Lautes Hähne-Krähen störte Anwohner: Nach Rangelei vor Gericht

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Krähender Hahn

Frankenberger Land. Weil er seine Nachbarin bei einem Streit wegen Lärmbelästigung geschlagen haben soll, stand ein 47-Jähriger vor Gericht.

Streit um das laute Krähen von Hähnen vergiftet schon seit Jahren die Beziehung zwischen zwei benachbarten Familien, die Wand an Wand in Doppelhäusern leben. Am Freitag stand einer von ihnen, ein 47-Jähriger, wegen Körperverletzung vor dem Frankenberger Amtsgericht.

Er war angeklagt, bei einer dieser Auseinandersetzungen im August 2014 der Nachbarin ins Gesicht geschlagen zu haben, so dass die Lippe aufplatzte, sie Prellungen und Würgemale erlitt. Für diesen Vorfall hatte Amtsrichterin Andrea Hülshorst dem Mann im vergangenen Jahr einen Strafbefehl über 40 Tagessätze à 20 Euro erteilt - ein „Gnadenakt“, wie der Vertreter der Staatsanwalt meinte. Doch der 47-Jährige legte Einspruch ein.

Ihm gehe es darum, dass auch seine Sicht der Auseinandersetzung gehört werde, sagte er. Seit sieben Jahre werde auf dem Nachbargrundstück ständig an Hütten gebaut und gehämmert - vor allem am Wochenende. Die zahlreichen Hähne weckten ihn um 4 Uhr morgens. Auch Kaninchen und Enten würden gehalten und lockten Ratten an. Aufforderungen, mit dem Hämmern aufzuhören, würden nur kurzfristig befolgt, oder von der - seiner Schilderung nach - alkoholkranken Nachbarin mit Schreien und Schimpfen beantwortet. Im August 2014 habe sich die Situation so zugespitzt, dass es zu einem Gerangel kam. Dass auch er Alkohol getrunken hatte - drei Flaschen Schnaps an drei Tagen - gab der Angeklagte freimütig zu. Mittlerweile habe er eine Entziehungskur hinter sich, schilderte er am Freitag.

Bei der Rangelei habe er der Nachbarin aus Versehen im Umdrehen eine gewischt. „Gewischt oder gewürgt, da ist ein Unterschied“, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Er legte dem Angeklagten nahe, den erteilten Strafbefehl doch anzunehmen: Andernfalls drohe eine weitaus höhere Strafe - alleine schon, weil er nun bessere Einkommensverhältnisse vorweise. Hinzu komme, dass alle Zeugen - auch seine Familienangehörigen - unter Eid gehört würden. Bei Meineid drohe Freiheitsstrafe. Die Ehefrau hatte in den Streit mit einer Bratpfanne eingegriffen. „Sie sollten kein Öl ins Feuer gießen“, riet er dem 47-Jährigen.

Nach einer Beratung mit seinem Anwalt ließ dieser sich umstimmen. Doch Ruhe mit den Nachbarn wird er wohl so schnell nicht geben. Es läuft noch ein Zivilverfahren, bei dem es um Schmerzensgeld geht, und ein Verfahren am Verwaltungsgericht wegen der Kleintierhaltung.

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