„Kümmerer“ soll Leerstände in Frankenberger Fußgängerzone vermarkten

Die Fußgängerzone Frankenberg: Vor kurzem hat dort eine kleine Mode-Boutique geschlossen (Foto). Es ist aktuell der 17 Ladenleerstand in der Einkaufsstraße. Foto:  Paulus

Frankenberg. 17 leer stehende Geschäfte gibt es aktuell in der Frankenberger Fußgängerzone. Einer, der helfen soll, neue Mieter dafür zu finden, ist Uwe Hillemeyer.

Seit gut einem Jahr sollen Hillemeyer und sein Immobilien-Büro aus Lippstadt in Westfalen als „Kümmerer“ die Frankenberger Fußgängerzone wieder beleben und neue Mieter für die leer stehenden Läden finden. Konkrete Ergebnisse oder unterschriebene Mietverträge gibt es seitdem noch nicht, muss Hillemeyer im Interview mit der HNA zugeben.

„Wir brauchen Geduld und einen langen Atem“, sagt der Diplom-Betriebswirt. Doch er ist zuversichtlich: Das Konzept, eine Fußgängerzone als Open-Air-Einkaufszentrum zu vermarkten, sei einzigartig in Deutschland.

Herr Hillemeyer, Sie wurden im Januar 2016 als „Kümmerer“ für die Fußgängerzone vorgestellt. Worum haben Sie sich schon gekümmert?

Uwe Hillemeyer: Wir haben zunächst unseren Schwerpunkt auf die Bestandserhebung gelegt sowie einen Branchenmix-Katalog erarbeitet, wie die bisher angebotenen Sortimente in der Fußgängerzone attraktiv ergänzt werden können. Jetzt haben wir einen Überblick, um Filialisten gezielt anzusprechen und Frankenberg schmackhaft zu machen. Dabei werden wir nur erfolgreich sein, wenn sich Eigentümer, Händler und Stadt gemeinsam um die Fußgängerzone kümmern. Für das Projekt brauchen wir Geduld und einen langen Atem.

Wie muss man sich Ihre Arbeit konkret vorstellen?

Hillemeyer: Mit der Sanierung der Fußgängerzone ist ein wesentlicher, aber nicht alleiniger Baustein gelegt. Nun ist es an den Eigentümern, ihre Mietvorstellungen auf ein realistisches Maß zu bringen und ebenfalls in ihre Immobilien zu investieren, um den Anforderungen an zeitgemäßen Einzelhandel gerecht zu werden. Die Idee der Stadt, die Fußgängerzone als ein Einkaufszentrum zu vermarkten, ist einzigartig in Deutschland und daher sehr spannend. Unsere Aufgabe wird es sein, die Eigentümer über Mietmodelle im Einzelhandel zu informieren und Filialisten einzuladen, um sich vom „Einkaufszentrum Neustädter Straße“ zu überzeugen. Ich bin vorsichtig zuversichtlich, da ich den Eindruck habe, dass unter anderem durch bessere Qualität des öffentlichen Raumes bereits eine höhere Frequenz in der Fußgängerzone zu beobachten ist.

Die Zahl der Leerstände in der Fußgängerzone nimmt eher zu als ab. Was ist das Problem in und an Frankenberg?

Hillemeyer: Der Einzelhandel allgemein befindet sich seit Jahren in einem Umbruch mit immer stärkerer Konkurrenz im Internet. Hierauf muss der stationäre Einzelhandel reagieren mit Qualität in der Beratung, Service und einem gemeinsamen Auftreten. Die örtlichen Händler müssen den Kunden näher sein als das Internet und Outlet-Center, sie müssen den Menschen begreifbar machen, dass jeder Klick am Computer ein Messerstich ins Herz des hiesigen Einzelhandels ist. Einheitliche Ladenöffnungszeiten und gemeinsame Marketing- und Werbeaktivitäten dürfen kein Tabu sein, sondern müssen aktiv seitens der Händler angegangen werden.

Was spricht dafür, in Frankenberg einen Laden zu eröffnen? Ist es nach der Sanierung der Fußgängerzone leichter, jemanden zu überzeugen? Antworten auf diese und weitere Fragen in der gedruckten Samstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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