Kastrationsmobil: Tierheim hat Katzen eingefangen und operiert

Projekt gegen die unkontrollierte Vermehrung freilaufender Katzen: (von links) Der Geschäftsstellenleiter des Landestierschutzverbandes Ralf Kurtze und Tierärztin Steffi Bissbort machten mit dem „Katzen-Kastrationsmobil“ Station im Frankenberger Tierheim. Hier mit dessen Leiterin Barbara Wachtendorf. Foto: Battefeld

Schreufa. Im Oktober hat Landwirtschaftsministerin Priska Hinz Hessens erstes „Katzen-Kastrationsmobil" eingeweiht - jetzt hat es im Frankenberger Tierheim Station gemacht.

Tierärztin Steffi Bissbort vom Landestierschutzverband hat dort rund ein Dutzend herrenlose Katzen kastriert.

„Wir bezahlen nur einmal 50 Euro und können für diese Pauschale bis zu 15 Tiere an einem Tag kastrieren lassen, wenn viele Kater dabei sind“, erklärt Tierheimleiterin Barbara Wachtendorf. Beim Kater sei der Eingriff nicht so aufwendig wie bei einem weiblichen Tier.

Das kostengünstige Angebot des Landestierschutzverbandes Hessen bedeute eine große finanzielle Erleichterung für das Tierheim, sagt Wachtendorf. Der reguläre Preis für eine Kastration liege immerhin sonst bei 95 Euro. Für einen Kater koste es normalerweise 50 Euro. Insgesamt würden pro Jahr rund 35 000 Euro Tierarztkosten anfallen, teilt die Leiterin mit. „Allerdings für alle Tiere, nicht nur für die Katzen.“

Im Kastrationsmobil operiert wurden ausschließlich herrenlose Katzen, die am Vorabend von Tierheimmitarbeitern per Katzenfallen in Hatzfeld und Battenfeld eingefangen worden waren. „Katzen, die gechippt oder tätowiert sind, haben wir sofort wieder laufen lassen, da es sich hierbei ja um Freigänger- Hauskatzen handelt“, betont Barbara Wachtendorf. „Nach dem Eingriff können sich die Tiere hier erst noch ausruhen, bevor wir sie dann wieder dorthin zurückbringen, wo wir sie eingefangen haben.“

Auch hochträchtige Katzen wurden aussortiert. „Die können bei uns im Tierheim erstmal in Ruhe ihre Katzenkinder kriegen, die wir dann später vermitteln.“ Zwei tragende Katzen seien auch bei der aktuellen Fangaktion dabei gewesen. „Und ein Igel“, ergänzt die Tierheimleiterin. Schnell wieder an den Fundort zurückgebracht wurde zudem eine Katze, die offensichtlich erst kürzlich Junge bekommen hat. „Das merkt die Tierärztin an den geschwollenen Zitzen“, erklärt Wachtendorf.

Die Zahl herrenloser Katzen, die sich ungehemmt vermehren würden, sei in den vergangenen zehn Jahren um das Dreifache gestiegen, schätzt Wachtendorf. „Wir hören dann von den Leuten: Hier laufen so viele Katzen rum.“ Dort würden sie dann gezielt die Fallen aufstellen.

„Wir sind ein Mal im Monat unterwegs“, sagt Ralf Kurtze vom Landestierschutzverband Hessen, der Tierärztin Steffi Bissbort begleitete. Das Kastrationsmobil sei bislang einmalig. (bs)

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