Faszinierende Ambivalenz von Show, Sprachspiel und Wortwitz.

Mit Mut und Kämpferherz: Lisa Fitz begeistert in Frankenberg

Kabarett, Gesang, Appell zum Mut: Lisa Fitz beherrschte alles, was zu einer großen Bühnenschau notwendig ist, und schlug in Frankenberg ihr Publikum in Bann. Foto: Völker

Frankenberg. Mut, Armut, Demut, Schwermut, Wermut - Lisa Fitz beginnt ihr Bühnenprogramm in der prallvollen Ederberglandhalle mit einer kleinen Lektion in Sachen Mut und Angst.

„Der Gartenzwerg in uns schlägt Alarm, bevor der Mut das Kämpferherz erreicht“, sagt die Altmeisterin des deutschen Kabaretts, soeben mit dem Bayerischen Kabarettehrenpreis ausgezeichnet. Und die starke Frau findet in Frankenberg sehr schnell Verbündete bei ihrem Kampf gegen die „German Angst“, das „Gespenst der Massenresignation“ und die allgemeine Mutlosigkeit, gesellschaftliche Zustände zu ändern.

Die Schauspielerin, Sängerin und Komödiantin macht den Abend beim Frankenberger Kulturring zum Kabarettereignis des Jahres. So, wie sie das schrille Dirndl gegen ein „kleines Schwarzes“ oder die engen Tina-Turner-Röhren austauscht, lässt sie ihre vielfältigen Talente spielen: Sie schildert Figuren im Familienalltag ebenso subtil wie den niederbayerischen Biertischdunst, singt zur Akustikgitarre und lässt das Publikum lautstark mit einstimmen, zeigt polternden Jodelwahnsinn und zarte Zwischentöne, eine faszinierende Ambivalenz von Show, Sprachspiel und Wortwitz. Ganz still wird es, als sie von Reinhard Mey - mit Grüßen - das „Sei wachsam!“ erklingen lässt.

Ein für sie besonders wichtiges Thema ist die Rolle der Frau in Gesellschaft und Politik, wo Frauen immer noch 22 Prozent Lohn weniger erhalten als Männer. „Emanzipation ist erst dann erreicht, wenn der Mann verschleiert hinter der Frau hergeht und die Einkaufstüten trägt“, sagt sie spitz und richtet den Blick in Länder der Welt, in denen Frauen Stockschläge erhalten und nicht Auto fahren dürfen. „Da liefert man keine Panzer hin!“, fordert Fitz.

Überhaupt kritisiert sie im politischen Teil ihres Kabaretts scharf das Verhalten der Bundesregierung in Sachen Rüstungsexporte und wundert sich, dass hier die öffentliche Empörung nicht stärker ausfällt.

Von Karl-Hermann Völker 

Was Lisa Fitz sonst noch zum Besten gab und wie sie das Publikum in ihren Auftritt einband, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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