Gedenkfeier in der Mauritius-Kapelle

In Frankenberg an 139 Corona-Tote im Landkreis erinnert

Gemeinsame Gedenkfeier in der Mauritius-Kapelle: (von links) Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Dekanin Petra Hegmann, Ali Korkmaz von der Türkisch-Muslimischen Gemeinde Frankenberg, Pater Norbert Rasim, Pfarrer Horst Schiffner und Landrat Dr. Reinhard Kubat hielten Kerzen für die Corona-Toten.
+
Gemeinsame Gedenkfeier in der Mauritius-Kapelle: (von links) Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Dekanin Petra Hegmann, Ali Korkmaz von der Türkisch-Muslimischen Gemeinde Frankenberg, Pater Norbert Rasim, Pfarrer Horst Schiffner und Landrat Dr. Reinhard Kubat hielten Kerzen für die Corona-Toten.

Als Zeichen der Trauer wurden Kerzen entzündet, es erklangen Stücke wie „Questions“ von Michael Schütz oder Bachs Präludium f-Moll. In einer gemeinsamen Gedenkfeier in der Mauritiuskapelle wurde an die bislang 139 Toten der Corona-Pandemie im Landkreis erinnert.

Frankenberg - Gut ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie fanden am Sonntag bundesweit Gedenkgottesdienste und Gedenkfeiern für die Corona-Toten in Deutschland statt – in der Bundesrepublik verstarben inzwischen bereits 80 000 Menschen an den Folgen von Corona.

Zu dem Gedenktag in Frankenberg hatte Bürgermeister Rüdiger Heß eingeladen, Teilnehmer waren unter anderem Landrat Dr. Reinhard Kubat, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, Stadtverordnetenvorsteher Rainer Hesse, Dekanin Petra Hegmann, Pfarrer Horst Schiffner, Pater Norbert Rasim und Ali Korkmaz von der Türkisch-Muslimischen Gemeinde Frankenberg.

„Diese Gedenkfeier mit Teilnehmern aller Glaubensrichtungen in Frankenberg macht Mut und gibt Hoffnung“, sagte Bürgermeister Heß. Sein Dank galt allen Menschen, „die in dieser schweren Zeit einen großartigen Dienst für die Betroffenen und für die Bevölkerung leisten“ – unter anderem in den Krankenhäusern, den Senioren- und Pflegeeinrichtungen, in Schulen und Kitas. „Sie geben ihr Bestes“, betonte der Bürgermeister. Heß erinnerte auch an einen guten Freund der Stadt Frankenberg: Antonio Almeida Henriques, der Bürgermeister der portugiesischen Stadt Viseu, verstarb am 4. April im Alter von 59 Jahren an dem Corona-Virus. Im Juli 2019 war Henriques Gast der Europeade in Frankenberg gewesen.

Mehr impfen, weniger Bürokratie

Heß warf auch einen Blick in die Zukunft. Dabei forderte er vor allem eine Erhöhung der Impfungen bei gleichzeitiger Verringerung der Bürokratie. „Impfen statt Bürokratie sollte unser tägliches Leben begleiten“, betonte der Bürgermeister: „Wir brauchen Klarheit, Entschiedenheit und pragmatische Regelungen für den Weg aus der Pandemie.“

Durch die Corona-Pandemie sei die Welt unberechenbar geworden, die Bevölkerung habe es mit einer unsichtbaren Bedrohung zu tun, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat. Durch Corona seien die Menschen gezwungen worden, vieles, was lieb und wertvoll, was selbstverständlich und alltäglich war, aufzugeben. „Niemand hat mit so etwas gerechnet.“ Auch die Menschen seien nur ein kleines Rädchen in einem großen Getriebe. „Vielleicht ist uns das gerade zur rechten Zeit wieder bewusst geworden“, sagte der Landrat. Die Welt stehe an einem Wendepunkt, das Virus mache keinen Unterschied zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen. „Heute fühlen wir uns mit den Angehörigen und Freunden der Toten in gemeinsamem Gedenken eng verbunden.“ Wer die Existenz der Pandemie leugne, „verhöhnt die Opfer und ihre Familien und tritt deren Leid mit Füßen“, sagte der Landrat.

An tragische Schicksale der Pandemie erinnerte Dekanin Petra Hegmann, Fürbitten und Gebete sprachen Pfarrer Horst Schiffner und Pater Norbert Rasim. Eine große Kerze entzündete Ali Korkmaz. Für die musikalische Gestaltung der Gedenkfeier sorgte Kantorin Beate Kötter.  mjx

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.