Volksfeststimmung mit 200 Treckern

24-Stunden-Pflügen in Dörnholzhausen: Mensch und Maschine stark gefordert

Gruppenfoto vor dem Start: (von links) Severina Eckel, Gerhard Dersch mit seinen Enkeln Laurenz und Leni, Daniel Seibel, Matthias Eckel, August Eckel, Josefina Eckel und Korbinian Eckel. Ein Stück Land auf dem 40 000 Quadratmeter großen Acker blieb allerdings stehen.
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Gruppenfoto vor dem Start: (von links) Severina Eckel, Gerhard Dersch mit seinen Enkeln Laurenz und Leni, Daniel Seibel, Matthias Eckel, August Eckel, Josefina Eckel und Korbinian Eckel. Ein Stück Land auf dem 40 000 Quadratmeter großen Acker blieb allerdings stehen.

Das war echte Zentimeterarbeit. Beim 24-Stunden-Pflügen am Wochenende in Dörnholzhausen zogen Fahrer und Trecker Furche um Furche ihre Bahnen - nonstop einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang. Mensch und Maschine arbeiteten rund um die Uhr, die zwei Schlepper waren im Dauereinsatz.

Dörnholzhausen – Das Wetter spielte perfekt mit: Tagsüber war es spätsommerlich sonnig und mehr als 20 Grad warm, nachts kühlte es sich allerdings bis auf frische sechs Grad ab. Die fünf Fahrer Gerhard Dersch und Daniel Seibel sowie die drei Generationen „Vater-Sohn-Enkel“ August (71), Matthias (48) und Korbinian (16) Eckel schreckte die hochstehende Sonne und die nächtliche Kälte aber kaum ab - gegen die Sonne half ein Hut, gegen die Kälte in den frühen Morgenstunden eine warme Jacke.

Riesenschlepper: Diesen Acker-Giganten bewunderten (von links) Maren Metz mit Sohn Hanno (2) und Melissa Hartmann aus Rosenthal.

Das große Treckerfestival sorgte im kleinen Dörnholzhausen für richtige Volksfeststimmung - für das Fest standen von den 70 Dorfbewohnern 48 auf dem Dienstplan. „Das müssen andere Orte erstmal schaffen“, kommentierte Ortsvorsteher Matthias Eckel den Einsatz seiner Dorfbevölkerung.

400 Besucher kamen am Samstagabend zum Oldie-Abend - und am Sonntagvormittag rollten rund 200 Trecker aller Größenordnungen durch das Dorf in Richtung Festplatz. Beispielsweise ein Fendt 1050 Vario, ein John Deere Traktor mit Frontlader und auch ein Deutz-Oldtimer aus dem Anfang der 1950er-Jahre. Sogar ein Alpina-Rasentraktor mischte sich in die Schlepperparade. Der Hingucker war aber ein 335-PS-starker Kirovets-Trecker aus dem russischen St. Petersburg.

Die erneut 400 Besucher am Sonntagmittag kamen aus dem Staunen über die ausgestellten Acker-Giganten nicht heraus. Auch die kleinen und alten Trecker fanden viel Beachtung und Bewunderung - beim Anblick der Oldtimer schwelgten vor allem die älteren Besucher in Erinnerungen: „In den 1950er- und 1960er-Jahren haben sie die Geburtsstunde dieser Trecker selbst noch miterlebt“, erzählte der Dörnholzhäuser Karl Hecker-Michel.

Bei dem anspruchsvollen Pflüge-Einsatz kamen die Maschinen allerdings an ihre Grenzen. Die Trecker konnten ein Lied von der Belastung singen: Am Sonntagmittag musste der 68 Jahre alte Hanomag von Gerhard Dersch mit einem Filterschaden „mitten auf der Piste“ die Segel streichen. Der Trecker konnte aber repariert werden.

Fachleute: Bei der Schlepperparade wurde gefachsimpelt.

„Tag und Nacht ohne Unterbrechung im Einsatz, das ist schon eine mächtige Beanspruchung für so einen Oldtimer. Die beiden Trecker mussten immerhin 4000 Tonnen Erde bewegen“, erklärte Organisator Matthias Eckel - er ist auch der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. Auch der zwei Jahre jüngere Fendt F12 der Familie Eckel hielt bis zum Ende durch.

Mit nur noch einem Trecker im Rennen war auch das große Ziel, das vier Hektar große Feld vollständig zu pflügen, nicht zu schaffen. „Das Vorhaben ist schon eine große Herausforderung“, sagte Eckel. Es gehe aber vor allem darum, die 24 Stunden durchzuhalten, „und nicht darum, den ganzen Acker zu schaffen“. Unter dem Strich wurden 900 Furchen gefahren, jede 250 Meter lang. „Eine tolle Leistung. Wir hatten sehr schwere Bodenverhältnisse“, kommentierte Eckel die saubere Pflugarbeit. „Die Furchen wurden gerade und gleichmäßig gepflügt“, lautete sein fachliches Urteil - mit dem Maßband sei allerdings nicht gearbeitet worden.  

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