Geschäftsführer Ralf Schulz bezeichnet Situation als "dramatisch"

Kreiskrankenhaus Frankenberg braucht kurzfristig 1,5 Millionen Euro

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In Schieflage geraten: Das Kreiskrankenhaus Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg. Das Kreiskrankenhaus Frankenberg braucht eine kurzfristige Finanzspritze über 1,5 Millionen Euro, um eine Insolvenz zu vermeiden. 

„Die Lage ist deutlich dramatischer als in den vergangenen drei Jahren“, sagte Geschäftsführer Ralf Schulz bei der Sitzung des Kreis-Finanzausschusses.

Weniger Patienten in diesem Jahr und die im November anstehende Zahlung des Weihnachtsgeldes sorgen für eine finanzielle Belastung des Krankenhauses. Landrat Dr. Reinhard Kubat beantragte deshalb, das Haus entweder durch eine Erhöhung der Bürgschaft, durch einen Zuschuss oder ein Darlehen zu unterstützen, um eine Insolvenz zu verhindern. Man wolle das Krankenhaus aber erhalten. „Das Signal an die Belegschaft ist: Der Landkreis lässt das Krankenhaus nicht hängen.“ Die Ängste der Mitarbeiter sollten verfliegen.

Krankenhaus-Geschäftsführer Ralf Schulz musste sich den kritischen Fragen der Ausschuss-Mitglieder stellen. „Die Hauptursache sind fehlende Erlöse“, sagte er. Vorrangig das Altgeschäft wie Innere und (Unfall-) Chirurgie seien Problemfelder. Diese Bereiche sollten „optimiert“ werden, doch innerhalb von drei Jahren könne man eine Sanierung nicht abschließen. Gut laufen laut Schulz neuere Abteilungen wie die Geriatrie und die Adipositaschirurgie. Gynäkologie und Geburtshilfe würden „per se“ jährlich eine Million Euro Defizit verursachen. Grundsätzlich, so betonte er, sieht er das Haus aber als sanierungsfähig an.

Uwe Steuber (FWG) kritisierte, wie auch andere Ausschuss-Mitglieder, die plötzliche Forderung, nun müsse man unter Zeitdruck entscheiden. Dagmar Deutschendorf (Grüne) sagte, dass sie ein „tragfähiges Konzept“ erwarte, wie es in Zukunft weitergeht. Dennoch stimmten die Mitglieder einstimmig dem Antrag zu, über den nächste Woche der Kreistag endgültig entscheidet.

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