Satirischer Jahresrückblick mit Bernd Gieseking

Kabarett und Karikatur: Der Satiriker Bernd Gieseking sprach sich bei seinem Auftritt in Frankenberg für die Meinungsfreiheit in Wort und Zeichnung aus. Foto:  Völker

Frankenberg. Als der Kabarettist Bernd Gieseking vor ein paar Wochen mit seinem Jahresrückblick „Ab dafür“ zum 21. Mal auf Tournee durch die Region startete, stellte er eine große, von seinem Freund Harm Bengen gezeichnete Karikatur auf die Bühne.

Es war ein Baby-Teufel in Windeln mit Schnuller. „Als das Böse noch klein war“, lautete das Motto. Mit dem schockierenden Attentat in Paris gegen die Zeichner von „Charlie Hebdo“ holte Gieseking die Wirklichkeit ein – „das Grausamste, was sich jeder denken kann“.

Die Betroffenheit war dem Satiriker, den Kulturring und Stadtbücherei Frankenberg gemeinschaftlich eingeladen hatten, noch anzumerken bei seinem Auftritt in der Ederberglandhalle. „Wie nötig es ist, für die Freiheit von Papier, Zeichnung und Wort aufzustehen und sich gegen religiösen Wahn und Gewalt einzusetzen, hat dieses furchtbare Ereignis gezeigt“, sagte Gieseking. Die weltweite Solidarität mit den französischen Karikaturisten erfülle ihn mit Stolz – auch sein Cartoonist Harm Bengen hat sich mit ihnen solidarisch erklärt.

Umgekehrt nahm Gieseking die Pegida-Bewegung kritisch aufs Korn, machte sich lustig über die „patriotischen Europäer und national gesinnten Deutschen, denen für ihre Weihnachtslieder erst mal Notenblätter ausgegeben werden mussten, denn sie kannten nur die erste Strophe“. Wenn diese Demonstranten solche Lieder sängen, sei das, „als wenn man Gotthilf Fischer in einer Heavy-Metal- Band auftreten lässt“.

Von Karl-Hermann Völker

Wen der gebürtige Ostwestfale Gieseking noch so alles auf die Schippe nahm, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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