Tierfutter ins Hochwassergebiet gebracht

Frankenberger Landwirte spenden 330 Ballen Heu für Flutopfer

Handarbeit: Auch mit Handarbeit wurde beim Aufladen der Rundballen geholfen - hier Yvonne Rininsland und ihr Vater Heinrich Mütze aus Geismar.
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Handarbeit: Auch mit Handarbeit wurde beim Aufladen der Rundballen geholfen - hier Yvonne Rininsland und ihr Vater Heinrich Mütze aus Geismar.

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen der Bundesrepublik haben Landwirte im Frankenberger Land eine große Spendensammlung für ihre in Not geratenen Kollegen auf den Weg gebracht. Am Samstagmorgen startete ein Konvoi mit einem knappen Dutzend Lastwagen mit Tiefladern in die Krisenregion.

Frankenberg -Rund 330 Ballen frisches Heu mit einem Gewicht von etwa 66 Tonnen wurden in das Katastrophengebiet gebracht. Rund vier Stunden brauchten die Sattelschlepper für die Anfahrt in die 250 Kilometer entfernte Gemeinde Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis.

„Es hat alles super geklappt. Die Menschen haben die Futterspenden sehr dankbar angenommen“, berichtete am Samstagabend die Geismarerin Yvonne Rininsland. Sie hatte die Hilfsaktion zusammen mit ihrer Schwester Dr. Kerstin Mütze und ihrem Schwager Dr. Jörg Mütze gestartet. Kerstin und Jörg Mütze betreiben eine Tierarztpraxis für Pferde und Kleintiere in Swisttal-Buschhoven, übers Telefon informierten sie von der katastrophalen Lage in den von der Flutwelle verwüsteten Dörfern und Städten wie Heimerzheim und Rheinbach.

„Bauern haben alles verloren“

Das Anliegen von Kerstin und Jörg Mütze: „Die Bauern in der Hochwasserregion brauchen dringend Futter für ihre Tiere.“ Das Heu der Landwirte im Krisengebiet war in den Wassermassen mitgerissen oder durch übergelaufene Klärgruben, Schlamm, Dreck und ausgelaufene Treibstoffe kontaminiert worden. „Die Bauern hier haben alles verloren, die Wiesen sind vollkommen verwüstet“, berichtete Kerstin Mütze. In den Medien werde über die bedrohliche Futtersituation für Pferde, Kühe und Schafe kaum berichtet.

Yvonne Rininsland und Matthias Eckel vom Kreisbauernverband Frankenberg knüpften schnell die Verbindungen zu den heimischen Landwirten. Aus der ganzen Region gab es eine große Welle der Solidarität. Die Futterspenden kamen aus Laisa, Vöhl, Morschen, Rosenthal, Geismar, Löhlbach, Marienhagen, Frohnhausen, Lehnhausen, Altenhaina und Bottendorf - Fuhr- und Bauunternehmen, Baggerbetriebe und Forstdienstleister stellten die Fahrzeuge für den Transport zur Verfügung.

Weitere Futterspenden

Privatleute und Raiffeisen in Geismar stellten zudem weitere Futterspenden wie Kraftfutter und Hafer zur Verfügung, der Reitverein Frankenberg spendete unter anderem Halfter, Stricke und Decken. Stundenlang wurden die Lastwagen am Freitagnachmittag und Freitagabend überall im Altkreis beladen – mehr als 50 Bauern und Helfer waren im Einsatz. Nach der Ankunft der Sattelschlepper am Samstag in Buschhoven übernahm Jörg Mütze die logistische Organisation: Er dirigierte die Lastwagen direkt zu den betroffenen Höfen.

„Mit diesem Spendenaufkommen hatte ich nicht gerechnet“, freute sich Yvonne Rininsland über die Reaktion der heimischen Landwirte und Unternehmen: „Alle wollen helfen, alle wollen spenden.“ Zum Glück habe es in diesem Jahr eine gute Heuernte gegeben. „Deshalb konnte so viel Futter abgegeben werden. In den letzten drei Hitze-Jahren war die Ernste nicht so gut. Da hatten wir auch nichts.“

Weitere Hilfsaktion geplant

In zehn bis zwölf Wochen wollen Yvonne Rininsland und der Kreisbauernverband Frankenberg die Hilfsaktion noch einmal wiederholen. „Für die zweite Aktion haben wir schon viele Zusagen“, freut sich Rininsland auch über die weitere Unterstützung.  

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