Stadt und Kreis stellten Pläne vor

Landratsamt in Frankenberg übergeben: Stadt darf Ostflügel jetzt abreißen

Schlüsselübergabe Ostflügel Landratsamt in Frankenberg. Im Bild vorne Landrat Kubat (links) und Bürgermeister Rüdiger Heß sowie in der 2. Reihe (von links) Stadtverordnetenvorsteher Björn Jäger, Kreistagsvorsitzender Rainer Hesse und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese; dahinter Vertreter von Kreis und Stadt.
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Schlüsselübergabe Ostflügel Landratsamt in Frankenberg. Im Bild vorne Landrat Kubat (links) und Bürgermeister Rüdiger Heß sowie in der 2. Reihe (von links) Stadtverordnetenvorsteher Björn Jäger, Kreistagsvorsitzender Rainer Hesse und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese; dahinter Vertreter von Kreis und Stadt.

Landrat Dr. Reinhard Kubat sprach von einem „geschichtsträchtigen Moment“: Der Landkreis hat den Ostflügel des Landratsamtes in Frankenberg an die Stadt Frankenberg übergeben. Die Stadt darf das bereits leer geräumte Verwaltungsgebäude nun abreißen.

Frankenberg – Vorausgegangen waren „intensive Verhandlungen“, wie Landrat Dr. Reinhard Kubat bei der Schlüsselübergabe berichtete. „Wir haben uns lange Gedanken gemacht, ob wir das Gebäude hergeben. Letztlich haben wir einen Weg aufeinander zu gefunden und eine Einigung erzielt.“

Die Einigung sieht so aus: Die Stadt Frankenberg kauft den Ostflügel (Baujahr 1962 bis 1964; Grundfläche 600 Quadratmeter) für 54.000 Euro vom Landkreis und wird ihn abreißen, um dort die innerstädtische Entwicklung weiterzuführen. Der Abriss soll Mitte September beginnen und etwa zwei, drei Monate dauern. Der Kreistag hatte der Übergabe des Ostflügels im November zugestimmt. Hätte der Kreis das Gebäude behalten, hätte eine Sanierung rund 1,3 Mio. Euro gekostet.

Der Landkreis ist bereits aus dem Ostflügel ausgezogen. Die Fachdienste Bauen, Umwelt sowie Mitarbeiter der Fachdienste Brandschutz und Dorfentwicklung sind in Büros auf dem Stölcker-Gelände in Schreufa gezogen, die Zulassungs- und Führerscheinstelle hat Container in der Auestraße 12 in Frankenberg bezogen. Beides wurde bis 2023 vom Kreis angemietet.

Unser Drohnenfoto zeigt das Landratsamt und den Parkplatz: Der Ostflügel (linke Seite des quadratischen Gebäudekomplexes) wird abgerissen. Die Nemphe, die in dem Bereich derzeit nur durch einen Schacht zu sehen ist, wird freigelegt und renaturiert. Die Parkplätze von dort werden verlegt – dafür werden die Garagen (unten rechts im Bild) abgerissen.

„Es war eine sportliche Aufgabe, Übergangslösungen zu finden“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese und dankte den Mitarbeitern, dass sie diese Veränderungen mitgehen.

Landkreis hat dauerhafte Lösungen gefunden

Im Gespräch mit der HNA berichtete Frese, wie es dauerhaft weitergehen soll: Der Landkreis werde als Mieter mit einigen Diensten – zum Beispiel Bauaufsicht, Gebäude- und Abfallwirtschaft – in die zweite und dritte Etage des Sparkassen-Hauses in der Uferstraße einziehen, das von der Sparkasse umfassend saniert werde. Die Zulassungsstelle werde, wie berichtet, als Mieter in ein Geschäftshaus einziehen, dass die Firma Finger-Haus in der Frankenberger Innenstadt bauen will.

Und der Landkreis bleibt mit weiteren Fachdiensten in den Räumen des ehemaligen Klosters Sankt Georgenberg, das als Landratsamt vom Abriss des Ostflügels unberührt bleibt. „Damit sichern wir die zentralen Verwaltungsstrukturen hier in Frankenberg auf Dauer“, sagte Frese.

Stadt will Klosterumfeld umbauen

Der Stadt Frankenberg gehe es mit dem Abriss des Ostflügels darum, die Stadtentwicklung im Bereich Uferstraße fortzusetzen „und den schönen Innenraum des Klosters zu öffnen“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß.

Der jetzige Parkplatz werde zum Teil entsiegelt, die Garagen würden abgerissen und die gesamte Fläche neu strukturiert. „Die Parkplätze bleiben erhalten, aber das ehemalige Kloster wird mit dem Abriss wieder besser zur Geltung kommen“, sagte Heß. Zusammen mit dem bereits realisierten Ederuferpark sei dort dann „alles aus einem Guss“.

Freier Blick auf Nemphe und Kloster: So könnte der Bereich in der Frankenberger Innenstadt einmal aussehen – aus Blickrichtung Eisen-Finger.

Der Bach Nemphe, der unter dem Parkplatz am Landratsamt vorbeifließt, soll freigelegt werden. Von dort soll in Richtung Ederuferpark eine begrünte Aue entstehen. „Wir machen damit auch Klimaschutz“, betonte Heß: „Wir entsiegeln Flächen und schaffen Grün.“

Die Nemphe wurde ins Programm „100 wilde Bäche für Hessen“ aufgenommen, dem Renaturierungs-Modellprogramm des Landes. „Die Renaturierung bringt einen großen ökologischen Mehrwert mitten in der Stadt“, kündigt Heß an. Die Förderung des Landes beträgt bis zu 95 Prozent der Kosten. Darüber hinaus werden die Anrainer-Kommunen der Nemphe, Frankenberg und Burgwald, bei der Projektplanung, dem Flächenmanagement sowie der organisatorischen Abwicklung unterstützt.

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