Bausubstanz ist gefährdet

Kulturzentrum und Museumserweiterung: Ideen für Alte Schule in Gemünden

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In schlechtem Zustand: Das Gebäude der Alten Schule in Gemünden soll nach einer Renovierung zu einem Kulturzentrum werden. Das fordert die CDU.

Gemünden. Es verfällt zusehendst: Das Gebäude der Alten Schule in der Hofstraße 6 in Gemünden. Am Donnerstag brachte die CDU einen Antrag ins Parlament ein.

Sie will, dass aus dem Fachwerkhaus, das sich im Besitz der Stadt Gemünden befindet, ein Kultur- und Tagungszentrum wird. Der Antrag wurde zur weiteren Diskussion in die Ausschüsse verwiesen.

„Die Bausubstanz ist gefährdet. Dass dies so gekommen ist, ist für uns nicht nachvollziehbar“, sagte Armin Körbs (CDU). Aus denkmalpflegerischen Gründen müsse das Haus erhalten werden, dazu sei die Stadt verpflichtet. „Im Zuge dessen muss es aber einer Nutzung zugeführt werden, die es rechtfertigt, dass über das Programm der sozialen Stadt die Instandsetzung gefördert wird“, sagte Körbs. „Der Magistrat soll Verhandlungen mit der evangelischen Kirchengemeinde aufnehmen, mit dem Ziel, dass das Gebäude einer gemeinsamen Nutzung durch Stadt und Kirche als Kultur- und Tagungszentrum zugeführt werden kann.“

In der Kirchengemeinde gebe es verschiedene Gruppen wie Kirchenvorstand, Posaunenchor, Singkreis und Konfirmanden, die Räume benötigen. „Die Stadt könnte das Gebäude für Sitzungen und Tagungen nutzen. Darüber hinaus gibt es auch noch andere Gruppen und Vereine, wie die Theatergruppe oder den Museumsverein, die das dann renovierte Gebäude nutzen können“, so Körbs. Auf die Frage aus den Reihen der SPD, wie das ganze finanziert werden soll, sagte der CDU-Politiker: „Wenn Kirche und Museumsverein mit im Boot sind, müssten sie sich an der Finanzierung beteiligen. Zudem müssen wir versuchen, Zuschüsse vom Land zu aquirieren.“

Im Parlament war auch Norbert Otto zu Gast. Der Vorsitzende des Museumsvereins möchte, dass die Alte Schule renoviert und von Bürgertreff und Museum genutzt wird. „Im Bürgertreff finden gut besuchte Vorträge statt. Der Raum, in dem wir sind, ist zu klein“, so Otto. Zudem sei kein Platz für Sonderausstellungen. „Für die Pflege des kulturellen Erbes von Gemünden sind wir verantwortlich. Das Museum ist ein lebendes Projekt und wir müssen für die Bevölkerung stets neue Angebote machen, sonst stirbt die Geschichte. Sonderausstellungen können wir in den begrenzten Räumen nicht anbieten.“

Otto betonte auch, dass Exponate aus der Bevölkerung, insbesondere Archivmaterial wie alte Flurkarten, wegen Platzmangels nicht fachmännisch gelagert werden könnten und man daher nicht so viel zeigen könne. „Die an das Museum und den Bürgertreff angrenzende Alte Schule ist daher ideal, um unser Angebot zu erweitern.“ Man könne bei der Renovierung einen Durchgang schaffen. „Das ist mit Kosten verbunden. Aber es kostet auch nicht Millionen. Der Museumsverein hat es damals geschafft, 20.000 Euro Spenden zu sammeln, um sich am Projekt Stadtmuseum und Bürgertreff zu beteiligen“, so Otto. Er habe die Idee zur Erweiterung auch an die Region Burgwald-Ederbergland gemeldet, um vielleicht über das Leader-Programm an Fördergeld zu kommen.

Die Kirchengemeinde in Gemünden ist hinsichtlich einer Umnutzung der Alten Schule nicht gänzlich abgeneigt. Das sagte Pfarrer Herrmann Noll am Freitag auf Anfrage der HNA. Er betonte aber ausdrücklich, dass die Kirche das allein nicht stemmen könne.

Was die Kirchengemeinde noch zu den Plänen der CDU und des Museumsvereins sagt und wie weitere Parlamentarier sowie Bürgermeister Frank Gleim die Ideen einschätzen, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine 

Von Philipp Daum

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