Ausstellung über den Renaissance-Künstler wird am 16. Juli eröffnet

Interview: Darum war Philipp Soldan so bedeutend für Frankenberg

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Monogramm des Künstlers: An seiner Huckepackfigur mit dem Schelm am Frankenberger Rathaus hinterließ Philipp Soldan seine Initialen „Ph“ und „S“

Frankenberg. Es ist Frankenbergs Beitrag zum Luther-Jahr: Die Ausstellung „Philipp Soldan – Bildhauer der Reformation“ würdigt den Frankenberger Künstler (1500-1570), der lange Zeit in Vergessenheit war. Wir haben mit den Kuratoren gesprochen.

Die Ausstellung, die am 16. Juli eröffnet wird, möchte den Zeitgenossen Martin Luthers und sein Werk nun auch einer breiten Öffentlichkeit näherbringen, wie uns die Kuratoren Dr. Birgit Kümmel und das Ehepaar Kirsten Hauer und Friedhelm Krause im Interview erläutert haben. „Das hat er verdient“, sagt die Historikerin Hauer.

Am 16. Juli wird die Ausstellung eröffnet. Sind Sie schon startklar?

Dr. Birgit Kümmel:Ich denke, wir sind gut im Zeitplan. Vor drei Monaten hätte ich nicht gedacht, dass wir heute so weit sind. Die zwei Wochen bis zur Eröffnung brauchen wir aber noch.

Kirsten Hauer:Die Hilfe des städtischen Betriebshofs beim Aufbau, vor allem der schweren Ofenplatten, ist dabei unschätzbar wichtig.

Sie drei sind die Kuratoren der Ausstellung. Was ist Ihre Aufgabe?

Friedhelm Krause:Wir wollen Leuten, die keine dicken Bücher lesen, die Forschung vermitteln. Wir versuchen, Philipp Soldan und seine Arbeit den Leuten näherzubringen.

Hauer: Und zwar über die Objekte, nicht über Texte.

Der Name Philipp Soldan ist in Frankenberg ja nicht unbekannt, so wirklich im Blick der Öffentlichkeit stand er zuletzt aber nicht. Haben die Frankenberger ihren berühmten Künstler zu lange unterschätzt?

Krause: Er war lange Zeit eher in Spezialisten-Kreisen bekannt. Es gibt aber auch Privatleute, die Ofenplatten sammeln, nicht nur Museen. Und einige seiner Arbeiten, vor allem die Knaggen am Frankenberger Rathaus, waren ja immer zu sehen, die Frankenberger wussten, dass sie von Soldan sind.

Hauer:Zu seiner Zeit war er sehr bekannt, bis ins landgräfliche Haus hinein. Er war in ganz Hessen und darüber hinaus tätig, hat ein breites Feld bearbeitet, von Holz bis Sandstein. Als er um 1570 gestorben ist, geriet er bis ins 19. Jahrhundert in Vergessenheit.

Auch in der Forschung?

Hauer: Als Ludwig Bickell 1889 sein Werk über die Eisenhütten des Klosters Haina veröffentlichte, kam Soldan wieder ins Bewusstsein der Forschung. Seitdem ist er ein Thema. Das Werk von Heinz Brand von 1984, dem früheren Stadtarchivar, ist heute noch der Stand der Forschung. Es ist sehr dürftig, was wir über ihn haben. Mit der Ausstellung wollen wir den Blick auf Soldan öffnen. Wir hoffen, dass es von kunsthistorischer Seite Interesse gibt. Das hat er verdient.

Was das Besondere an Soldans Arbeit ist und welche Stücke herausragend sind, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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