Coronakrise

Der Musikzug Bottendorf/Burgwald unterrichtet seinen Nachwuchs digital

Vorspielen auf dem Bildschirm: Für den zehnjährigen Sebastian Leonbacher gibt es auch in Zeiten von Corona keinen Stillstand im Posaunenspiel. Einmal wöchentlich hat er per Video-Schalte Instrumentalunterricht beim Musikzug Bottendorf/Burgwald: „Es macht Spaß!“
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Vorspielen auf dem Bildschirm: Für den zehnjährigen Sebastian Leonbacher gibt es auch in Zeiten von Corona keinen Stillstand im Posaunenspiel. Einmal wöchentlich hat er per Video-Schalte Instrumentalunterricht beim Musikzug Bottendorf/Burgwald: „Es macht Spaß!“

Bottendorf - Die jungen Mitglieder des Musikzugs Bottendorf/Burgwald werden in der Coronakrise aus der Ferne mithilfe neuester Technik unterrichtet.

  • Die Coronakrise wirkt sich auf das Vereinsleben aus
  • Musikzug Bottendorf/Burgwald greift auf moderne Technik zurück
  • Digitaler Musikunterricht für den Nachwuchs während der Kontaktsperre

Auf dem Pult des Ständers, auf dem sonst die Notenblätter festgeklemmt sind, liegt ein Tablet-Computer. Der zehnjährige Sebastian spielt mit seinem Tenorhorn in Frankenberg, sein Musiklehrer Tristan Mitschke schaut und hört ihm per Video-Schalte in Halgehausen zu.

„Nochmal bitte, ab Takt 15!“ sagt er und achtet besonders auf die Atemtechnik des Jungen. Musik-Fernunterricht in Zeiten von Corona - die ehrenamtlichen Ausbilder des Musikzugs Bottendorf/Burgwald haben Wege gefunden, ihren jungen Nachwuchs-Musikern trotz Kontaktverboten digital ganz nahe zu sein.

Musikzug Bottendorf/Burgwald: Digitaler Unterricht kommt gut an

„Wir Lehrer wollten den Unterricht nicht so lange ruhen lassen während der Kontakteinschränkungen, und auch bei den Eltern kommt diese Idee hervorragend an. Die Kinder werden motiviert, weiter auf ihrem Instrument zu üben“, berichtet Tristan Mitschke.

Keiner wisse ja aktuell, wie lange diese Phase dauern wird, sodass die Jugendlichen erst später wieder zu ihrem Instrument greifen würden. „Wir Lehrer haben hierdurch die Möglichkeit, dass wir den Schülern wieder neue Impulse zu täglichem Üben liefern können.“

Musikzug Bottendorf/Burgwald: Üben ist eine willkommene Abwechslung

Derzeit befinden sich beim Musikzug Bottendorf/Burgwald 22 Kinder und Jugendliche in Instrumentalausbildung. Julia Kopp in Bottendorf hatte die Idee, den Theorieunterricht über eine gemeinsame Plattform im Internet weiterlaufen zu lassen. Sie hat in Zusammenarbeit mit den Eltern eine WhatsApp-Gruppe gegründet und ein Tracking-Tool erstellt, über das sie jeden Donnerstag die Kinder mit selbst produzierten Aufgaben zur Musiktheorie versorgt.

Arbeitsblätter zur Musiktheorie: Julia Kopp, selbst Klarinettistin, sendet aus Bottendorf selbst erstellte Lern- und Übungsmaterialien digital elf Schülern des Musikzuges Bottendorf/Burgwald. 

Die Arbeitsblätter kommen ausgefüllt zurück. „Spontan haben sich auch schon ein paar Geschwister-Kinder gemeldet und mitgemacht“, freut sich Julia Kopp.

Auch Tristan Mitschke, der als Vorsitzender des Musikzuges den „Fernunterricht“ koordiniert, bekommt nur positive Rückmeldungen. „Die Motivation der Kinder ist derzeit wirklich hoch, da das Üben am Instrument ihnen eine gute Abwechslung in ihrem ja doch sehr begrenzten Tagesplan bietet.“

Musikzug Bottendorf/Burgwald: 1:1 Unterricht ist nicht in Gänze ersetzbar

Auch eine deutliche Verbesserung der Leistungen konnte er feststellen, vor allem, was das Vorspiel vor dem Bildschirm angeht. „Ich habe ein wenig den Eindruck, dass die Hemmung, wenn der Lehrer als Mensch direkt neben ihnen steht, bei Schülern am Bildschirm sogar geringer ist.“

Das macht Musiklehrern und Eltern Mut, den digitalen Unterricht weiterzuführen, „auch wenn er den 1:1-Unterricht mit dem Schüler nie in Gänze ersetzen kann“, wie Mitschke betont.

„Aber als Lernfortschrittskontrolle und um Fragen der Schüler bezüglich der Übungen zu beantworten, sehe ich hier durchaus Potenzial, sodass ich den digitalen Unterricht auch weiter als Ergänzung anbieten werde.“

Musiker der Bottendorfer Posaunenchöre spielen jeden Abend einen Choral oder ein Lied. In Ernsthausen steigt Marco Werchner jeden Abend auf den Kirchturm und spielt einige Stücke. Sie wollen Mut machen in Coronazeiten.

Waldeck-Frankenberg verzeichnet mittlerweile einige Corona-Infizierte. Für ältere oder hilfsbedürftige Menschen gibt es in Edertal Hilfsangebote. Weitere Infos zu Corona im Kreis Waldeck-Frankenberg im Ticker.

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