Zwischen Frankenberg und Frankreich

Hund in biblischem Alter: Labrador-Mischling Quiche ist fast 19 Jahre alt

Katrin Müller und Don Quichotte: Der Labrador-Mischling versteht Deutsch und Französisch. In Frankreich geboren und aufgewachsen, ist „Quiche“ inzwischen 18 Jahre und knapp fünf Monate alt.
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Katrin Müller und Don Quichotte: Der Labrador-Mischling versteht Deutsch und Französisch. In Frankreich geboren und aufgewachsen, ist „Quiche“ inzwischen 18 Jahre und knapp fünf Monate alt.

Don Quichotte ist ein Labrador-Mischling. Das Besondere an ihm: Am 28. August 2003 geboren, ist er inzwischen stolze 18 Jahre und fünf Monate alt.

Frankenberg – Er heißt Don Quichotte und spricht zwei Sprachen. Genauer gesagt: Er hört auf zwei Sprachen: Deutsch und Französisch. Quiche, wie ihn sein Frauchen liebevoll nennt, ist ein Labradormischling, eine Hundemischung aus Labrador und Griffon – ein Griffon ist ein mittelgroßer Jagdhund. Das Besondere: er ist inzwischen fast 19 Jahre alt.

Ein biblisches Alter für einen Hund. „Er ist sicherlich der älteste Labradormischling in Frankenberg“, freut sich sein „Frauchen“ Katrin Müller.

Tierarzt in Frankenberg: Alter von Hund ist „höchst ungewöhnlich“

Der Frankenberger Dr. Detlef Marburger ist der Tierarzt von Don Quichotte: „Für einen Hund dieser Größe ist das Alter äußerst ungewöhnlich“, sagt er. „Die Lebenserwartung eines Labradors liegt in der Regel bei etwa 12 bis 13 Jahren.“

Der Hund von Katrin Müller verfüge aber über „gutes genetisches Material“, sagt Marburger, außerdem seien Mischlinge oft robuster als reinrassige Hunde. „Don Quichotte wurde immer gut gepflegt und gut gefüttert und hatte immer viel Bewegung. Da kann ein Hund auch mal so alt werden.“

Aufgewachsen ist der Vierbeiner quasi auf Theaterbühnen in Frankreich, die gebürtige Frankenbergerin Katrin Müller arbeitete dort als Schauspielerin. Sie war nach dem Abitur an der Edertalschule als freischaffende Künstlerin ausgewandert. Inzwischen leben die beiden wieder in Frankenberg.

Ungewöhnlich alter Hund aus Frankenberg: Freude über Welpe hielt sich anfangs in Grenzen

Mehrfach in der Woche geht‘s zum Gassigehen fast bis nach Schreufa. „Die Bewegung hält fit“, sagt Müller. Eine Freundin schenkte ihr den Hund einst zu ihrem 38. Geburtstag, „Die Freundin meinte es gut mit mir“, erinnert sich Katrin Müller, eine Tochter des früheren Frankenberger Tanzlehrers Rudolf Müller.

Die Freude über das neue Familienmitglied hielt sich anfänglich allerdings in Grenzen: „Mein Leben befand sich damals im totalen Umbruch. Ein Welpe war das Letzte, was ich gebrauchen konnte.“

Anfangs wollte sie das Hunde-Baby daher nur für ein paar Tage behalten. Doch dann kam alles anders: Müller schleppte den bis dahin namenlosen Hund überall mit hin – Theaterproben, Aufführungen, Vernissagen. „Einmal sprang er sogar mitten in einer Aufführung zu mir auf die Bühne“, erzählt die 56-Jährige. Katrin Müller spielte gerade eine Tragödie. Das Publikum nahm‘s mit einem Schmunzeln. „Quiche war auch ein glänzender Komiker.“

Frankenberg: Hund Don Quichotte ist ein sehr sozialer Hund

Und es kam, wie es kommen musste: „Ehe ich mich versah, war ich verknallt in dieses wunderschöne Fellbündel. Der Hund war von Anfang an unheimlich schmusig und anhänglich, er folgte mir auf Schritt und Tritt.“ Nach zwei Wochen bekam er dann auch seinen Namen: Don Quichotte. „Das passt einfach zu ihm – damals wie heute. Mir war klar, wir werden ein Dream-Team“, erzählt Müller.

Zwei- oder dreimal pro Jahr kamen Katrin Müller und Quiche aus Frankreich zu Besuch nach Frankenberg. „Mein Vater war seine zweite große Liebe. Quiche ist ein total sozialer Hund, er will immer kuscheln.“ Als ihr Vater gestorben sei, habe der Hund tagelang gejammert und nichts gefressen.

Quiche sei aber auch ein Rüde durch und durch: „Wenn irgendwo eine läufige Hündin unterwegs war, war er einfach mal weg.“ Wie vor sechs Jahren im Frankenberger Wald: „Quiche peste weg und blieb drei Tage unauffindbar.“ Sie fand ihn schließlich im Tierheim: „Irgendjemand hatte ihn dort abgegeben.“

Katrin Müller und Hund Don Quichotte aus Frankenberg: Die Zeit genießen, die noch bleibt

Don Quichotte und Katrin Müller – in den vergangenen 18 Jahren und fünf Monaten hat sich in dieser Beziehung viel ereignet: Einmal wurde der Mischling von einem Pit Bull angefallen, einmal von einem Auto angefahren. Aber Quiche hat sich immer wieder berappelt. Er frisst gerne und jagt am liebsten die Hauskatze.

„Jetzt genießen wir die letzte Zeit, die uns bleibt“, sagt Müller. „Irgendwann wird es vorbei sein. Und wie bei meinen liebsten Menschen wünsche ich mir, dass es sanft und schmerzlos und ohne Leiden passieren wird.“ (Gerhard Meiser)

Hundejahre

Früher war es üblich, Hundejahre in Menschenjahre umzurechnen. Ein Hundejahr entsprach angeblich sieben Menschenjahren. Wissenschaftlich korrekt ist das aber nicht. Heute weiß man, dass der Alterungsprozess bei Hunden von Rasse zu Rasse unterschiedlich abläuft. Unter anderem spielen das Geschlecht, Erbkrankheiten, Ernährung und Haltungsbedingungen eine Rolle.

Als Faustregel können sich Halter aber merken: Kleinere Hunde haben im Schnitt eine höhere Lebenserwartung als größere. Bei großen Hunden ist es sinnvoll, ihnen ab etwa sechs Jahren ein angepasstes Seniorenfutter zu geben – kleineren Hunderassen ab spätestens zehn Jahren. (red)

Hund Carlo musste eine schwere Zeit durchmachen, für eine Not-OP startete das Tierheim Bad Karlshafen eine Spendenaktion – mit riesigem Erfolg. Weitere Nachrichten aus der Region erhalten Sie mit unserem Frankenberg-Newsletter.

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