Zuschuss von Bund und Kreis

Frankenberg baut Familienzentrum für 5,1 Millionen Euro

Bei dem geplanten Familienzentrum sei neben dem modernen Baustil eine sehr umweltfreundliche Technik mit einer Nachtlüftung hervorzuheben, sagte Bauamtsleiter Karsten Dittmar. Dabei sorgten Ventilatoren dafür, das Luftvolumen des Gebäudes drei bis vier Mal auszutauschen und so ein frisches Klima zu schaffen. Die Batterie für die Nachtlüftung werde aus einer Photovoltaik-Anlage gespeist, die zusammen mit einer Grünbedachung für eine deutliche Reduzierung des CO2-Austausches sorge.
  
Grafik: Stadt Frankenberg
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So soll es aussehen: Das geplante Familienzentrum in Frankenberg. Die Batterie für die Nachtlüftung wird aus einer Photovoltaik-Anlage gespeist, die zusammen mit einer Grünbedachung für eine deutliche Reduzierung des CO2-Austausches sorgt.

Für den Bau des Familienzentrums in der Marburger Straße nahe der Hans-Viessmann-Schule in Frankenberg hat die Stadt Frankenberg einen Förderbescheid für Bundesmittel über 1,07 Millionen Euro erhalten. Der Neubau soll außerdem mit Kreismitteln von rund 950 000 Euro gefördert werden. Macht in der Summe rund zwei Millionen Euro Förderung für den 5,1 Millionen Euro teuren Neubau.

Frankenberg - Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese übergab jetzt die Zusage für den Zuschuss aus Bundesmitteln an Bürgermeister Rüdiger Heß.

„Dem Landkreis sollen von Land und Bund bis zum Jahr 2024 fast 5,2 Millionen Euro für Investitionsmaßnahmen zur Kinderbetreuung zufließen, um diese an die Kommunen und anderen Einrichtungsträger weiterzuleiten“, berichtete der Erste Kreisbeigeordnete. Davon seien 2,7 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm bereits bewilligt, im 2. Quartal 2021 sei mit der Bewilligung von weiteren 1,2 Millionen Euro zu rechnen. Außerdem habe das Land angekündigt, das Förderprogramm um 1,288 Millionen Euro aufzustocken.

Betreuungsmöglichkeiten optimieren

Ziel des Landkreises sei es weiterhin, die Betreuungsmöglichkeiten zu optimieren und für die erfreulicherweise vielen Kinder in Waldeck-Frankenberg bedarfsgerechte Betreuungsplätze zu schaffen, sagte Frese. Er bedauerte aber, dass aufgrund der reduzierten Förderpolitik von Bund und Land Hessen nicht alle Projekte mit einer Förderung bedacht werden könnten. Aus diesem Grund musste der Kreisausschuss entscheiden, zunächst nur Maßnahmen zu fördern, bei denen Zusatzplätze geschaffen werden. „Maßnahmen zur Modernisierung der Einrichtungen können zurzeit leider nicht aus Mitteln des Bundes oder Landes bezuschusst werden“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete. Die übliche Förderung des Landkreises von 20 Prozent sei für diese Bauvorhaben aber weiterhin vorgesehen.

Bei dem nun in Frankenberg übergebenen Förderbetrag von 1,07 Millionen Euro handelt es sich um Bundesmittel aus dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2020 - 2021“; weitere 120 000 Euro Förderung seien aus Landesmitteln zu erwarten.

Die Bundesmittel dienen, so der Wortlaut des Bescheides, dem Ausbau und der Erhaltung einer bedarfsgerechten Infrastruktur im Bereich der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern bis zum Schuleintritt in Tageseinrichtungen. Was sich im Falle des geplanten Familienzentrums in Frankenberg hinter der Formulierung verbirgt, erläuterten Bürgermeister Rüdiger Heß und der städtische Bauamtsleiter Karsten Dittmar:

Drei Regelgruppen und zwei Krippengruppen

„Ursprünglich hatten wir einen dreigruppigen Kindergarten geplant“, so Heß, eine zukunftsorientierte Bedarfsermittlung habe die Planungen jedoch zugunsten eines Familienzentrums umgewandelt. Dort werden neben drei Regelgruppen auch zwei Krippengruppen Platz finden. Die Stadt komme durch das Familienzentrum dem Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie dem Aufbau eines Netzwerks für Familien deutlich näher. Mit dem Familienzentrum sei die Stadt für die kommenden Jahre bestens gerüstet, sagten Heß und Dittmar.  

Die Finanzierung des Neubaus

Wie Bürgermeister Rüdiger Heß berichtete, seien zur Umsetzung der Bauinvestition in Höhe von rund 5,1 Millionen Euro noch Mittel aus den Vorjahren vorhanden und weitere Gelder im städtischen Haushalt 2021 eingeplant. Er lobte den Landkreis für seine schnelle und problemlose Bearbeitung des Bauantrags. Die Ausschreibungen liefen bereits, Anfang 2022 könne das Familienzentrum hoffentlich schon eingeweiht werden.

Auch die Verteilung der Landesmittel seitens des Landkreises könne er nur loben. Bund und Land dagegen seien in ihrer Förderstrategie durchaus noch verbesserungsfähig und gerade in der Pandemie besonders gefordert, ihre Fördertöpfe ordentlich auszustatten, sagte Heß. Denn von vorgesehenen 1,5 Millionen Euro werden lediglich 1,19 Millionen Euro gefördert, so dass die Stadt Frankenberg weitere 310 000 Euro aus eigenen Mitteln aufbringen muss.

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