Kann auch Kronkorken sein

Landesstraße bei Schreufa wird nach Blindgängern abgesucht

Kampfmittelsondierung an der Landesstraße 3076 zwischen Schreufa und Sachsenberg: Bauleiter Sascha Krell von Hessen-Mobil an dem Messwagen der Fachfirma aus Schwarzach.
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Kampfmittelsondierung an der Landesstraße 3076 zwischen Schreufa und Sachsenberg: Bauleiter Sascha Krell von Hessen-Mobil an dem Messwagen der Fachfirma aus Schwarzach.

An der Landesstraße 3076, die aktuell zwischen Schreufa und Sachsenberg für den Verkehr gesperrt ist, wird derzeit alles sorgfältig nach Kampfmitteln durchsucht.

Schreufa – Zwei Mitarbeiter einer Fachfirma aus Schwarzach sind dort mit Spezialgeräten im Einsatz und durchforsten den Boden nach möglichen Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Mit einem unscheinbar aussehenden Messwagen, der mit Metalldetektoren ausgestattet ist und einem Georadar, fahren sie im Laufe der nächsten Tage Stück für Stück die rund 16 000 Hektar ab, die es zu sondieren gilt.

Hintergrund ist die für kommendes Frühjahr geplante Fahrbahnerneuerung auf der Strecke. „Wir müssen vor jeder Baumaßnahme, die wir anfangen, Kontakt mit dem Kampfmittelräumdienst in Darmstadt aufnehmen“, erläutert Sascha Krell von Hessen-Mobil, der die Bauleitung hat. Bei dem Gebiet an der L 3076 handele es sich nach Auskunft des Darmstädter Amtes um eine Einflugschneise für Bombenabwürfe und deshalb müsse der Untergrund im Vorfeld auf mögliche militärische Altlasten untersucht werden.

„Die Messgeräte reichen bis in fünf Meter Tiefe“, sagt Sascha Krell. „Sobald sie auf Metall stoßen, schlagen sie aus. Das kann aber dann auch ein einfacher Kronkorken sein.“ Auch ein alter Ackerpflug sei in der Nähe von Marburg schon mal gefunden worden.

Ähnlich wie auf einem Ultraschallbild würden im Boden liegende Gegenstände sichtbar gemacht. Die genaue Auswertung der Funde erfolge allerdings erst in der kommenden Woche durch den Projektleiter am Computer.

„Bevor wir mit den Straßenbauarbeiten anfangen, müssen wir die Teile auch freigraben“, teilt der Hessenmobil Mitarbeiter mit. „Falls dann tatsächlich eine mögliche Bombe zutage kommt, muss der Kampfmittelräumdienst kommen.“

Die meisten Funde seien zum Glück harmlos, ergänzt Martin Gilfert von der Firma PD Bohr- und Sondiergesellschaft. Es komme aber auch vor, dass man auf Bombensplitter stoße, dann müsse man damit rechnen, dass eine Bombe in der Nähe sei.

Sperrung: Wegen der Kampfmittelsondierung ist die Landesstraße 3076 zwischen Schreufa und Sachsenberg noch bis Freitag, 13. November gesperrt. Die Umleitung ist ausgeschildert und führt über Viermünden, Ederbringhausen und Niederorke.

Von Susanna Battefeld

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