Initiative „Hart am Limit“ besteht im Landkreis seit fünf Jahren

Junge Komatrinker in Waldeck-Frankenberg: Zahl leicht gesunken

Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren landen in Hessen jedes Jahr mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Auch der Landkreis bleibt davon nicht verschont.

Die bundesweite Initiative „Hart am Limit“, kurz „Halt“, hat sich vorgenommen, sie frühzeitig aufzufangen und Jugendliche generell zu einem bewussten Umgang mit der Droge Alkohol zu bewegen. Im Kreis übernimmt dies das Diakonische Werk, das dort über die einzige Suchtberatungsstelle verfügt. Nach fünf Jahren zieht das Team um die Psychologin Gabriele Fock eine Zwischenbilanz.

In Waldeck-Frankenberg sind die Zahlen der ins Krankenhaus eingelieferten Jugendlichen nach einem Hoch 2014 wieder rückläufig:

• 2013 wurden 34 Jugendliche eingewiesen: 17 Jungen und 17 Mädchen.

• 2014 stieg die Zahl auf 46: Bei den Jungen waren es 26 Fälle, bei den Mädchen 20.

• 2015 gab es 37 Einweisungen: 23 Jungen, 14 Mädchen.

Vier Kliniken im Kreis informieren die Diakonie über Fälle. Danach suchen Mitarbeiterinnen noch im Krankenhaus das Gespräch mit den Jugendlichen und mit ihren Eltern. Im landesweiten Durchschnitt nehmen etwa 30 Prozent der Jugendlichen diese „Brückengespräche“ an, im Kreis schwankt der Anteil zwischen 44 und 16 Prozent. 2016 gab es sechs Gespräche.

In Hessen beteiligen sich 19 Kreise und Städte an „Halt“. In Waldeck-Frankenberg waren der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf und Annette Brüggemann vom Fachdienst Gesundheit 2011 die Initiatoren. Für dieses Jahr ist die Fortsetzung gewährleistet, der Kreis und das hessische Sozialministerium haben je 7500 Euro für Personal- und Materialkosten zugesagt, die Krankenkassen übernehmen die Gespräche mit betroffenen Jugendlichen.

Rubriklistenbild: © dpa

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