Bundespolitiker mit Corona infiziert

Nach Merz-Besuch: Frankenberger CDU-Spitze in Quarantäne

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Beim Merz-Auftritt in Frankenberg überreichte Bürgermeister Rüdiger Heß (3. von links) an den CDU-Politiker Friedrich Merz (3. von rechts) einen Bildband "Europeade 2019 in Frankenberg".

Nach dem Besuch des CDU-Politikers Friedrich Merz am 11. März in Frankenberg und seinem positiven Corona-Test vom 15. März gibt es weitere Konsequenzen - zumindest für die Frankenberger CDU-Spitze.

+++ aktualisiert um 18.20 Uhr +++ Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Müller und der Fraktionsvorsitzende Jannik Schwebel-Schmitt müssen bis zum 25. März in Quarantäne, ebenso alle, die mit Merz „unmittelbar Kontakt“ hatten, berichtete Thomas Müller am Mittwochnachmittag. Die betroffenen Personen würden vom Gesundheitsamt angerufen.

Friedrich Merz hatte an dem Abend als Gastredner an einem Empfang der Frankenberger CDU mit 700 Gästen teilgenommen. Wie am 17. März bekannt wurde, wurde Merz am 15. März positiv auf Corona getestet

An der Veranstaltung am 11. März hatte auch der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß teilgenommen – und sich deshalb am Mittwochmorgen „freiwillig und rein vorsorglich“, wie er betont, auf eine mögliche Coronavirus-Infektion testen lassen. Bei dem Empfang hatte Heß Merz einen Bildband „Europeade 2019 in Frankenberg“ überreicht. 

„Ich will ein Vorbild für die Bevölkerung sein. Deshalb habe ich mich nach dem positiven Test bei Friedrich Merz sofort auf das Corona-Virus testen lassen, obwohl ich die Bedingungen für einen Test nicht erfülle“, sagte Heß auf HNA-Nachfrage: Er sei Merz zwar begegnet, habe aber keine Corona-Symptome. 

Seit Mittwochmorgen, 18. März, geht der Bürgermeister seinen Amtsgeschäften aus den eigenen vier Wänden nach – digital und per Telefon. „Ich bin freiwillig in die Isolation gegangen. Ich arbeite von zu Hause aus“, sagte Heß. Dort wolle er auch das Ergebnis des Tests abwarten. Heß: „Mir geht es gut. Ich habe keine Symptome.“

Es gab doch einen Handschlag

Zunächst hatten wir berichtet, dass der CDU-Politiker Friedrich Merz bei dem Empfang in der Ederberglandhalle wegen der allgemeinen Corona-Regeln auf die Begrüßung per Handschlag verzichtet habe. Das ist nicht richtig, wie auch ein Foto zeigt, das die CDU Frankenberg am Tag nach der Veranstaltung auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht hat. Darauf ist zu sehen, wie Merz dem Frankenberger CDU-Fraktionsvorsitzenden Jannik Schwebel-Schmitt die Hand reicht. 

Auch der CDU-Vorsitzende Thomas Müller bestätigte, dass Merz in Frankenberg von ihm und Schwebel-Schmitt per Handschlag begrüßt worden sei. 

Nach dem Empfang mit 700 Gästen herrscht, wie berichtet, nun Unsicherheit unter den Besuchern und allgemein in Frankenberg, ob Merz schon am 11. März mit Corona infiziert war oder sich vielleicht dort angesteckt hat. 

Der Landkreis ruft dennoch zur Besonnenheit auf: Für alle, die zwar in der Halle waren, aber keinen unmittelbaren Kontakt zu Friedrich Merz hatten, bestehe kein Risiko, sagt der Landkreis (Hotline: 05631/954 555).

Kritik des Vize-Landrats

Der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese (CDU) berichtete am Mittwoch der HNA, dass er und seine Mitarbeiter ständig gefragt würden, warum er, Frese, nicht in Quarantäne sei. „Ich habe an der Veranstaltung mit Herrn Merz absichtlich nicht teilgenommen“, klärte Frese auf und erläuterte: „Es passte schon zu der Zeit nicht in mein Weltbild, auf der einen Seite für das Gesundheitswesen in Waldeck-Frankenberg zuständig zu sein, zur Besonnenheit aufzurufen, die behördlichen Maßnahmen zu steuern und zu entscheiden und auf der anderen Seite als Privatmann der Veranstaltung beizuwohnen.“ 

Für ihn sei eine solche Veranstaltung mit 700 Teilnehmern zu dem Zeitpunkt ein falsches Signal der Politik gewesen, sagte Frese. Verboten werden konnte die Veranstaltung vergangene Woche aber nicht, weil da noch die 1000-Personen-Regelung galt. 

Frese berichtete auch, dass er als Privatperson seine eigene Geburtstagsfeier am 14. März abgesagt habe, „denn es hätte nicht zu meinem Berufsethos gepasst und meiner Verantwortung gegenüber Familie, Freunden, Verwandten und Bekannten widersprochen“.

Friedrich Merz bei CDU-Empfang in Frankenberg

Friedrich Merz bei der CDU in Frankenberg Foto: mjx
 © mjx
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Corona trifft Waldeck-Frankenberg hart: Friedrich Merz ist infiziert und war zuvor im Landkreis zu Besuch bei einer Veranstaltung mit 700 Leuten. Es gibt aber auch positive Zeichen.

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