Untersuchung zeigt: Manko ist das Frankenberger Stadthaus

Kritik am Stadthaus: In dem dreiteiligen verwinkelten Gebäude neben dem Alten Rathaus auf dem Obermarkt, das 1967 errichtet wurde, sei keine rationelle logistische Arbeit möglich, zum anderen fehle die durchgängige Barrierefreiheit, kritisiert ein Gutachten der Firma real-plan. Das Urteil heizt die Diskussion um einen Verwaltungneubau wieder an. Foto: Biedenbach

Frankenberg. Eine Organisations-Untersuchung bescheinigt der Frankenberger Stadtverwaltung gute Strukturen, kritisiert aber das Verwaltungsgebäude am Obermarkt als unzureichend.

Bürgerfreundliche Öffnungszeiten, stimmige Organisation, angemessene Mitarbeiterzahl - so lautete nach Angaben von Bürgermeister Rüdiger Heß die Bilanz der Firma real-plan, die die Frankenberger Stadtverwaltung bei einer Organisations-Untersuchung unter die Lupe genommen hat. Einziges Manko ist die bauliche Unterbringung der Verwaltung in dem verwinkelten dreiteiligen Gebäude am Obermarkt.

Die Stadtverordneten hatten diese Untersuchung im März 2013 in Auftrag gegeben mit dem Ziel, die Organisation zu begutachten und Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen, erläutert der Bürgermeister.

Die wesentlichen Ergebnisse sind jetzt den Verwaltungsbediensteten und den Mandatsträgern der Stadt vorgestellt worden. „Es stellte sich heraus, dass die Stadtverwaltung in einem vernünftigen Rahmen organisiert ist“, sagt Heß.

Allerdings sei die bauliche und räumliche Unterbringung der Frankenberger Stadtverwaltung unzureichend. Die Gutachter von real-plan wiesen auf die Höhenversprünge der Geschosse in den einzelnen Gebäuden hin. Die Orientierung für Besucher sei extrem schwierig. Zusammengehörige Verwaltungsbereiche seien fragmentiert.

Nur zwei der drei Gebäude besäßen einen Personenaufzug. Eine durchgehende Barrierefreiheit sei nicht gegeben, insbesondere sei eine rationelle Logistik in Form von mechanischen Transporthilfen innerhalb des Stadthauses nicht möglich.

Heß schließt sich der Kritik an: „Die Stadtverwaltung befindet sich in drei Gebäuden, die im Innern über drei Treppenhäuser und zwei Fahrstühle vertikal erschlossen werden. Die Bediensteten und auch die Bürger wissen um die Beeinträchtigungen, die sich aus dieser Gebäudestruktur ergeben. Ich bin froh, dass die Firma real-plan auf diesen Umstand nochmals explizit hingewiesen hat.“

Und damit kommt die bereits vor einem Jahr geführte Diskussion wieder ins Spiel, ob nicht ein Neubau der Stadtverwaltung sinnvoller sei, als die Sanierung des 50 Jahre alten Gebäudes - insbesondere auch aus energetische Sicht. (nh/mab)

Was das Gutachten zur Zahl und Qualifikation der rund 90 städtischen Mitarbeiter sagt, was zur IT-Ausstattung der Verwaltung und was zu Einspar-Potenzial durch das Ratsinformationssystem, das lesen Sie in der gedruckten Freitagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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