Bauarbeiten an der Wehrweide

2,3 Millionen Euro: Frankenberg baut Brücke und Wege für Radfahrer

Zwischen Kleiner und Großer Wehrweide ist mit dem Bau einer neuen Ederbrücke begonnen worden. Im Bild (von links) Bauamtsleiter Karsten Dittmar, Jannik Schwebel-Schmitt (Vorsitzender Bauausschuss), Jens Nehl (EGF), Planer Frank Miebach (Ingenieurbüro Miebach) und Bürgermeister Rüdiger Heß am Freitagmittag beim symbolischen Spatenstich.
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Zwischen Kleiner und Großer Wehrweide ist mit dem Bau einer neuen Ederbrücke begonnen worden. Im Bild (von links) Bauamtsleiter Karsten Dittmar, Jannik Schwebel-Schmitt (Vorsitzender Bauausschuss), Jens Nehl (EGF), Planer Frank Miebach (Ingenieurbüro Miebach) und Bürgermeister Rüdiger Heß am Freitagmittag beim symbolischen Spatenstich.

Die 1989 aus Anlass des Hessentags in Frankenberg erbaute Holzbrücke zwischen Kleiner und Großer Wehrweide wird bald Vergangenheit sein. Nur wenige Meter weiter fand der offizielle Spatenstich für eine rund 60 Meter lange neue Ederbrücke statt. Auch neue Radwege sollen geschaffen werden.

Frankenberg - Von einem „zukunftsfähigen Bauwerk“ für die Stadt sprach Bürgermeister Rüdiger Heß, von einem „wegweisenden innovativen Projekt“ Planer Frank Miebach vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis. Mit dabei beim Spatenstich waren neben Vertretern aus Politik, Stadt und Bauamt auch Mitarbeiter der beteiligten Firmen und der Straßenverkehrsbehörde.

Die Gesamtbaukosten für das Brückenbauwerk einschließlich Radwegebau und Erneuerung einiger naheliegender Straßen bezifferte Heß auf rund 2,3 Millionen Euro.

Auf unserem Drohnenfoto sieht man in der linken Bildhälfte die Fundamente für die neue Brücke, rechts im Bild die bisherige Brücke, die laut der Stadtverwaltung nicht mehr sanierungsfähig ist. Sie soll abgerissen werden, wenn die neue Brücke fertig ist.

Die alte Holzbrücke soll erst nach Fertigstellung der neuen Brücke in etwa einem Jahr abgerissen werden, solange sollen auch die bestehenden Wegeverbindungen bestehen bleiben, informierte der Bürgermeister. Das Versprechen der Planer: Bis zum Frankenberger Pfingstmarkt 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Fertigstellung ist bis Ende April nächsten Jahres geplant.

„Wir wollen unsere Stadt positiv und zukunftsweisend verändern“, sagte Bürgermeister Heß. Bei dem Neubau gehe es nicht um den Austausch einer Brücke, sondern hauptsächlich, um eine „neue und moderne Wegeverbindung“ zur Stärkung der Nahmobilität und des Fußgängerverkehrs. Diese neue Verbindung sei auch ein lang gehegter Wunsch der Menschen des Wohngebiets Goßberg gewesen, erinnerte Heß. Die Stadt werde ihr städtebauliches Konzept fortsetzen – „unabhängig von der Entscheidung des Landes, die Landesgartenschau 2027 nicht nach Frankenberg zu vergeben“.

So soll die neue Brücke an der Wehrweide über die Eder einmal aussehen.

Früher seien die tragenden Holzteile der alten Brücke ständig der Witterung ausgesetzt gewesen, „bei der neuen Brücke sollen die Holzteile dagegen vor Witterungseinflüssen geschützt sein“, erklärte Heß. Die Brückenbreite gab der Bürgermeister mit vier bis fünf Metern an, in den Edelstahl-Handlauf sollen punktuell Einbaustrahler eingebaut werden – ähnlich wie bei der im vergangenen August eingeweihten Fuß- und Radwegebrücke über den nahen Walkegraben zwischen Wehrweide und Uferstraße. Der Ausbau der drei Meter breiten Radwege über die große Wehrweide (Tierschau-Gelände) soll laut Heß über eine Länge von 900 Metern erfolgen.

Die Eder soll in den Mittelpunkt rücken

Die neue Brücke wird barrierefrei gebaut, die Steigung werde maximal sechs Prozent betragen. Erklärtes Ziel der Stadtpolitik sei es, die Eder auch im Bereich der Wehrweide in den Mittelpunkt zu stellen. Deshalb sei geplant, auf der Kleinen Wehrweide (Pfingstmarkt-Gelände) auch zehn Wohnmobilstellplätze zu installieren. „Wie beim Ederuferpark werden wir möglichst wenig in die Natur eingreifen“, versprach Heß – einige Büsche müssten aber entfernt werden.

Dass es sich bei der Brücke um ein „klimagerechtes Bauwerk“ handele, berichtete Ingenieur Frank Miebach. Insgesamt müssten 120 Kubikmeter Holz verarbeitet werden, dort könnten etwa 200 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingelagert werden. Das Holz sei in Anbetracht steigender Holzpreise glücklicherweise schon gekauft und im Lager. „Wir haben hier eine dauerhafte Konstruktion“, sagte Miebach, die Brücke sei optimal vor Witterung geschützt. Auch für die Formgebung sei eine „moderne Variante“ ausgewählt worden. Sanierungen im Abwasserbereich und in der Stromversorgung im Zuge der Arbeiten auf der Wehrweide kündigte Jens Nehl, der neue Geschäftsführer des Frankenberger Energieversorgers EGF, an.

Als weitere Maßnahmen im Bereich Wehrweide kündigte Heß die Neugestaltung des Inselquartiers beim Seniorenheim, die Erneuerung der Straßen Futterhof und Hengstfurth sowie einen Fahrradschutzstreifen in der Wilhelmstraße an. „Anliegerbeiträge fallen dort nicht mehr an“, sagte Heß.  

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