Frankenberger Land: Verurteilter zieht Berufung zurück

Frankenberger Land. Weil er an einer Schlägerei beteiligt gewesen sein soll, ist ein 27-Jähriger aus dem Frankenberger Land zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Vor dem Marburger Landgericht nahm er jetzt seine Berufung gegen das Urteil zurück.

Das Amtsgericht Frankenberg hatte ihn der gefährlichen gemeinschaftlichen Körperverletzung schuldig befunden. Nach erstinstanzlicher Auffassung hatte der 27-Jährige bei einem Oktoberfest 2012 erhebliche Mengen Alkohol getrunken, wie auch alle anderen Beteiligten. Im Anschluss hatte er mit zwei Bekannten zuhause weiter getrunken.

Später sei ein weiterer Mann dazu gekommen, verletzt habe er berichtet, vom späteren Opfer geschlagen worden zu sein. Daraufhin machten sich die vier Männer auf den Weg, um den mutmaßlichen Schläger zur Rede zu stellen. Man habe geklingelt, einer habe die Tür aufgehalten, die anderen traten ein. Der Angeklagte, so das Urteil, und ein inzwischen rechtskräftig verurteilter Zweiter hätten den Mann zu Boden gebracht, wobei er schwere Knieverletzungen erlitt.

Der Vorsitzende der Berufungskammer, Landgerichtsdirektor Frank Oehm, machte deutlich, dass er vorbehaltlich einer erneuten Beweisaufnahme keine Chance für den Angeklagten sehe. „Wenn das alles so war, mit diesen Folgen, dann ist das eine sensationell niedrige Strafe“, sagte er angesichts der 40 Tagessätze.

Egal, was genau passiert sei, Oehm verwies auf widersprüchliche Zeugenaussagen in erster Instanz, für gemeinschaftliches Handeln reiche es, so eine Tat zu unterstützen. „Da müsste von Ihnen jetzt eine verdammt gute Geschichte kommen, denn bei mir wären alle vier verurteilt worden“, sagte Oehm. „Da gehen vier Männer, voll wie die Haubitzen, zu einem anderen, ebenfalls voll wie eine Haubitze und dann ist einer verletzt.“ Nebenklagevertreter Philipp Kleiner wies darauf hin, dass die Bekannten des Angeklagten Gefahr liefen, sich der Falschaussage schuldig zu machen. „Denen würden sie keinen Gefallen tun.“ (kse)

Womit der Verteidiger die Rücknahme der Berufung erklärte, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberg.

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