Igel aus Kellerschacht gerettet

Naturschutzjugend Frankenberg rät, Stacheltiere nicht mit nach Hause zu nehmen

Joan und Poorya von der Frankenberger Naturschutzjugend ließen diesen aus einem Kellerschacht geretteten Igel am Burgberg wieder frei.
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Joan und Poorya von der Frankenberger Naturschutzjugend ließen diesen aus einem Kellerschacht geretteten Igel am Burgberg wieder frei.

Der 12-jährige Joan Koussa von der Frankenberger Naturschutzjugend hat einen jungen Igel aus einem Kellerschacht am Frankenberger Pferdemarkt gerettet.

Frankenberg - Der Herbst ist auch die Zeit der Igel. In vielen Gärten sind jetzt die im August geborenen Jungtiere unterwegs und suchen nach Würmern, Insekten und Obst. Der 12-jährige Joan Koussa von der Frankenberger Naturschutzjugend hat einen jungen Igel aus einem Kellerschacht am Frankenberger Pferdemarkt gerettet.

Auf dem Heimweg von der Schule hörte er mittags ein Rascheln im Schacht. Die Neugier und der Gedanke an ein Tier in Not ließen Joan nicht los, so dass er wenig später wieder dorthin ging und den Gitterrost anhob. Er entdeckte einen jungen Igel in dem zirka 60 Zentimeter tiefen Kellerschacht. Das Tier war durch einen rund 15 Zentimeter breiten Spalt an der Hauswand dort hineingefallen und gefangen. Joan handelte sofort und hob das junge Stacheltier mit bloßen Händen aus dem Schacht. „Ein Mann hat mir zugeschaut, aber mir nicht geholfen“, erzählt Joan wenig später am Naturschutzhaus auf dem Burgberg, wohin er den Igel brachte. Neben zwei aufgeschnittenen Äpfeln ließen Joan und sein Freund Poorya den Igel wieder frei. Auf dem Burgberg gibt es viele Hecken und Laubhaufen, wo sich Igel wohl fühlen und auch genügend Nahrung in Form von Würmern, Schnecken, Insekten und Obst finden. Ferner hat die Naturschutzjugend dort seit Jahren auch ein Igelhaus mit trockenem Laub als Quartier für den Winterschlaf eingerichtet.

Der NABU rät davon ab, junge Igel im Herbst einzusammeln und im Haus zu überwintern. Der naturgerechte Garten mit Laub- und Reisighaufen sei der bessere Weg, um den Stacheltieren über die kalte Jahreszeit zu helfen.

Im Herbst häufen sich beim NABU die Anrufe besorgter Menschen, die scheinbar untergewichtige Igel einfangen und nun Tipps für das Überwintern der Tiere in menschlicher Umgebung haben möchten.

Igeln geht es draußen besser

Die Hausüberwinterung erfordert jedoch eine fach- und tiergerechte Betreuung des Pfleglings und braucht Erfahrung, tägliche Zuwendung und verursacht Mühe und Kosten. Sie muss auch aus Tierschutzgründen eine Ausnahme bleiben. Igel sind Wildtiere, weder zu zähmen noch wie ein Haustier zu halten. Zudem steht ein ganzes Maßnahmen-Paket zur Verfügung, das Igeln dort beim Überwintern hilft, wo sie zuhause sind: in der Natur.

Wichtig für Igel sind Verstecke wie Holzstapel, Wurzelwerk, Trockenmauern, Kompostmieten, Hecken und Reisighaufen. Dort verkriechen sie sich und legen ihre Winternester an. Ergänzend können selbst gezimmerte Igelhäuschen oder aus Holzbeton gefertigte Igelkuppeln angeboten werden, die mit Laub gefüllt werden.

Zur Futter-Unterstützung der Igel können Gartenbesitzer trockenes Katzenfutter oder Obst sowie frisches Wasser in einem Schälchen aufstellen. Bis zum ersten Dauerfrost oder Schnee sind die Säugetiere noch aktiv und fressen sich Fettreserven für den Winterschlaf an.

Von Frank Seumer

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