Bis zu 200 Menschen am Tag getestet

Kaum noch positive Tests im Testcenter in Frankenberg

Testung fast ohne Wartezeit: Bettina Eichler testet Herrn Kunick auf das Coronavirus. Lange warten muss man im Testcenter in der Uferstraße wegen der Online-Anmeldung nicht.
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Testung fast ohne Wartezeit: Bettina Eichler testet Herrn Kunick auf das Coronavirus. Lange warten muss man im Testcenter in der Uferstraße wegen der Online-Anmeldung nicht.

Die Tests sind neben den Impfungen ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Wie es derzeit mit den Tests läuft, dazu haben wir mal im Testcenter in der Frankenberger Uferstraße nachgefragt.

Frankenberg - Das Testcenter in der Uferstraße in Frankenberg ist gut besucht. Seit es Anfang Mai vom Dorfgemeinschaftshaus in Röddenau in die Frankenberger Innenstadt gezogen ist, haben schon viele Menschen das Testangebot wahrgenommen.

Die Betreiber der Teststation, Dr. Ilona Steger, Hausarzt Stephan Eisfeld und die Apotheke am Obermarkt, und ihre Mitarbeiter testen täglich 100 bis 150 Menschen auf das Coronavirus. „Letzten Freitag haben wir 200 Tests gemacht“, berichtete Dr. Ilona Steger. „Wir wollen die Pandemie so gut es geht eindämmen und den Geschäften mit unseren Tests helfen“, erklärt Apothekerin Beatrix Hajek. Die meisten würden zum Testen kommen, wenn sie sich mit der Familie treffen oder jemanden im Altenheim besuchen wollen. „Aus Spaß kommt natürlich niemand zum Corona-Test“, sagt Hajek.

Lange Wartezeiten gibt es in dem Testcenter in der Uferstraße kaum: Eine Online-Anmeldung ist erforderlich, die Terminvergabe erfolgt über testcenterfrankenberg.de. Den bei der Anmeldung erstellten Barcode muss man entweder ausgedruckt oder auf dem Smartphone mitbringen, den Personalausweis auch. Ein Test dauert nur wenige Minuten.

Ergebnis schriftlich oder aufs Handy

Das Testergebnis gibt es nach 30 Minuten schriftlich oder aufs Smartphone – für Letzteres lädt man sich die App Doctorbox herunter. „Manchen älteren Leuten ist das zu kompliziert“, sagt Hajek. Daher könne man auch kommen, wenn man Online keinen Termin vereinbart hat. Dann könne es allerdings zu längeren Wartezeiten kommen, da die Mitarbeiter vor Ort die Personalien aufnehmen müssen.

Bei Gehbehinderten, die sich testen lassen wollen, sei das Team auch schon an den Eingang oder direkt an das Auto gekommen, um den Nasenabstrich zu machen.

Die meistens Testergebnisse seien negativ – aber nicht alle: „Wir hatten Tage, an denen bis zu vier Tests positiv waren. Im Moment haben wir aber kaum noch coronapositive Tests“, erzählt Dr. Steger.

Testcenter legt Wert auf medizinisch geschultes Personal

Besonders großen Wert lege das Testcenter auf medizinisch geschulte Mitarbeiter und gute, vom RKI zugelassene Tests. „Es ist sehr wichtig, medizinisches Personal zu haben, denn bei einer Testung kann man auch Fehler machen“, betont die Ärztin. Bei Notfällen während des Tests, wie zum Beispiel Nasenbluten, müsse man genau wissen, was zu tun ist. „Wir haben für den Notfall alle medizinischen Produkte hier. Testcenter, die von Laien geleitet werden, haben das nicht“, sagt Steger. Diese seien meist unzureichend geschult worden und könnten bei Notfällen nicht eingreifen.

In den Fällen, in denen der Corona-Test positiv ausfällt, muss sich der oder die Getestete sofort in Quarantäne begeben. Um zu bestimmen, ob man tatsächlich Corona hat, muss dann noch ein PCR-Test gemacht werden. „Wir wollten auch PCR-Tests hier anbieten, doch da wir keinen Laborarzt im Testcenter haben, dürfen wir das nicht“, bedauert Beatrix Hajek.

Neue Teststelle in Allendorf-Eder

Seit einigen Tagen hat die Corona-Teststelle im Riedweg 30 in Allendorf-Eder geöffnet. Jeder, der möchte, kann sich dort kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Initiator war Marcus Winter, selbstständiger Kaufmann aus Allendorf. Nachdem er im April selbst einen Corona-Test machen wollte und von einigen Teststellen wegen fehlender Kapazitäten abgewiesen wurde, entschied er sich für eine eigene Teststation.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wegen der Genehmigung habe sich Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese vom Landkreis eingeschaltet. Nach der Einweisung durch einen Arzt und der Einrichtung der Räume dürfen Marcus Winter und seine drei Helferinnen nun offiziell testen. „Es hat etwas gedauert, bis wir einen entsprechend großen Raum hatten, indem die Menschen auch genügend Abstand halten können“, erklärt Winter. Nun ist die Teststation in den Räumlichkeiten der Rechtsanwälte Dr. Tripp & Ludwig über der Postagentur am Ortseingang von Allendorf aus Richtung Einkaufszentrum Battenfeld.

„Ich möchte den Geschäften helfen“, sagt Winter. „Die Restaurants und Läden öffnen bald, doch wer ihnen einen Besuch abstatten will, braucht einen negativen Corona-Test.“ Bisher gab es laut Landkreis in der Gemeinde Allendorf nur die Teststelle in der Edertal-Apotheke.

Mehr als ein kostenloser Test wöchentlich möglich

Dass man sich nur ein Mal wöchentlich kostenlos testen lassen kann, stimmt übrigens nicht: „Die Formulierung in der Testverordnung des Bundes bedeutet, dass sich jeder und jede unbegrenzt häufig kostenlos in den von den Behörden vor Ort benannten Testzentren testen lassen kann“, teilte das Bundessozialministerium auf HNA-Anfrage mit.

Von Clara Pinto

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