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Wochenmarkt in Frankenberg will verpackungsfrei werden

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Von: Gerhard Meiser

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Einkauf ohne Verpackungen – das wollen die Landfrauen beim Frankenberger Wochenmarkt erreichen. Deshalb stellten sie jetzt ein neues Mehrwegsystem vor, das ab sofort genutzt werden kann. Im Bild: (von links) Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Janina Koch (Friedrichshausen) und Carmen Höhle (Basdorf) von den heimischen Landfrauen sowie Jörg Näther, der das Projekt seitens der Stadt Frankenberg betreut.
Einkauf ohne Verpackungen – das wollen die Landfrauen beim Frankenberger Wochenmarkt erreichen. Deshalb stellten sie jetzt ein neues Mehrwegsystem vor, das ab sofort genutzt werden kann. Im Bild: (von links) Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Janina Koch (Friedrichshausen) und Carmen Höhle (Basdorf) von den heimischen Landfrauen sowie Jörg Näther, der das Projekt seitens der Stadt Frankenberg betreut. © mjx

Unverpackt-Läden liegen im Trend – und auch der Frankenberger Wochenmarkt der Landfrauen, der jeden Samstagvormittag in der Rathausschirn am Obermarkt stattfindet, will verpackungsfrei werden. Deshalb gibt es beim Wochenmarkt jetzt ein Mehrwegsystem mit Frischhalteboxen.

Frankenberg – „Die Kunden sollen ihren Einkauf weitgehend ohne Verpackung erledigen können, sie sollen nachhaltig einkaufen und gleichzeitig etwas Gutes tun“, sagt Carmen Höhle als Sprecherin des Wochenmarktes. Durch den Einkauf ohne Verpackung solle vor allem der CO2-Fußabdruck reduziert und ein Zeichen gegen die „Vermüllung der Natur“ gesetzt werden.

„Unverpackt einkaufen ist ein großes Thema“, sagt auch Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß. „Ich finde es gut, dass der Wochenmarkt mit diesem Projekt in die Zukunft geht und damit etwas Gutes tut. Daran sollten sich alle ein Beispiel nehmen“, sagt Heß.

Das Unverpackt-Projekt hatte die Stadt Frankenberg angeregt, die Anschubfinanzierung wurde mit Fördergeld aus dem Landesprojekt „Ab-in-die-Mitte“ und Eigenkapital des Wochenmarktes ermöglicht. Im Vorfeld war der Plan ausführlich mit Vertretern des Veterinäramtes des Landkreises, Mitarbeitern der Stadt und Landfrauen des Wochenmarktes besprochen worden.

Bei den Überlegungen ist letztlich ein Mehrwegverpackungssystem mit qualitativ hochwertigen Frischhalteboxen in zwei Größen mit 500 und 750 Millilitern herausgekommen. Die können nun für einmalig 8 Euro auf dem Markt gekauft werden. „Der Einkauf wird dann in die Dosen gefüllt. Beim nächsten Einkauf bringen die Kunden die Dosen einfach wieder mit, sie werden gegen eine neue Dose ausgetauscht“, erklärt Carmen Höhle. Rohes Fleisch dürfe beispielsweise aber nicht in diese Behältnisse verpackt werden.

Die Dosen werden nach Gebrauch fachgerecht gereinigt und gehen zurück in den Mehrweg-Kreislauf. Ziel sei es, die Menge der vermeidbaren Verpackungen auf ein Minimum zu reduzieren, erklärt die Sprecherin des Marktes. Auch bei der Auswahl der Mehrwegbehälter sei auf den CO2-Fußabdruck geachtet worden: Die Behälter seien relativ heimatnah bestellt worden, um eine weitere Anlieferung zu vermeiden. Die Frankenberger Druckerei Schöneweiß habe die spülmaschinenfesten Aufkleber klimaneutral hergestellt.

„Dies ist unser erster Schritt bei der Unterstützung der Stadt Frankenberg und des Landkreises in ihrem Bemühen, bis 2035 klimaneutral zu werden“, sagt Landfrau Carmen Höhle. „Wir hoffen, dass sich viele Menschen beteiligen.“ Weitere Ideen seien bereits in der Planung – beispielsweise die Frankenberger Kiste, die mit saisonalen und regionalen Produkten und Zubereitungsvorschlägen der Landfrauen 2023 kommen soll.

Seit mehr als 35 Jahren findet der Frankenberger Wochenmarkt der Landfrauen immer samstags von 8.30 bis 12 Uhr in der Schirn des historischen Rathauses statt. Regionale Produkte können dort vom Direktvermarkter ohne Umwege über den Einzelhandel gekauft werden. Die Preise können daher mit denen von großen Handelsketten konkurrieren. Aufgrund der kurzen Handelswege der Direktvermarkter ist der CO2-Fußabdruck in der Regel deutlich kleiner. Auch in Sachen Frische kann der Wochenmarkt mithalten. Nicht selten kommt es vor, dass der Kohlkopf erst am selben Tag geerntet wurde.

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