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Lesung mit Fleischermeisterin Katharina Koch in Frankenberg

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Von: Denise Dörries

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Fleischermeisterin Katharina Koch steht auf dem Bild in dem sogenannten Wurstehimmel. Dort werden die Ahlen Worschte gereift.
Fleischermeisterin Katharina Koch stellte in der Buchhandlung Jakobi in Frankenberg ihre zwei Bücher vor. © Privat

Über Berlin, Paris und New York zurück in die Heimat Calden und nun für eine Lesung nach Frankenberg. Fleischermeisterin Katharina Koch stellte ihre zwei Bücher in der Buchhandlung Jakobi in Frankenberg vor.

Frankenberg – Bücher schreiben stand eigentlich nie auf dem Plan von Katharina Koch. Doch nach zahlreichen Medienberichten wurden die Verlage auf die 36-Jährige und ihre außergewöhnliche Geschichte aufmerksam. Also überdachte sie ihre Zweifel und brachte gleich zwei Bücher in einem Jahr raus.

Im Sommer erschien das Buch „Fleisch ist kein Gemüse“ mit ihren Co-Autoren, den Gastrokritikern Cornelius und Fabian Lange. Im Buch beschreibt die studierte Politikwissenschaftlerin ihren Weg von den Vereinten Nationen in New York zurück in die Familienmetzgerei nach Calden, um diese zu übernehmen. Sie gibt Einblicke in die Wurstproduktion mit uralter Tradition und möchte zeigen, dass eine gesunde Beziehung zwischen Nutztieren, Bauern, Metzgern und Genießern möglich ist.

Im Herbst folgte schon das nächste Buch: „Nordhessische Ahle Worscht – Eine Wurst mit Kultstatus“. Darin erklärt die Fleischermeisterin die Herstellung und Geschichte der nordhessischen Kultwurst. Außerdem beschäftigt sie sich mit Fragen der Nachhaltigkeit und der Zukunft der Wurstkultur.

Buchpassagen erzählen von ihrem Werdegang

In der Buchhandlung Jakobi lauschten rund 30 Interessierte den ausgewählten Buchpassagen. Ein zustimmendes Raunen, gefolgt von einem Lachen zog sich durch die Menge, als Koch von der immer wieder aufkommenden Verwechslung der Ahlen Worscht mit der Salami erzählt. „Die Nordhessen kennen das Problem, wenn man eine Ahle Worscht mitbringt und die Leute diese unbekannterweise als Salami betiteln“, scherzte Koch.

In einer Buchpassage hatte Koch das entscheidende Gespräch mit ihrem Vater vorgelesen, das ihre Entscheidung untermauerte, die Politikkarriere in New York an den Nagel zu hängen und den Familienbetrieb in Nordhessen zu übernehmen. „Es hätte mir das Herz gebrochen, wenn der Familienbetrieb nach der vierten Generation zu Ende gegangen wäre“, sagte Koch, die die Fleischerei in der fünften Generation führt. Das war nicht der einzige Grund, denn generell habe die Arbeit in der Politik sie nie vollständig erfüllt, erinnerte sich Koch auf eine Frage aus dem Publikum.

Ein Problem, welches die Fleischermeisterin immer mehr beschäftigt, ist das Aussterben des Fleischerhandwerks. Daher sieht sich die Nordhessin nicht nur als Fleischermeisterin, sondern auch als Botschafterin ihres Handwerks. „Ich versuche die jungen Leute von dem Beruf zu überzeugen“, betont sie. Passend zum Buch wurde anschließend Ahle Worscht ihrer Landfleischerei Koch aus Calden gereicht. (ded)

Info zu den Büchern: Katharina Koch/Cornelius und Fabian Lange (Hg.): Fleisch ist kein Gemüse, 194 Seiten. ISBN 978-3-98595-162-8, 19,90 Euro. Katharina Koch (Hg.): Nordhessische Ahle Worscht – Eine Wurst mit Kultstatus, 64 Seiten. ISBN 978-3-98595-162-8, 15,90 Euro.

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