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Landkreis fördert die Sanierung des ehemaligen Viermündener Pfarrhauses

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Von: Jörg Paulus

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Einen Förderbescheid über 25 000 Euro haben (von links) Kreis-Bauamtsleiterin Susanne Paulus, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese und Kreisdenkmalpflegerin Antje Paul (rechts) an Familie Schwarz übergeben, die ihr baldiges neues Heim auf einem kleinen Rundgang präsentierte.
Einen Förderbescheid über 25 000 Euro haben (von links) Kreis-Bauamtsleiterin Susanne Paulus, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese und Kreisdenkmalpflegerin Antje Paul (rechts) an Familie Schwarz übergeben, die ihr baldiges neues Heim auf einem kleinen Rundgang präsentierte. © Landkreis/nh

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg unterstützt die Familie Schwarz mit 25 000 Euro bei der Sanierung des ehemaligen Viermündener Pfarrhauses.

Viermünden – Familie Schwarz aus Viermünden erhält vom Landkreis eine Förderung über 25 000 Euro, um das alte Pfarrhaus in Viermünden zu sanieren. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm zur Sanierung alter Bausubstanz. Damit will der Landkreis den Erhalt von Gebäuden unterstützen, die zwar alt sind, im Sinne des Denkmalschutzes aber nicht alle Auflagen erfüllen, umfangreich gefördert zu werden.

„Ziel des Programms ist es, neue Nutzungskonzepte für ältere Gebäude zu ermöglichen, Akzente zu setzen und Anreize für eine noch lebenswertere Gestaltung des ländlichen Raums zu schaffen“, teilt der Landkreis in einer Pressemitteilung mit. Der Umbau des Pfarrhauses in Viermünden in ein modernes Wohngebäude, ohne den altehrwürdigen Charakter der „Pfarrei“ zu verändern, sei in diesem Sinne „ein besonders spannendes Projekt“.

Viermündener Pfarrhaus als persönliches Weihnachtsgeschenk gekauft

Im vergangenen Jahr zu Weihnachten haben Prof. Dr. Mike Schwarz und seine Frau Sabrina das alte Pfarrhaus in Viermünden als ganz persönliches Weihnachtsgeschenk gekauft. Danach sind sie die Sanierungsarbeiten in enger Absprache mit den Denkmalbehörden angegangen. Noch vor Beginn der Baumaßnahme wurde das Pfarrhaus aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung vom Landesamt für Denkmalpflege zum Einzelkulturdenkmal hochgestuft, berichtete der Kreis. Es werde nun in denkmalschützerischen Belangen losgelöst von der benachbarten Petri-Kirche betrachtet, mit der zusammen es zuvor als Gesamtanlage galt.

Regionale Fachfirmen arbeiten bei der Sanierung des Hauses aus dem Jahr 1888 mit denkmalgerechten Baustoffen. Die Eltern und die Söhne Janus (8) und Josua (5) packen ebenso mit an wie Freunde und Verwandte.

Dabei lege die Familie Schwarz großen Wert darauf, historische Bauteile wie Türen und Fußböden möglichst in der Sanierung zu bewahren. Wenn doch neue Bauteile verwendet werden müssen, sind diese aus Lehm, Stein, Schilf oder Holz – wie zur Zeit der Errichtung des Pfarrhauses. „Bei unserem Umbau habe ich einen ganz neuen, hohen Respekt vor handwerklichem Arbeiten bekommen“, sagt Mike Schwarz.

„Leben in alte Gebäude zu bringen, etwas gegen die vielen Leerstände zu tun und damit den ländlichen Raum noch ein wenig attraktiver zu gestalten, genau das ist es, weshalb wir unser Förderprogramm aufgelegt haben“, betont Baudezernent Frese. Nicht jeder Ort komme in die Dorferneuerung mit ihren Förderprogrammen, es reiche außerdem nicht aus, immer wieder das „Zurück aufs Land!“ zu predigen. Alle Beteiligten müssten etwas tun, dies umzusetzen, so natürlich auch im erweiterten Bereich des Denkmalschutzes.  (Jörg Paulus)

Förderprogramm für alte Bausubstanz mit 500 000 Euro pro Jahr

Das Förderprogramm des Landkreises zur Sanierung alter Bausubstanz läuft vorerst vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2023. Mit ihm sollen vor allem kleinere Orts- und Stadtteile als Wohn- und Wirtschaftsstandort gestärkt werden. Bauherren erhalten beim Förderantrag Unterstützung durch den Fachdienst Bauen des Landkreises. Das Interesse sei so groß, dass die 500 000 Euro an Gesamtmitteln selbst für das Jahr 2023 schon fast restlos vergeben sind, teilte der Kreis mit. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Kommunen, Vereine, Verbände oder Unternehmen können die Fördermittel in Anspruch nehmen. Voraussetzung sind bauliche Investitionen an Gebäuden und Grundstücken in den Ortskernen mit einer Mindest-Investition von 10 000 Euro. Die Höhe der Förderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten bei einer Höchstsumme von 25 000 Euro.

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