die Handtasche Nummer 34 oder die rote Mütze mit der Nummer 90. Wir suchen die Ware raus und packen’s Ihnen auch schön ein“, beschreibt Tanja Schiemann den Ablauf. „Die Artikel werden dann entweder geliefert oder abgeholt – alles ist möglich“, sagt sie.

Improvisieren ist aus der Sicht von Volker Seipp jetzt im erneuten Lockdown angesagt. Der Inhaber des Fachgeschäftes Sport-Seipp im Battenfelder Einkaufszentrum sagt: „Viele Kunden haben sich in diesem Jahr schon frühzeitig Gedanken über Weihnachtsgeschenke gemacht. Wenn aber jemand beispielsweise noch einen Fußballschuh vor Weihnachten haben möchte, dann finden wir auch dafür einen Weg.“

Kontakt könne man telefonisch oder über den Facebook-Messenger aufnehmen. Er werde allerdings „nichts tun, was gegen die Vorschriften verstößt“, versichert Volker Seipp. (off)

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