Mann muss 1500 Euro an Frankenberger Tafel zahlen

Kurierdienst-Fahrer nahm Briefe mit, weil er Geld stehlen wollte

+

Frankenberg. Ein Kurierdienstfahrer hat zugegeben, Briefe zurückbehalten zu haben, um sie nach Geld und Gutscheinen zu durchsuchen. Die Polizei stellte ihm eine Falle.

Der ehemaliger Mitarbeiter eines Subunternehmens der Deutschen Post hat am Donnerstag vor Gericht gestanden, im September 2013 insgesamt 47 Briefe behalten zu haben, statt sie direkt nach der Briefkasten-Leerung im Post-Depot in der Sudetenstraße in Frankenberg abzuliefern.

Der 53-Jährige aus dem Frankenberger Land räumte ein, dass er untersuchen wollte, ob sie Geld oder Gutscheine enthielten, um diese zu stehlen.

Dafür verhängte Amtsrichterin Andrea Hülshorst eine Verwarnung mit Strafvorbehalt; das ist eine Art Geldstrafe zur Bewährung. Der Angeklagte müsste 1800 Euro zahlen, wenn er sich in den nächsten zwei Jahren nicht bewähren würde. Tatsächlich zahlen muss er aber 1500 Euro an die Frankenberger Tafel.

Als Gründe für die milde Strafe führte die Richterin an, dass der Mann geständig und nicht vorbestraft war, nach der Tat seinen Job als Kurierdienst-Fahrer verloren hat und auch nicht wieder für die Post arbeiten kann.

Auf die Schliche gekommen war die Polizei dem Angeklagten dadurch, dass sie ihm eine Falle gestellt und einige Briefe präpariert hatte. Denn schon vorher stand er im Verdacht, aus Trauer- und Glückwunschkarten Geld und Gutscheine gestohlen zu haben. Im September schnappte die Falle zu.

Die Polizei fand die 47 nicht abgelieferten Brief bei ihm. Ebenso zahlreiche Gutscheine für Frankenberger Geschäfte sowie Geldnoten in Dollar, Schweizer Franken, Kenianischen Schillingen und anderen Währungen. Bei einer ersten Gerichtsverhandlung im vergangenen Jahr hatte der Angeklagte einige Diebstähle eingeräumt, aber angegeben, dass auch andere Personen als Diebe in Frage kämen.

Um ihm Verletzungen des Post- und Fernmeldegeheimnisses sowie Diebstahl in allen 31 Fällen beweisen zu können, wären aufwändige Untersuchen bei Absendern und Empfängern nötig gewesen. Um dies zu vermeiden, stellte das Gericht die Verfahren in den 31 Fällen ein und konzentrierte sich auf den Vorfall im September, als die Polizei dem Mann die Falle stellte.

Der Angeklagte gestand diese Tat ein: Er habe die 47 Briefe noch nicht geöffnet, wollte aber untersuchen, ob sie Geld oder Gutscheine enthielten und diese an sich nehmen. Die anderen Briefe wollte er dann noch ins Post-Depot zum Weiterversand bringen, sagte er. Als Motiv nannte er Geldnot. Er bedauerte seine Tat und zeigte sich kooperativ. Der 53-Jährige nahm das Urteil an, das damit rechtskräftig ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.