Entscheidung des Landes gefallen

Landesgartenschau 2027 nicht in Frankenberg: „Trotzdem ein Gewinn“

Auch ohne die Landesgartenschau ist Frankenberg in den vergangenen Jahren schon deutlich grüner geworden – hier der Ederuferpark an der Uferstraße.
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Auch ohne die Landesgartenschau ist Frankenberg in den vergangenen Jahren schon deutlich grüner geworden – hier der Ederuferpark an der Uferstraße.

Die hessische Landesgartenschau 2027 wird nicht in Frankenberg stattfinden. Sie wurde stattdessen erstmals gemeinsam an mehrere Kommunen vergeben, die sich zusammengetan haben.

Frankenberg – Die elf Ausrichter-Kommunen der Landesgartenschau 2027 kommen aus der Region Oberhessen - aus der Wetterau und dem Vogelsberg: Büdingen, Echzell, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Nidda, Ortenberg, Ranstadt und Schotten. Neben der Region Oberhessen und Frankenberg hatten sich auch Schwalmstadt und Dillenburg beworben. Bad Homburg hatte seine geplante Bewerbung zurückgezogen.

„Der Verein Oberhessen hat die Landesregierung mit seiner Bewerbung überzeugt und daher fördern wir die Landesgartenschau des interkommunalen Zusammenschlusses mit bis zu 3,5 Millionen Euro“, erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier und Umweltministerin Priska Hinz am Mittwoch nach der Entscheidung.

„Unsere Glückwünsche gehen an den Verein Oberhessen für dessen erfolgreiche Gartenschaubewerbung“, sagte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß am Mittwoch in einer ersten Stellungnahme. „Im ersten Moment sind wir natürlich enttäuscht über die Absage für Frankenberg. Die Großveranstaltung hätte sicherlich wichtige Impulse für die Stadt gebracht, die Chance auf noch mehr Gäste und sie hätte sich belebend auf Einzelhandel und Gastronomie ausgewirkt.“

Heß: „Wir haben nicht verloren“

„Wir haben aber nicht verloren – ganz im Gegenteil“, sagte Heß. Die Machbarkeitsstudie und der ganze Bewerbungsprozess seien ein Gewinn für Frankenberg. Allen, die Frankenberg bei der Bewerbung unterstützt haben – in der Verwaltung, der Politik, in den Vereinen, von Seiten der Bürgerschaft, der Unternehmen und Institutionen – sagt Heß „herzlichen Dank für ein Jahr voller Engagement“. Die Stadt sei dabei ein Stück näher zusammengerückt.

Heß: „Gerade im Bereich der Bürgerbeteiligung haben wir viele gute Gespräche geführt, auch im Hinblick auf die weitere Stadtentwicklung. Wir sehen uns dadurch in unserem Kurs bestätigt und werden ihn weiterverfolgen – hin zu mehr Grün in der Stadt, mehr Vernetzung, zu gesteigerter Aufenthaltsqualität.“

In der Machbarkeitsstudie fänden sich spannende Ansätze für die weitere Entwicklung Frankenbergs, die auch unabhängig von der Großveranstaltung Landesgartenschau umsetzbar seien. Dabei gehe es um Naherholungsgebiete, um Infrastruktur, zukünftige Besiedelung, um Renaturierung und vieles mehr. Für die Erstellung der Machbarkeitsstudie bzw. der Landesgartenschau-Bewerbung hat die Stadt rund 80.000 Euro investiert.

Alle zwei Jahre im Wechsel mit Thüringen

Landesgartenschauen werden alle zwei Jahre im Wechsel in Hessen und Thüringen veranstaltet. Ziel ist es, dauerhafte und vorbildliche Grünzonen zu schaffen, die die Lebensbedingungen für Menschen, Tiere und Pflanzen verbessern. Die Dauer einer Landesgartenschau beträgt zwischen 12 und 26 Wochen. Neben den wechselnden Bepflanzungen gibt es Ausstellungen sowie größere und kleinere Veranstaltungen auf dem Gartenschaugelände. Bis zum 10. Oktober läuft noch die Landesgartenschau in Erfurt (Thüringen), die nächste in Hessen findet 2023 in Fulda statt. 2006 war Bad Wildungen der Ausrichter.

Für 2027 hatten sich so viele Städte wie nie für die Landesgartenschau beworben. Mit Blick auf die große Zahl der Bewerber sollte das Land Hessen jetzt überlegen, ob man bei so großem Interesse weiterhin beim nur vierjährigen Turnus der Gartenschauen bleibt, findet der Frankenberger Bürgermeister. „Weitere Landesmittel für eine Intensivierung der hessischen Gartenschauen sind aus meiner Sicht in Zukunft nötig.“ 

Bouffier: „Einmalig und besonders“

„Diese Landesgartenschau ist in ihrer Form einmalig und besonders. Sie wird den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit geben, die vielfältigen Schätze der heimischen Natur zu entdecken. Zugleich werden die Regionen durch die Maßnahmen, die wir unterstützen, eine Aufwertung erfahren und nachhaltig davon profitieren“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier anlässlich der Bekanntgabe der Entscheidung.

„Die Landesgartenschau ist mehr als eine zeitlich begrenzte Veranstaltung. Die Auswirkungen der Investitionen sind für die Menschen auch lange nach dem Ende der Landesgartenschau spürbar. Sie verbessern dauerhaft die Lebensqualität vor Ort und verändern das Gesicht der Stadt“, so der Ministerpräsident. „Ich bedanke mich bei allen Städten, die sich ebenfalls beworben haben, für ihre vorgelegten Machbarkeitsstudien“, ergänzte Umweltministerin Hinz.

Durch eine neue Richtlinie können in Hessen erstmals auch interkommunale Landesgartenschauen stattfinden. Der Verein Oberhessen e.V. hat diese Möglichkeit direkt genutzt. Sein Ziel sei es, die Region zukunftsfähig zu machen und ihre Attraktivität als ballungsraumnaher Wohnort und Tourismusdestination zu stärken, teilte die Landesregierung in einer Pressemeldung mit.

„Im Rahmen von einer Landesgartenschau werden zahlreiche Projekte umgesetzt die mehr Natur und Wasser in die Dörfer und Städte bringen. Damit erfüllen sie eine wichtige Funktion für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Sie verbessern das Stadtklima, die Naherholungsmöglichkeiten und generell die Lebensbedingungen für die Menschen und die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Die Bedeutung von Grünflächen als Erholungsort hat sich während der Corona-Pandemie noch einmal verstärkt“, betonte Hinz. „Ich bin überzeugt, dass die Landesgartenschau 2027 in Oberhessen ein großer Erfolg wird und beispielhaft sein wird für andere Regionen in Hessen.“

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