40 Studenten, 300 Kinder

Mit dem Kuscheltier zum Arzt: Kinder besuchen Teddyklinik

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Besorgt um seinen Teddy Ferdinand: Der sechsjährige Tom Schneider untersucht mit Teddydoc Julia Freudenberg sein Kuscheltier in der Ederberglandhalle in Frankenberg.

Frankenberg. Mehr als 300 Kinder kamen mit ihren Kuscheltieren zur Teddyklinik in Frankenberg. Studenten der Marburger Philipps-Universität kümmerten sich um Hasen, Teddys und Co.

Der sechsjährige Tom aus Ernsthausen macht ein besorgtes Gesicht: „Mein Teddy Ferdinand hat Kopfschmerzen.“ Der zweijährige Teddy ist vom Bett gefallen, erzählt Tom. Direkt auf den Kopf. Gut, dass die Teddyklinik wieder Sprechstunde in Frankenberg hat. Teddydoc Julia Freudenberg nimmt Ferdinand genau unter die Lupe.

Zum achten Mal waren rund 40 Studierende der Marburger Philipps-Universität in der Ederberglandhalle zu Gast. Eingeladen hatte der Frankenberger Lions-Club. „Wir hoffen, dass viele Kuscheltiere behandelt und Kinder wieder glücklich gemacht werden können“, sagt Lions-Präsident Dr. Markus Pfuhl zur Eröffnung.

Ziel der Teddyklinik ist es, den Kindern die Angst vor Arztbesuchen zu nehmen. Die Kinder schlüpfen dafür in die Rolle der Eltern und bringen ihre Kuscheltiere zum Arzt. Mehr als 300 Mädchen und Jungen aus Kindergärten aus dem Frankenberger Land haben sich angemeldet. „Es ist ein wichtiger Ansatz, Kindern auf diese spielerische Art ein anderes Bild von Ärzten zu vermitteln, nämlich dass sie helfen“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß.

„Viele Kindergartenkinder kommen nachmittags zur offenen Sprechstunde mit Eltern oder Großeltern wieder“, freut sich Lions-Mitglied Klaus Wiese, der die Teddyklinik initiiert hatte.

Auf dem Hof hat der DRK-Rettungsdienst einen Rettungswagen aufgestellt, um Kindern zu erklären, wie man beispielweise eine Puppe reanimiert.

Teddydoc Julia Freudenberg untersucht derweil Toms Teddy Ferdinand gründlich. Gewicht, Größe und Farbe des Kuscheltieres werden abgeklärt. Außerdem messen sie gemeinsam Fieber, schauen in Mund und Ohren und impfen Ferdinand gegen die Grippe.

Tom scheint immer noch besorgt um seinen Schützling: Woher die Kopfschmerzen kommen, war noch nicht geklärt. „Wir machen ein Röntgenbild“, sagt Freudenstein. Und tatsächlich: Das Bild zeigt eine große Beule. Schnell verschreibt Freudenstein Ferdinand ein Rezept. Kuscheltherapie und Eisbeutel gibt’s in der Apotheke, die in einem Nebenraum aufgebaut ist. „Der Arztbesuch hat geholfen, Ferdinand geht es schon besser“, sagt Tom. „Trotzdem kommt er zu Hause erst einmal ins Bett.“

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