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Kreisklinik Frankenberg vereinfacht Patienten-Aufnahme bei geplanten OPs

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Von: Martina Biedenbach

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Bei der Vorstellung des neuen Patientenservicezentrums (PSZ) des Kreiskrankenhauses Frankenberg (von links): Geschäftsführerin Margarete Janson, Sandra Huthwelker (Leiterin Zentrales Belegungsmanagement), Dr. Harald Schmid (Förderverein Kreiskrankenhaus), Landrat Jürgen van der Horst, Betriebsrat Uwe Patzer und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese.
Bei der Vorstellung des neuen Patientenservicezentrums (PSZ) des Kreiskrankenhauses Frankenberg (von links): Geschäftsführerin Margarete Janson, Sandra Huthwelker (Leiterin Zentrales Belegungsmanagement), Dr. Harald Schmid (Förderverein Kreiskrankenhaus), Landrat Jürgen van der Horst, Betriebsrat Uwe Patzer und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese. © Martina Biedenbach

Das Kreiskrankenhaus Frankenberg hat das Aufnahmeverfahren für Patienten geplanter OPs vereinfacht. Es soll auch das Personal entlasten.

Frankenberg – Das Kreiskrankenhaus Frankenberg hat die Aufnahme von Patienten, die sich dort einer geplanten Operation unterziehen, vereinfacht und ein Patientenservicezentrum (PSZ) eingerichtet. Ob Anmeldung für den OP-Termin, Voruntersuchungen oder die Aufnahme am OP-Tag selbst, das PSZ ist immer zentraler Anlaufpunkt.

„Die Patienten werden vor einer anstehenden OP nicht mehr mit Laufzetteln durchs Haus geschickt“, beschreibt Landrat Jürgen van der Horst einen der Vorteile des neuen Aufnahmeverfahrens bei dessen Vorstellung am Mittwoch. Im August 2021 startete die Einführung, schilderte Sandra Huthwelker, Leiterin des zentralen Belegungsmanagements. Nun sind fast alle Abteilungen angebunden. Es fehle noch die Geriatrie, weil für deren Patienten aufwendigere Untersuchungen vor der Aufnahme notwendig seien. Ihre Anbindung sei aber ebenfalls geplant, erläuterte Sandra Huthwelker.

Neues Aufnahmeverfahren am Kreiskrankenhaus: Patienten geben positive Rückmeldung

Das PSZ sei gut angelaufen, die Rückmeldungen der Patienten seien positiv, informierte Margarete Janson, Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses. Ebenso wichtig sei auch die damit verbundene Entlastung des Teams auf den Stationen und des ärztlichen Dienstes. „Sie alle werden von zahlreichen Aufgaben in der Vorbereitung einer geplanten OP entbunden und haben mehr Zeit für das Wesentliche – für ihre Patienten“, betonte Janson.

Das PSZ helfe, Prozesse zu optimieren, effizienter und damit kostengünstiger zu gestalten, was angesichts der generell großen Herausforderungen für Kliniken durch Corona, fehlende Fachkräfte und Finanzierungslücken sehr notwendig sei, sagte der Landrat.

Die Kreisklinik sei eine der ersten in der Region, die ein solches Servicezentrum aufgebaut habe. Es sei beabsichtigt, in der Zentralen Notaufnahme ähnliche Strukturen einzuführen. Und es sei eine der Maßnahmen für das große Ziel: Modernisierung des Kreiskrankenhauses. Dazu laufen auch, wie berichtet, Überlegungen für einen Klinikneubau.

Der Landrat dankte dem Team der Kreisklinik, dass es den Veränderungsprozess trotz der alltäglichen hohen Arbeitsbelastung mitgetragen habe.

Das Team des Patientenservicezentrums (PSZ) am Kreiskrankenhaus Frankenberg mit Leiterin Sandra Huthwelker (vorne, 2, von links).
Das Team des Patientenservicezentrums (PSZ) am Kreiskrankenhaus Frankenberg mit Leiterin Sandra Huthwelker (vorne, 2, von links). © Kreiskrankenhaus Frankenberg

Neues Aufnahmesystem am Kreiskrankenhaus: Herr H. hat im PSZ eine feste Anlaufstelle

Wie die Aufnahme von Patienten mit geplanten Operationen am neuen Patientenservicezentrum (PSZ) des Kreiskrankenhauses in Frankenberg abläuft, das erläuterte Sandra Huthwelker, Leiterin des Belegungsmanagements, bei der Vorstellung des neuen Systems. Sie nutzte dafür das Beispiel von Herrn H., der eine neue Hüfte bekommen soll.

Die Praxis seines Orthopäden setzt sich mit dem PSZ in Verbindung. Das Zentrum koordiniert Termine und die Vorbereitung der OP. Herr H. erhält zwei Termine mitgeteilt: den Tag der OP und – ein, zwei Tage vorher – einen Termin zur vorstationären Aufnahme. Zu diesem Vortermin kommt er direkt ins Patientenservicezentrum. Fußspuren auf dem Fußboden weisen ihm den Weg.

Neues Aufnahmesystem am Kreiskrankenhaus: Herr H. füllt im PSZ vor der OP alle Formulare aus

Das PSZ hat einen Anmeldungsbereich, Warte- und Untersuchungszimmer. Bei dem circa zweistündigen Termin führt Herr H. alle wichtigen Vorgespräche, füllt das Aufnahmeblatt, den Anästhesie-Aufklärungsbogen und andere Formulare aus. Er erhält auch Infos über Kostenübernahmen, Wahlleistungen und Zuzahlungsmodalitäten. Aufklärungsgespräche mit dem Anästhesisten und das Aufnahmegespräch durch den Facharzt finden ebenso im PSZ statt wie die vorstationäre Diagnostik – etwa EKG oder Blutabnahmen.

Die PSZ-Mitarbeiterinnen koordinieren interne Termine mit den Teams der Funktionsbereiche – zum Beispiel Röntgen, Lungenfunktionslabor, Endoskopie. Und sie kündigen die nach der OP anstehende Reha-Maßnahme frühzeitig beim Patientenmanagement (früher Sozialdienst) an.

Für Herrn H. hat diese Vorgehensweise mehrere Vorteile: Er hat nur eine Anlaufstelle. Alle Gespräche und Untersuchungen finden in einem Raum statt, denn die Mitarbeiter des Krankenhauses kommen zu ihm ins Behandlungszimmer. Entstehen doch einmal Wartezeiten, weil ein Arzt zu einem Notfall gerufen wurde, kümmern sich die Mitarbeiterinnen inzwischen um den Patienten.

„Durch das Vorziehen der Aufnahmegespräche kann sichergestellt werden, dass alle relevanten Daten und Untersuchungen vollständig sind, oder ob eventuell noch etwas fehlt. So wird vermieden, dass eine geplante Operation wegen fehlender Unterlagen oder Befunde noch einmal verschoben werden muss“, teilt die Klinik mit.

Neues Aufnahmesystem am Kreiskrankenhaus: Herr H. wird im PSZ am OP-Tag empfangen

Herr H. kann nach diesem Termin zur vorstationären Aufnahme noch einmal nach Hause gehen und muss erst am Operationstag kurz vor der geplanten OP wieder ins Krankenhaus kommen. Dann geht er direkt in das ihm schon vertraute Patientenservicezentrum. Dort finden die konkreten OP-Vorbereitungen statt und werden die Patienten in der Wartezeit auf die OP betreut. Nach der OP wird er in das Zimmer auf seiner Station gebracht. Seine Tasche haben PSZ-Mitarbeiterinnen in der Zwischenzeit dort abgegeben.

Neues Aufnahmesystem am Kreiskrankenhaus: Das sagen Förderverein und Betriebsrat

Dieses Aufnahmesystem, das seit 2021 nach und nach eingeführt wird, begrüßt auch Dr. Harald Schmid, Vorsitzender des Klinik-Fördervereins: „Mir haben etliche Patienten mitgeteilt, dass sie damit sehr zufrieden sind“, sagte er beim Vorstellungstermin.

Die Einführung des neuen Aufnahmeverfahrens sei mit großer Umstellung für das Personal verbunden gewesen, sagte Uwe Patzer vom Betriebsrat der Kreisklinik. „Wir begleiten das gerne mit und setzen alles dran, die Bedingungen zu verbessern“. Aber: Über Jahre sei das Personal ausgedünnt worden. Der Träger müsse gegensteuern. Der Frust sei groß, wenn das Haus am Jahresende ein Defizit verbuche, obwohl sich das Personal einen Arm abgerissen habe. (Martina Biedenbach)

Grundsätzliche Krankenhausreform gefordert

Pandemie, Finanzierungslücken, Personalmangel. All das belaste deutschlandweit die Krankenhäuser. Landrat Jürgen van der Horst sowie Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese forderten bei der Vorstellung des neuen PSZ von der Politik in Bund und Land eine grundsätzliche Krankenhausreform. „Es fehlt eine Lösung für das große Ganze“, sagte Frese. Er lobte die Initiativen des Landrats für die Modernisierung der Kreisklinik. 

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