Mähen, binden, sprayen 

Landjugend Geismar bastelt  in Handarbeit Erntekronen für 2018 

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Trocknen: Vor dem Binden der Erntekrone mussten die aus den Weizen- und Haferähren gebundenen Sträuße erst einmal in einer Scheune trocknen – hier gezeigt von Mathias Eckel und Julian Graß.

Geismar. Ob bei Auftritten oder Festzügen: Die Erntekrone gehört zur Landjugend Geismar wie der Volkstanz und die Tracht. Etwa alle vier Jahre muss die Krone neu gebunden werden. 

Auch auf dem Vereinsbanner kommt die Bedeutung der zusammengebundenen Ähren zum Ausdruck: Ein Pärchen tanzt unter der Erntekrone. Deshalb soll die Erntekrone auch beim Fest der Landjugend im nächsten Jahr ins rechte Licht gesetzt werden.

Etwa alle vier Jahre muss die Erntekrone neu gebunden werden, weil sie dann nicht mehr in Form ist. Jetzt war es wieder soweit: Für das Fest „70 Jahre Landjugend“ und „30 Jahre Kinderlandjugend Geismar“ über das Himmelfahrtswochenende vom 9. bis 13. Mai 2018 fertigten die jungen Mitglieder gleich zwei Erntekronen. Eine große soll beim Festakt unter der Decke aufgehängt werden, eine kleinere und leichtere beim Festumzug eingesetzt werden.

Ihre runden Geburtstage feiert die Landjugend Geismar im Frühjahr mit dem „3. Internationalen Trachtentreffen“. Dazu werden auch Gruppen aus Irland, Ungarn, Österreich und Polen erwartet.

Die Vorbereitungen für das Binden der beiden Erntekronen begannen schon im Sommer: Mit der Sense wurden Weizen und Hafer abgemacht. „Wir sind ein Traditionsverein“, begründen Julian Graß und Elena Scholl, die beiden Vorsitzenden der Landjugend, und 2. Vorsitzender Mathias Eckel die ungewohnte und auch beschwerliche Handarbeit: „In Geismar halten wir an dieser Tradition fest.“

Handarbeit: Die Erntekrone wird in mühsamer Handarbeit gebunden. Viele Stunden werden dafür gebraucht.

Nach dem Sensen ging die Handarbeit dann erst so richtig los: Einen ganzen Tag lang wurden aus den Ähren jede Menge kleine Sträuße gebunden – unterm Strich mehr als 1200 Stück. „Das ist viel Arbeit“, erzählen die Landjugendlichen. Anschließend wurden die Gebinde in einer Scheune für einige Wochen zum Trocknen aufgehängt. Zum Haltbarmachen der Sträuße wurde Haarspray eingesetzt.

Das Binden der Erntekronen war dann schon ein kleines Fest: Bei der Arbeit gab es Bratwurst und kühle Getränke. Etwa 15 bis 20 Mitglieder waren rund zehn Stunden lang damit beschäftigt. Darunter auch einige ganz junge Landjugendliche: „Es ist Tradition bei uns, dass diese Arbeit an die Jüngeren weitergegeben wird“, erklärt Vorsitzender Julian Graß: „Damit wollen wir erreichen, dass auch die nächste Generation schon das Binden der Erntekrone lernt.“ Vor allem die abschließenden Arbeiten seien immer „sehr kompliziert“.

1948 von neun jungen Leuten des Dorfes gegründet, ist Geismar die älteste Landjugend Hessens. 1988 kam die Kindergruppe dazu. Die Gruppe hat rund 300 Mitglieder, davon beteiligen sich etwa 40 aktiv am Vereinsleben. (mjx)

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