Gesprächsrunde zu wirtschaftlichen Perspektiven Nordhessens

IHK-Präsident Viessmann wirbt bei Al-Wazir für "leistungsfähige Straßen"

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Hier rollen täglich etwa 10 000 Fahrzeuge: Die Waldstrecke der Bundesstraße 252 durch den „Schafterbach“ zwischen Bottendorf und Ernsthausen.

Frankenberg. Auf die Bedeutung einer „leistungsfähigen Straßenverkehrsanbindung" hat Prof. Dr. Martin Viessmann als Präsident der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg in einer Gesprächsrunde mit Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hingewiesen.

„Für die Industrie ist dies eine große Herausforderung", erklärte der IHK-Präsident. „Ein Großteil der produzierenden Unternehmen unserer Region ist in den ländlichen Teilräumen angesiedelt.“

Bei dem Austausch zwischen Minister Al-Wazir und den Mitgliedern der Vollversammlung sowie der Regional- und Fachausschüsse der IHK Kassel-Marburg ging es vor allem um die wirtschaftlichen Perspektiven Nordhessens. Schwerpunkte waren die Themen Infrastrukturausbau, Energiepolitik, Tourismusfinanzierung sowie Aus- und Weiterbildung.

IHK-Präsident Viessmann wies auf den großen strukturellen Wandel hin, den der Kammerbezirk in den vergangenen zehn Jahren durchlaufen und gemeistert habe. „Wir profitieren heute von einem sehr attraktiven Branchenmix mit innovativen und global orientierten Unternehmen“, sagte Viessmann.

Weitere Stärken der Region seien die zentrale Lage in Deutschland und Europa. „Die IHK wird nach Kräften dazu beitragen, diese gute Entwicklung fortzuschreiben und auszubauen.“

Voraussetzung dafür sei, in den Anstrengungen für die weitere Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur nicht nachzulassen. Die Baufortschritte der A44 erfolgten lediglich im Schneckentempo; der Weiterbau der A49 komme ebenfalls nicht voran, da Finanzierungsfragen noch ungeklärt seien. Ebenso verzögere sich die Realisierung von Ortsumgehungen, wie bei der B252 zwischen Marburg und Frankenberg. Schließlich führe eine Vielzahl von Verkehrsbeschränkungen zu andauernden Belastungen.

Minister Al-Wazir bezeichnete die Mobilität als zentrales Zukunftsthema für Hessen. Die Antwort liege in der Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger mit ihren - auch regional - unterschiedlichen Vorteilen. In den vergangenen Jahren sei zu wenig Augenmerk auf eine Weiterentwicklung des klimafreundlichen Schienenverkehrs gelegt worden, sagte Tarek Al-Wazir.

Deshalb wolle die Landesregierung die Attraktivität des Schienenverkehrs steigern und Initiativen zur Reaktivierung von Bahnstrecken prüfen. Der Minister wies darauf hin, dass die Finanzierung der Straßenbauprojekte A44, A49 und der B252 Aufgabe des Bundes sei. (nh/off)

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